Bachelorarbeit, 2009
54 Seiten, Note: 1,1
1 Ist das Deutsche auf dem Weg zur Pidgin-Sprache?
2 Der englisch-deutsche Sprachkontakt
2.1 Die Geschichte des englischen Spracheinflusses
2.2 Potentielle Ursachen für die Entlehnungsprozesse
3 Entlehnungen englischen Ursprungs
3.1 Die Klassifikation von Entlehnungen
3.2 Begriffsklärung: Was ist ein Anglizismus?
4 Forschungsüberblick: Anglizismen in der Pressesprache
4.1 Studien zu qualitativen und quantitativen Aspekten
4.2 Studien zur Funktion von Anglizismen
5 Das Nachrichtenmagazin Der Spiegel
5.1 Der Spiegel innerhalb der deutschen Medienlandschaft
5.2 Die Spiegel-Sprache
6 Ergebnisse der Untersuchung
6.1 Auszählungsgrundlagen
6.2 Häufigkeit von Anglizismen
6.3 Verteilung der Wortarten
6.4 Verteilung auf Sachbereiche
6.5 Die häufigsten Anglizismen
7 Das Englische in der deutschen Pressesprache der Gegenwart
Diese Arbeit untersucht den Einfluss des Englischen auf die deutsche Pressesprache der Gegenwart am Beispiel einer zufällig ausgewählten Ausgabe des Nachrichtenmagazins Der Spiegel. Das primäre Ziel besteht darin, die Häufigkeit, die grammatische Verteilung sowie die inhaltlichen Schwerpunkte der verwendeten Anglizismen zu analysieren, um so eine Bewertung des englischen Einflusses auf die deutsche Presse- und Allgemeinsprache vorzunehmen.
3.1 Die Klassifikation von Entlehnungen
In der Fachliteratur lassen sich zahlreiche Möglichkeiten finden, um die Vielzahl potentieller Lehnbeziehungen zwischen zwei Sprachen sinnvoll zu systematisieren. Weit verbreitet ist die Klassifikation von Betz, welcher sämtliches Lehngut zunächst nach der Herkunft des verwendeten Wortmaterials in zwei Hauptkategorien einteilt, wie in nachstehender Grafik ersichtlich ist:
In die erste Gruppe werden lexikalische Entlehnungen, die in Form von Fremd- oder assimilierten Lehnwörtern auftreten können, eingeordnet (vgl. Betz 1949: 26), wobei der Integrationsgrad des jeweiligen Lexems die Trennungsgrundlage zwischen Fremd- und Lehnwort darstellt. Die zweite Gruppe bilden semantische Entlehnungen, die sogenannten „Lehnprägung[en]“ (Betz 1949: 28), deren ursprüngliche Herkunft für den Laien oft nur schwer erkennbar ist, da sie mit heimischem Wortmaterial gebildet werden. Diese semantischen Entlehnungen können nach ihrer Bildungsweise weiter differenziert werden. Erhält ein in der Empfängersprache bereits vorhandenes Wort durch den Einfluss einer anderen Sprache eine neue Bedeutung, liegt eine Lehnbedeutung vor. Lexeme des Typs Lehnbildung, welcher nach dem Abhängigkeitsgrad von der Gebersprache in Lehnübertragung, Lehnübersetzung sowie Lehnschöpfung zerfällt, werden hingegen völlig neu mit heimischen Morphemen nach fremdsprachlichem Vorbild kreiert (vgl. Betz 1949: 27). Betz’ Terminologie ist in zahlreichen Studien zum englisch-deutschen Sprachkontakt aufgegriffen und für den Untersuchungsgegenstand entsprechend modifiziert worden (vgl. Yang 1990: 16; Kupper 2007: 27).
1 Ist das Deutsche auf dem Weg zur Pidgin-Sprache?: Einführung in die Debatte um die vermeintliche Verlotterung der deutschen Sprache durch Anglizismen und Abgrenzung des Untersuchungsgegenstands.
2 Der englisch-deutsche Sprachkontakt: Historischer Abriss des englischen Spracheinflusses und Analyse der sprachexternen sowie sprachinternen Ursachen für Entlehnungsprozesse.
3 Entlehnungen englischen Ursprungs: Erörterung theoretischer Klassifikationsmodelle für Lehnbeziehungen und eine wissenschaftliche Definition des Anglizismusbegriffs.
4 Forschungsüberblick: Anglizismen in der Pressesprache: Zusammenstellung und kritische Betrachtung bestehender Studien zu quantitativen, qualitativen und funktionalen Aspekten der Anglizismenverwendung in Zeitungen.
5 Das Nachrichtenmagazin Der Spiegel: Charakterisierung des Magazins innerhalb der deutschen Medienlandschaft und Einordnung des speziellen "Spiegel-Stils".
6 Ergebnisse der Untersuchung: Darstellung und Auswertung der empirischen Analyse zur Häufigkeit, Wortartverteilung und Sachbereichszuordnung der Anglizismen in der untersuchten Ausgabe.
7 Das Englische in der deutschen Pressesprache der Gegenwart: Abschließende Bewertung des englischen Einflusses und Einordnung der Ergebnisse in den Kontext des modernen Globalisierungsprozesses.
Anglizismen, Sprachkontakt, Pressesprache, Der Spiegel, Entlehnung, Sprachwandel, Fremdwort, Lehnwort, Hybridbildung, Medienkommunikation, Sprachkritik, Quantitative Analyse, Fachlexik, Globalisierung, Linguistik.
Die Arbeit analysiert den Einfluss der englischen Sprache auf die deutsche Pressesprache am Beispiel des Nachrichtenmagazins Der Spiegel anhand einer empirischen Untersuchung.
Die zentralen Felder umfassen die Geschichte des Sprachkontakts, die theoretische Klassifikation von Entlehnungen, den Forschungsstand zu Anglizismen in Zeitungen sowie die spezifische sprachliche Eigenheit des Nachrichtenmagazins Der Spiegel.
Das Ziel ist es, die Häufigkeit, die Wortartverteilung und die Verteilung auf verschiedene Sachbereiche des Magazins zu erfassen und daraus eine fundierte Aussage über den Einfluss des Englischen auf die heutige Presselandschaft zu treffen.
Es wird eine exemplarische quantitative Inhaltsanalyse einer ausgewählten Ausgabe des Spiegels durchgeführt, kombiniert mit einer theoretischen Aufarbeitung bestehender Fachliteratur.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Grundlagenteil (Begriffsdefinitionen, Forschungsüberblick) und einen empirischen Teil, in dem die Ergebnisse der Auszählung detailliert nach Häufigkeit, Wortarten und Sachbereichen ausgewertet werden.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Anglizismen, Sprachkontakt, Pressesprache, Medienkommunikation und Sprachwandel charakterisiert.
Der Spiegel wird als "Haupt-Einfallstor" für Anglizismen betrachtet, was ihn zu einem idealen und in der Forschung häufig genutzten Objekt für die Untersuchung der aktuellen Sprachentwicklung macht.
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass ein Untergang des Deutschen als eigenständige Sprache nicht zu befürchten ist, da die Sprache von einer Mischung aus Eigenem und Fremdem profitiert.
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