Bachelorarbeit, 2009
39 Seiten, Note: 2,3
1. Einführung
1.1. Problemstellung
1.2. Vorgehensweise
2. Risikoausgleichsysteme auf dem Markt von Krankenversicherungen
2.1. Wettbewerbsorientierung staatlicher Gesundheitssysteme
2.2. Implementierung von Risikoausgleichssystem zur Vermeidung von Risikoselektion
2.2.1. Risikoselektion im Markt von Krankenversicherungen
2.3. Ziele von Risikostruktur-Ausgleichssystemen
2.4. Ausgestaltungsoptionen von RSA Systemen
2.4.1. Soziodemographische Variablen
2.4.2. retrospektiv vs. prospektiv
2.4.3. Morbiditätsorientierung
2.5. Empirische Analysen zur Effektivität verschiedener RSA Modell-varianten
3. Der Risikostrukturausgleich in Deutschland
3.1. Die Implementierung des RSA in Deutschland
3.2. Über die historische Weiterentwicklung des RSA
3.3. Morbi RSA ab Jan 2009
3.4. Risikoselektion auf dem Markt der GKV
4. Bewertung des Morbi RSAs unter Berücksichtigung der Ergebnisse aus Kapitel
4.1. Beitragseinzug
4.2. Zusatzbeiträge
4.3. prospektive Ausgestaltung
4.4. Morbiditätswiedergabe
4.5. Disease Managment Programme
4.6. Multimorbidität
4.7. Upcoding
5. Fazit
Die Arbeit evaluiert die Anreizwirkungen des neuen, morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleichs (RSA) in der deutschen gesetzlichen Krankenversicherung und untersucht, ob die Auswahl von 80 spezifischen Krankheiten ausreicht, um die kassenindividuelle Risikostruktur unverzerrt abzubilden und Risikoselektion effektiv zu minimieren.
2.2.1. Risikoselektion im Markt von Krankenversicherungen
Im nächsten Abschnitt werden Selektionsmechanismen auf dem Markt von Versicherungsunternehmen und im Besonderen bei Krankenversicherungen näher dargestellt.
Allgemein wird unter Risikoselektion im Bereich von Versicherungen ein Auswahlprozess bezeichnet, durch den der vorhandene Versichertenstamm bzw. potentielle Versicherungsnehmer nach bestimmten Kriterien taxiert wird. Diese Informationen sollen dazu dienen, die eigene spezifische Risikostruktur der Versicherung in die gewünschte Richtung zu verändern (vgl. Kühn (1997), S. 74).
Eine Definition von Risikoselektion im Bereich von Krankenversicherungen findet sich bei Lauterbach und Wille: „Eine Selektion von positiven (negativen) Risiken liegt im weitesten Sinne vor, wenn die risikobereinigte Beitragszahlung, die eine Krankenkasse für einen Versicherten erhält, die erwarteten Ausgaben seiner Leistungsinanspruchnahme signifikant überschreitet (unterschreitet).“ (Lauterbach und Wille (2001), S. 223).
Risikoselektion ist generell erst möglich, wenn die Versicherer genügend Informationen besitzen, um eine valide Risikoschätzung zu betreiben. Das gängigste Modell zur Abschätzung wurde von Newhouse entwickelt (vgl. Newhouse (1989), S. 42):
Cit = ßX + ui + eit
Wobei: Cit Gesundheitskosten des Individuums i im Jahr t; ß Schätzparameter; X Vektor von erklärenden Variablen wie Alter, Geschlecht, etc.; ui Eine personenspezifische, zeitunabhängige Komponente der Varianz; eit Eine personenspezifische, zeitabhängige Komponente der Varianz
1. Einführung: Darstellung der Problemstellung bezüglich des Solidarprinzips und der Kassenwahlfreiheit sowie der Vorgehensweise der Arbeit.
2. Risikoausgleichsysteme auf dem Markt von Krankenversicherungen: Analyse theoretischer Grundlagen des Wettbewerbs und notwendiger Ausgleichssysteme zur Vermeidung von Risikoselektion.
3. Der Risikostrukturausgleich in Deutschland: Historischer Rückblick auf die Entwicklung des RSA in Deutschland und Details zum neuen Morbi-RSA ab 2009.
4. Bewertung des Morbi RSAs unter Berücksichtigung der Ergebnisse aus Kapitel: Kritische Evaluation der aktuellen Ausgestaltung des Morbi-RSA anhand spezifischer Parameter wie Beitragseinzug und Anreizwirkungen.
5. Fazit: Zusammenfassende Bewertung, dass die Reform gelungen ist, aber durch die Begrenzung auf 80 Krankheiten neue Anreizprobleme entstehen.
Risikostrukturausgleich, Morbi-RSA, Risikoselektion, Gesundheitsfonds, Krankenkassen, Gesetzliche Krankenversicherung, Solidarprinzip, Morbidität, Risikoadjustierung, Klassifikationsmodell, Gesundheitsökonomie, Wettbewerb, Leistungsinanspruchnahme, Managed Care, Upcoding.
Die Arbeit befasst sich mit dem deutschen Risikostrukturausgleich und dessen Reform zum 1. Januar 2009, um die Morbidität der Versicherten besser zu berücksichtigen.
Zentral sind der Wettbewerb zwischen Krankenkassen, Mechanismen der Risikoselektion und die Wirksamkeit morbiditätsorientierter Ausgleichsmodelle.
Ziel ist es zu evaluieren, ob das neue Morbi-RSA-Modell Anreize zur Risikoselektion erfolgreich minimiert und eine unverzerrte Abbildung der Risikostrukturen ermöglicht.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und der Auswertung versicherungsökonomischer Modelle zur Risikoklassifikation und Selektion.
Es werden die theoretischen Grundlagen von Risikoausgleichssystemen, die Historie des RSA in Deutschland und eine detaillierte Bewertung der neuen Komponenten ab 2009 analysiert.
Wichtige Begriffe sind Risikostrukturausgleich, Morbi-RSA, Risikoselektion, GKV, Gesundheitsfonds und Morbiditätsorientierung.
Diese Begrenzung lässt ein Restrisikoselektionspotential bestehen, da nicht die gesamte Ausgabenvarianz erfasst wird, was für Kassen neue Anreize zur Selektion schafft.
Upcoding stellt ein Manipulationsrisiko dar, bei dem Ärzte dazu animiert werden könnten, Diagnosen "schwerer" zu kodieren, um höhere Zuweisungen für die Krankenkasse zu erzielen.
DMPs dienen als Zwischenschritt zur Verbesserung der Versorgung chronisch Kranker, wurden aber mit Einführung des Morbi-RSA durch krankheitsspezifische Zuschläge ersetzt.
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