Magisterarbeit, 2010
103 Seiten, Note: 5, Ausgezeichnet (Skala 0-5)
Didaktik für das Fach Deutsch - Pädagogik, Sprachwissenschaft
1 Einleitung
2 Mehrsprachigkeit in der finnischen Schule
2.1 Lehrplan und Fremdsprachenfolge in Finnland
2.2 Mehrsprachigkeit und Sprachbewusstheit im Unterricht
2.3 Tertiärsprache Deutsch
2.4 Die besondere sprachliche Wirklichkeit in der finnlandschwedischen Schule
2.5 Die finnlandschwedische Schule – eine ideale mehrsprachige Lernumgebung?
3 Vorwissen im Fremdsprachenunterricht
3.1 Der kognitiv-konstruktivistische Lernprozess
3.2 Transfer
3.2.1 Kontrastive Analyse – Ursprung des Transfers
3.2.2 Positiver Transfer im Lernprozess
4 Grammatikvermittlung im Fremdsprachenunterricht in der Schule
4.1 Die Rolle der Grammatik im Fremdsprachenunterricht
4.1.1 Grammatik im Lehrwerk und die globalen Methodenkonzeptionen
4.1.2 Wozu Grammatik im kognitiv-konstruktivistischen Fremdsprachenunterricht?
4.2 Didaktische Prinzipien der Grammatikvermittlung
4.2.1 Grammatische Progression
4.2.2 Zur Methodik der lernerzentrierten Grammatikvermittlung
5 Methode und Material
5.1 Methode
5.2 Material
5.2.1 Studio Deutsch
5.2.2 Genau!
6 Kontrastive Analyse der Artikelwörter
6.1 Abgrenzung der Wortart Artikel – die enge und weite Bedeutung
6.2 Bestimmter und unbestimmter Artikel im Deutschen und Schwedischen
6.2.1 Artikel als Ausdruck von Genus, Numerus und Kasus
6.2.2 Artikel und die Determination
6.3 Die attributiven Possessivpronomina und das Indefinitpronomen ‚kein‘ im Deutschen und Schwedischen
6.4 Transferbasen bei den deutschen und schwedischen Artikelwörtern
7 Lehrwerkanalyse
7.1 Grammatikmomente in den Lehrwerkserien
7.1.1 Grammatische Progression
7.1.2 Strukturpräsentation
7.1.3 Strukturübungen
7.2 Berücksichtigung des positiven Transfers in den Lehrwerkserien
7.2.1 Transferbasen und die Determination
7.2.2 Transferbasen und die Genera
8 Zusammenfassung und Diskussion
Die Arbeit untersucht das Potenzial der Mehrsprachigkeit im DaF-Unterricht an finnlandschwedischen Schulen, mit dem Ziel zu ermitteln, ob und wie Lehrwerke den positiven Transfer bei der Vermittlung deutscher Artikelwörter als Lernhilfe nutzen.
3.2 Transfer
Der Einfluss der früher erworbenen Sprachen auf den Lernprozess ist das zentrale Thema der vorliegenden Arbeit und in diesem Kapitel wird diese Erscheinung durch den Begriff Transfer besprochen. Dieser Begriff wird multidisziplinär verwendet und die Lernpsychologie bezeichnet ihn spezifischer als Lerntransfer. Beim Fremdsprachenlernen tritt der Transfer ein, wenn die Lerner ihre vorhandenen sprachlichen Wissensbestände im Lernprozess als Lernhilfe verwenden. Wenn z.B. die schwedischsprachigen Lerner in ihrer Muttersprache den unbestimmten Artikel gewohnt sind, gehen sie tendenziell von der Annahme aus, dass die Zielsprache ein ähnliches System hat. Solche Übertragung der Strukturen ist im besten Fall eine bedeutende Lernerleichterung. In diesem Kapitel wird zunächst der Ursprung der Transfer-Forschung erläutert, dann, wie der Transfer im Lernprozess funktioniert.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Rolle des Deutschlehrers an finnlandschwedischen Schulen und motiviert die Untersuchung des positiven Transfers durch die Mehrsprachigkeit der Lernenden.
2 Mehrsprachigkeit in der finnischen Schule: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über das finnische Fremdsprachencurriculum und diskutiert theoretische Ansätze zur Mehrsprachigkeit und Sprachbewusstheit.
3 Vorwissen im Fremdsprachenunterricht: Hier werden der kognitiv-konstruktivistische Lernansatz und der Begriff Transfer als Mechanismen der Wissensübertragung und -verarbeitung erörtert.
4 Grammatikvermittlung im Fremdsprachenunterricht in der Schule: Das Kapitel analysiert verschiedene Methoden der Grammatikvermittlung, deren historische Entwicklung und deren Rolle im kognitiv-konstruktivistischen Unterricht.
5 Methode und Material: Es werden die Forschungsfragen präzisiert und die für die Analyse ausgewählten Lehrwerkserien Studio Deutsch und Genau! vorgestellt.
6 Kontrastive Analyse der Artikelwörter: Hier erfolgt eine systematische, kontrastive Betrachtung der Artikelwörter im Deutschen und Schwedischen zur Identifikation funktionaler Transferbasen.
7 Lehrwerkanalyse: Das Kapitel führt eine detaillierte quantitative und qualitative Analyse der Lehrwerke durch und prüft, inwiefern diese Transferbasen didaktisch zur Lernunterstützung nutzen.
8 Zusammenfassung und Diskussion: Die Arbeit schließt mit einer Reflexion über die Forschungsergebnisse und zieht Schlussfolgerungen für die Gestaltung zukünftiger Lehrwerke.
Mehrsprachigkeit, DaF-Unterricht, finnlandschwedische Schulen, positiver Transfer, Artikelwörter, kognitiv-konstruktivistischer Ansatz, Grammatikvermittlung, Lehrwerkanalyse, Tertiärsprache, Sprachbewusstheit, Transferbasis, kontrastive Analyse, Studio Deutsch, Genau!, Fremdsprachenfolge
Die Arbeit untersucht, wie mehrsprachige Schüler an finnlandschwedischen Schulen durch positiven Transfer beim Erlernen deutscher Artikelwörter unterstützt werden können.
Die zentralen Themen sind Mehrsprachigkeitsdidaktik, kontrastive Grammatikanalyse (Deutsch-Schwedisch) und Lehrwerkforschung.
Das Ziel ist zu analysieren, ob aktuelle DaF-Lehrwerke das vorhandene mehrsprachige Wissen der Lerner aktiv als Transferbasis nutzen, um den Lernprozess zu erleichtern.
Es werden eine kontrastive Analyse der Artikelwörter sowie eine didaktische Lehrwerkanalyse (quantitativ und qualitativ) durchgeführt.
Der Hauptteil umfasst theoretische Grundlagen zum Konstruktivismus und Transfer, eine kontrastive Beschreibung der Artikelstrukturen sowie die Analyse der Lehrwerke "Studio Deutsch" und "Genau!".
Die Arbeit fokussiert besonders auf Begriffe wie Mehrsprachigkeit, positiver Transfer, Transferbasis, Artikelwörter und Grammatikvermittlung.
Diese Schulen bieten eine einzigartige Lernumgebung, in der Sprachen wie Schwedisch und Finnisch sowie eine Fremdsprache wie Deutsch ständig präsent sind, was hohe Anforderungen an die Sprachdidaktik stellt.
Die Analyse zeigt, dass das Lehrwerk "Genau!" den positiven Transfer durch konkrete Übersetzungen und Sprachvergleiche systematischer nutzt als "Studio Deutsch", das stärker auf terminologischen Erklärungen basiert.
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