Examensarbeit, 2010
21 Seiten, Note: 1
1. Einflüsse auf Rousseaus Pädagogik
2. Die Erziehungstheorie im Émile
3. Die Umsetzung der im Émile formulierten Erziehungstheorie in der Nouvelle Héloïse
Die Arbeit untersucht, inwieweit das theoretische Erziehungsmodell aus Jean-Jacques Rousseaus utopischem Roman "Émile" in die Handlung seines realistischen Romans "Nouvelle Héloïse" implementiert wurde und ob sich die dort konstruierte Erziehungstheorie in einem realistischen Kontext bewähren kann.
Die Umsetzung der im Émile formulierten Erziehungstheorie in der Nouvelle Héloïse
Der fiktive Kontext des Liebesromans diente ROUSSEAU dazu, eine Vielzahl seiner Überzeugungen in einer Art und Weise zu vermitteln, die weit weniger Aufruhr hervorrief, als es seine früheren Politik- und Erziehungsschriften taten. Wir finden in der Nouvelle Héloïse – wenn auch diskreter formuliert – die religiösen, politischen und nicht zuletzt pädagogischen Ansichten ROUSSEAUS. Die Fiktion eignet sich insofern sehr gut zur Vermittlung der eigenen Ansichten, da der Autor seine Argumente von einigen Figuren verteidigen lassen und gleichzeitig Gegenfiguren erschaffen kann, die von ihm verworfene Argumente vertreten. Im Rahmen dieser Arbeit werde ich mich auf die pädagogischen Argumente der Figuren der Nouvelle Héloïse beschränken.
Bevor ich meine Aufmerksamkeit den pädagogischen Äusserungen einzelner Figuren widme, möchte ich aber aufzeigen, dass bereits der soziale und geographische Rahmen in welchem die Geschichte der Nouvelle Héloïse spielt teilweise die im Émile gestellten sozialen und geographischen Forderungen für eine erfolgreiche Erziehung erfüllt.
Die Geschichte der Nouvelle Héloïse spielt zum grossen Teil in Clarens, einem kleinen Dorf auf der helvetischen Seite des Genfersees. Julie und St-Preux, aber auch später Julies Kinder, wachsen in Clarens auf. Es ist kein Zufall, dass ROUSSEAU eine schwach besiedelte und im Vergleich zu Paris oder London sozial nicht besonders entwickelte Region für die Handlung seiner Geschichte wählt. Diese Wahl kommt ROUSSEAUS Anforderung aus dem Émile nahe, die Kinder fernab von der Gesellschaft aufwachsen zu lassen – auch wenn Clarens nicht ganz der Wildnis entspricht, liegt es auf der Hand, dass der Einfluss der korrumpierten Gesellschaft sich in einem kleinen helvetischen Dorf des 18. Jahrhunderts in Grenzen hält.
1. Einflüsse auf Rousseaus Pädagogik: Dieses Kapitel beleuchtet die philosophischen und zeitgenössischen Einflüsse auf Rousseau sowie die Bedeutung seiner Kindheitserfahrungen für seine pädagogischen Konzepte.
2. Die Erziehungstheorie im Émile: Hier wird das Kernmodell der "negativen Erziehung" und die Unterscheidung zwischen dem "homme naturel" und "homme civil" detailliert erläutert.
3. Die Umsetzung der im Émile formulierten Erziehungstheorie in der Nouvelle Héloïse: Das Kapitel prüft die Anwendung der theoretischen Erziehungsprinzipien anhand der Romanfiguren und der geographischen Schauplätze der Nouvelle Héloïse.
Rousseau, Émile, Nouvelle Héloïse, Pädagogik, negative Erziehung, homme naturel, Erziehungsroman, Naturzustand, Kindheit, Vernunft, Gesellschaftskritik, Erziehungstheorie, Selbsterziehung, Bildung, Aufklärung
Die Arbeit analysiert die Verbindung zwischen Rousseaus pädagogischem Hauptwerk "Émile" und seinem Roman "Nouvelle Héloïse", um aufzuzeigen, wie pädagogische Theorie in fiktionale Literatur einfließt.
Zentrale Themen sind die natürliche Erziehung, die Rolle des Staates und der Gesellschaft sowie der Einfluss individueller Entwicklung auf die spätere bürgerliche Rolle des Menschen.
Die Arbeit geht der Frage nach, inwieweit das theoretische Erziehungsmodell aus dem "Émile" in die Handlung der "Nouvelle Héloïse" übertragen wurde und ob diese Theorie in einem realistischen Romanzusammenhang glaubwürdig bleibt.
Der Autor nutzt einen literatur- und ideengeschichtlichen Vergleich, bei dem er die theoretischen Postulate des "Émile" den erzählerischen Handlungen und Figurenkonstellationen der "Nouvelle Héloïse" gegenüberstellt.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Rousseaus pädagogischen Einflüssen, die detaillierte Darstellung seiner Erziehungstheorie und die konkrete Analyse der Romanhandlung unter erziehungspädagogischen Gesichtspunkten.
Die wichtigsten Begriffe sind "negative Erziehung", "homme naturel", "Erziehungsroman" und die kritische Auseinandersetzung mit der gesellschaftlichen Korrumpierung.
Rousseau argumentiert, dass die zeitgenössische Gesellschaft korrumpiert sei und das Kind vor schädlichen gesellschaftlichen Einflüssen geschützt werden müsse, um seine natürliche Selbstliebe ("amour de soi") zu bewahren.
Sie dient als konkretes Fallbeispiel, an dem der Autor aufzeigt, wie die natürliche Erziehung und die Vermeidung von direktem Tadel das Kind dazu bringen, soziale Konflikte aus eigener Erfahrung zu reflektieren.
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