Magisterarbeit, 2010
113 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Der demographische Wandel in Mecklenburg-Vorpommern
2.1 Gesamtbevölkerung
2.2 Bevölkerungsstruktur
2.3 Geographische Verteilung
2.4 Zwischenfazit: Alterung und regionale Unterschiede bei der Schrumpfung
3 Infrastruktur als Grundlage gleichwertiger Lebensverhältnisse
3.1 Der Grundsatz gleichwertiger Lebensverhältnisse
3.2 Technische Infrastruktur
3.2.1 Verdichtungsgebiete
3.2.2 Ländliche Regionen
3.3 Soziale Infrastruktur
3.3.1 Verdichtungsgebiete
3.3.2 Ländliche Regionen
3.4 Zwischenfazit: Benachteiligung ländlicher Regionen
4 Anforderungen an die künftige Infrastrukturpolitik
4.1 Schwerpunktverschiebungen des Infrastrukturbedarfs
4.1.1 Anforderungen an die technische Infrastruktur
4.1.2 Anforderungen an die soziale Infrastruktur
4.2 Chancen für die Infrastrukturentwicklung
4.3 Handlungsoptionen
4.4 Zwischenfazit: Herausforderung für eine neue Infrastrukturpolitik
5 Infrastrukturpolitische Reaktionen
5.1 Bundespolitische Maßnahmen
5.1.1 Angleichung der Lebensbedingungen: „Aufbau Ost“
5.1.2 Bundesprogramm „Stadtumbau Ost“
5.1.3 Weitere Bundesprogramme
5.2 Landespolitische Maßnahmen Mecklenburg-Vorpommerns
5.3 Kommunale Maßnahmen
5.3.1 Potentiale nutzen – Mehrgenerationenhäuser
5.3.2 Regionale Initiativen
5.3.3 Einzelprojekte
5.4 Zwischenfazit: Geförderte lokale Flexibilität
6 Schlussbetrachtung und Ausblick
Die vorliegende Magisterarbeit untersucht die Auswirkungen des demographischen Wandels auf die Infrastrukturpolitik im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern. Zentrales Ziel ist es zu analysieren, wie unter Bedingungen von Bevölkerungsrückgang und Alterung gleichwertige Lebensverhältnisse gesichert werden können und welche infrastrukturellen Anpassungsstrategien hierfür erforderlich sind.
3.1 Der Grundsatz gleichwertiger Lebensverhältnisse
Der Wandel der Bevölkerungsstruktur in weiten Teilen Deutschlands hat in den letzten Jahren eine Diskussion über den Grundsatz der gleichwertigen Lebensverhältnisse in der politischen Öffentlichkeit der Bundesrepublik hervorgebracht. Oftmals werden „gleichwertige“ als „gleiche“ Lebensverhältnisse verstanden. Demographische Umstrukturierungen, geänderte Anforderungen durch den technischen Fortschritt in den vergangenen Jahrzehnten und nicht zuletzt der Zusammenschluss beider deutscher Staaten vor zwanzig Jahren erfordern gründliche Untersuchungen über die zeitgemäße Bedeutung der Gleichwertigkeit.
„Gleichwertig ist nicht gleich“ betitelte Eva Barlösius 2006 einen Artikel und fasste damit die wissenschaftliche Diskussion zusammen. Bundespräsident Horst Köhler sprach von „eine[r] untragbare[n] Schuldenlast“, die wir „der jungen Generation“ aufbürden würden, wenn wir die Unterschiede in den Lebensverhältnissen „einebnen“ wollten. Das Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung resümierte in einer Studie, dass der Staat sich schrittweise aus Regionen zurückziehen solle, deren „wirtschaftliche wie auch demographische Indikatoren schon über längere Zeit nach unten weisen.“ Und auch der brandenburgische Ministerpräsident Matthias Platzeck erkennt, dass „nicht in allen Dörfern gleich gefördert werden kann“.
Einhergehend mit dem ethischen Grundsatz der menschlichen Gerechtigkeit ist die Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse in verschiedenen Gesetzen geregelt. Bereits im Grundgesetz legte man 1949 fest, dass der Bund zur Gesetzgebung berechtigt ist, „soweit ein Bedürfnis nach bundesgesetzlicher Regelung besteht, weil [...] die Wahrung der Einheitlichkeit der Lebensverhältnisse über das Gebiet eines Landes hinaus es erfordert.“ 1994 wurde diese Regelung jedoch abgewandelt. Im aktuellen Grundgesetz gilt die Gesetzgebungskompetenz, soweit sie zur „Herstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse im Bundesgebiet“ notwendig ist.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des demographischen Wandels in Mecklenburg-Vorpommern ein und skizziert die wissenschaftliche Zielsetzung der Arbeit.
2 Der demographische Wandel in Mecklenburg-Vorpommern: In diesem Kapitel werden die Bevölkerungsentwicklung und -struktur analysiert, wobei besonders die regionale Divergenz hervorgehoben wird.
3 Infrastruktur als Grundlage gleichwertiger Lebensverhältnisse: Hier werden die theoretischen Grundlagen der Infrastruktur dargelegt und die Versorgungssituation in verschiedenen Teilräumen verglichen.
4 Anforderungen an die künftige Infrastrukturpolitik: Das Kapitel definiert, welche Bedürfnisse durch den demographischen Wandel entstehen und wie die Infrastruktur darauf reagieren muss.
5 Infrastrukturpolitische Reaktionen: Hier werden konkrete Maßnahmen von Bund, Ländern und Kommunen sowie Ansätze wie Mehrgenerationenhäuser und Modellvorhaben vorgestellt.
6 Schlussbetrachtung und Ausblick: Dieses Kapitel zieht ein Fazit über die Zukunftsfähigkeit der Regionen und benennt notwendige politische und gesellschaftliche Weichenstellungen.
Demographischer Wandel, Mecklenburg-Vorpommern, Infrastruktur, gleichwertige Lebensverhältnisse, Bevölkerungsrückgang, Daseinsvorsorge, Regionalentwicklung, Stadtumbau, Infrastrukturpolitik, soziale Infrastruktur, technische Infrastruktur, ländliche Regionen, Verdichtungsgebiete, Bevölkerungsstruktur, demographische Entwicklung
Die Arbeit analysiert die Herausforderungen, die der demographische Wandel (Bevölkerungsrückgang und Alterung) für die Infrastruktur und die Sicherung gleichwertiger Lebensverhältnisse in Mecklenburg-Vorpommern mit sich bringt.
Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse der demographischen Trends, der Unterscheidung zwischen technischer und sozialer Infrastruktur sowie der Bewertung von Strategien zur Anpassung an veränderte Rahmenbedingungen.
Das Hauptziel besteht darin, aufzuzeigen, wie staatliche und kommunale Politik in schrumpfenden Räumen agieren kann, um die Versorgung der Bürger trotz sinkender Nutzerzahlen qualitativ und quantitativ sicherzustellen.
Es wird eine deskriptive und analysierende Vorgehensweise gewählt, die auf statistischen Datenquellen (GENESIS, SIS) und einer literaturbasierten Aufarbeitung raumordnungspolitischer Strategien und Konzepte basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Bestandsaufnahme der demographischen Lage, eine Definition infrastruktureller Anforderungen und eine kritische Untersuchung politischer Reaktionsmöglichkeiten, unterteilt in Bundes- und Landesmaßnahmen.
Zentrale Begriffe sind Demographischer Wandel, Infrastrukturpolitik, gleichwertige Lebensverhältnisse, Daseinsvorsorge, ländliche Entwicklung und regionale Anpassungsstrategien.
Die ländlichen Räume sind von einer Abwanderung junger Menschen und einer Überalterung geprägt, was die Finanzierung und Aufrechterhaltung der sozialen und technischen Grundversorgung durch sinkende Nutzerzahlen extrem erschwert.
Mehrgenerationenhäuser dienen als innovative, multifunktionale Einrichtungen, die durch ehrenamtliches Engagement dazu beitragen, soziale Infrastruktur lokal zu sichern, wo klassische Institutionen aufgrund des demographischen Drucks nicht mehr rentabel betrieben werden können.
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