Examensarbeit, 2010
87 Seiten, Note: 15 Punkte
1. Einleitung
2. Aktueller Forschungsstand
2.1 „Bildungschancen und Lernbedingungen an Wiesbadener Grundschulen am Übergang zur Sekundarstufe I“
2.2 „Kinder in Deutschland 2010”
2.3 „TIMSS 2007“
2.4 „IGLU-E 2006“
2.5 Auswertung der Studien
3. Erklärungsansätze
3.1 Habitus-Theorie von Pierre Bourdieu
3.2 Aktuell diskutierte Erklärungsansätze
3.3 Vergleich der Habitustheorie von Bourdieu mit aktuelleren Erklärungsansätzen
4. Schlussbetrachtung
4.1 Zusammenfassung
4.2 Implikationen
4.3 Fazit
Die Arbeit untersucht, ob Kinder aus der Unterschicht gegenwärtig bildungsbenachteiligt sind, und analysiert den Einfluss der sozialen Herkunft auf den Schulerfolg und die Schullaufbahn unter Berücksichtigung kognitiver Leistungen.
1. Einleitung
In meiner Examensarbeit möchte ich der Frage nachgehen, ob die Unterschicht gegenwärtig bildungsbenachteiligt ist. Daraus ergeben sich weitere Unterfragen: Sollte die Unterschicht tatsächlich bildungsbenachteiligt sein, inwiefern könnte dann die soziale Herkunft neben den kognitiven Fähigkeiten die Schullaufbahn beeinflussen? Wie müsste Schule gestaltet sein, um Chancengleichheit herzustellen?
Aus einigen Untersuchungen ist bereits bekannt, dass Jugendliche aus unteren Gesellschaftsschichten in höheren Bildungswegen unterrepräsentiert seien. So hat beispielsweise die PISA-Studie 2000 ergeben, dass lediglich etwa zehn Prozent der Gymnasiasten aus Arbeiterfamilien stammten. Als „Arbeiter“ bezeichne ich hierbei Facharbeiter, Arbeiter mit Leitungsfunktion, Angestellte in manuellen Berufen, un- und angelernte Arbeiter sowie Landarbeiter (vgl. Petra Stanat et al. 2003, S. 75). Im Gegensatz dazu stellten Arbeiterkinder an der Hauptschule einen überproportionalen Schüleranteil von fast 40 Prozent dar. Infolgedessen lautet eines der Ergebnisse der PISA-Studie, dass Kinder der höchsten sozialen Schichten eine dreimal größere Chance als Arbeiterkinder hätten, bei gleichen kognitiven Fähigkeiten ein Gymnasium anstelle einer Realschule zu besuchen (vgl. Deutsches PISA-Konsortium 2002, S. 12f.).
Zu Beginn meiner Examensarbeit werden vier aktuelle Studien vorgestellt. Diese Studien werden gezielt danach analysiert, ob sie auf schichtspezifische Chancenungleichheiten bezüglich des Schulerfolges hinweisen. Damit soll überprüft werden, ob Kinder der unteren Sozialschicht noch immer benachteiligt in ihrer Bildungslaufbahn sind (Kapitel 2).
1. Einleitung: Vorstellung der Forschungsfrage zur Bildungsbenachteiligung der Unterschicht und Darlegung des methodischen Vorgehens.
2. Aktueller Forschungsstand: Analyse von vier aktuellen Studien (Wiesbadener Vollerhebung, World Vision Kinderstudie 2010, TIMSS 2007, IGLU-E 2006) hinsichtlich schichtspezifischer Unterschiede im Bildungserfolg.
3. Erklärungsansätze: Theoretische Auseinandersetzung mit Pierre Bourdieus Habitus-Theorie und ergänzenden Erklärungsmodellen zur Entstehung von Bildungsungleichheit.
4. Schlussbetrachtung: Zusammenfassung der zentralen Forschungsergebnisse, Ableitung von Handlungsmöglichkeiten für die Praxis und abschließendes Fazit.
Bildungsbenachteiligung, Unterschicht, Soziale Herkunft, Habitus-Theorie, Pierre Bourdieu, Schullaufbahn, Chancengleichheit, Bildungsaspirationen, Leistungsniveau, Lehrerempfehlung, Rational-Choice-Theorie, Kulturdiskrepanz, Bildungssoziologie, Schule, Sozialisation.
Die Arbeit untersucht, ob Kinder aus der Unterschicht gegenüber anderen sozialen Schichten bildungsbenachteiligt sind.
Die Arbeit umfasst Bildungsaspirationen, schulische Leistungen, Lehrerempfehlungen sowie den realisierten Übergang in die Sekundarstufe I.
Das primäre Ziel ist es zu klären, inwiefern die soziale Herkunft neben kognitiven Fähigkeiten den Bildungserfolg determiniert und wie Chancengleichheit hergestellt werden könnte.
Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse aktueller Studien sowie soziologischer Theorien, um diese zu vergleichen und auf die Fragestellung anzuwenden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Bestandsaufnahme aktueller Daten aus vier Studien sowie die theoretische Fundierung durch Erklärungsansätze wie die Habitus-Theorie.
Wichtige Begriffe sind Bildungsbenachteiligung, soziale Herkunft, Habitus, Schulerfolg und Bildungschancen.
Sie dient als soziologische Grundlage, um zu verstehen, wie soziale Herkunft Denk-, Verhaltens- und Wahrnehmungsmuster prägt, die den Bildungserfolg beeinflussen.
Die Arbeit zeigt auf, dass Lehrkräfte bei ihren Übergangsempfehlungen oft unbewusst durch das soziale Milieu des Schülers beeinflusst werden, was zu Benachteiligungen für Kinder aus niedrigeren Schichten führt.
Empfohlen werden unter anderem der Ausbau vorschulischer Förderung, die Umwandlung in Ganztagsschulen und eine engere Kooperation zwischen Elternhaus und Schule.
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