Masterarbeit, 2010
70 Seiten, Note: 1,3
Kapitel 1
Einführung
A. Einleitung
I. Die Gesellschaftliche Bedeutung des Fußballs
II. Profifußball als Wirtschaftsgut
B. Fiktives Fallbeispiel - Ausgangspunkt
Kapitel 2
Rechtliche Grundlagen
C. Europäisches Recht
I. Die europäische Sportpolitik vor und nach dem Vertrag von Lissabon
II. Relevante Urteilssprüche des EuGH in Bezug auf den Sport
III. Kapitalverkehrsfreiheit
D. Nationales Recht
I. Entwicklung von Profifußballvereinen
II. Rechtformwahl – Überblick
1. GmbH
2. GmbH & Co KGaA
3. AG
E. Verbandsrecht
I. Verbandsstruktur
II. Verbandsautonomie
III. Beschränkungen von Mehrheitsbeteiligungen (50+1-Regel)
IV. Vergleich der deutschen Regelung mit den europäischen Fußballligen
Kapitel 3
Analyse des Fallbeispiels
F. Vereinbarkeit der 50+1-Regel mit der Kapitalverkehrsfreiheit
I. Problemstellung
II. Anwendungsbereich
1. Persönlicher Anwendungsbereich
2. Sachlich-räumlicher Anwendungsbereich
III. Gewährleistung
IV. Schranken
V. Ergebnis
Kapitel 4
Lösungsvorschläge
G. Fazit
Die Arbeit analysiert die rechtliche Vereinbarkeit der sogenannten „50+1-Regel“ im deutschen Profifußball mit der durch den Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union (AEUV) garantierten Kapitalverkehrsfreiheit. Dabei wird untersucht, ob die durch den DFB und die DFL auferlegten Investitionsbeschränkungen eine unzulässige Hürde für den freien Kapitalverkehr darstellen und inwieweit diese durch die Verbandsautonomie gerechtfertigt werden können.
A. Einleitung
Bereits Anfang der 80er Jahre kritisierte die argentinische Trainerlegende Cesar Luis Menotti die bestehenden ökonomischen, politischen und gesellschaftlichen Dimensionen des Profifußballs. Heute – rund 30 Jahre später – hat sich der Fußball im ökonomischen Bereich weiter professionalisiert und in gigantischem Ausmaß weiterentwickelt. Das Gesamtvolumen des europäischen Fußballmarktes beziffert sich derzeit laut einer Studie von Deloitte & Touche auf 15,7 Milliarden Euro. Dieser Umfang dokumentiert den ökonomischen, aber auch den gesellschaftlichen Stellenwert, den Fußball gegenwärtig einnimmt. Darüber hinaus bescheinigen Fußballexperten dem Fußball ein weiteres Wachstumspotential. Einhergehend mit der Veränderung der Rahmenbedingungen in den letzten 30 Jahren, hat sich auch die Gesetzgebung dahingehend anpassen müssen.
Im gegenwärtigen „Post-Bosman-Zeitalter“ hat sich deshalb nicht nur die Rechtslage, sondern auch die Rechtsform der Vereine verändert: Aus Bundesligavereinen wurden meist Kapitalgesellschaften, im Fall Borussia Dortmund sogar börsennotiert. Ein Vergleich zeigt, dass die Rechtsformen der professionellen Fußballklubs in Deutschland mit denen des europäischen Auslands zu vergleichen und differenziert zu betrachten sind. Demnach dürfen milliardenschwere Investoren à la Roman Abramowitsch bspw. in der Premiere League oder der Primera División eine Mehrheitsbeteiligung an einem Profifußballklub erwerben, die es ihnen ermöglicht, den Spielerkader nach Belieben durch Spielerzukäufe aufzuwerten oder die Infrastruktur des Vereins mit Hilfe ihres erheblichen Kapitalaufkommens zu professionalisieren. In Deutschland hingegen ist es Kapitalanlegern nicht gestattet, die Stimmenmehrheit in den von Fußballvereinen gegründeten Kapitalgesellschaften zu übernehmen; dies untersagt die so genannte „50+1-Regel“. Dieser Umstand begründet wesentliche branchenspezifische Probleme bei der Beteiligung an Kapitalgesellschaften im Profifußball.
Kapitel 1: Diese Einführung beleuchtet die steigende ökonomische Bedeutung des Fußballs und führt ein fiktives Fallbeispiel ein, das den Konflikt zwischen Investitionsbedarf und der 50+1-Regel veranschaulicht.
Kapitel 2: Hier werden die rechtlichen Rahmenbedingungen analysiert, insbesondere die Entwicklung des europäischen Sportrechts, die Kapitalverkehrsfreiheit sowie die verschiedenen Rechtsformen und Strukturen von Profifußballvereinen in Deutschland.
Kapitel 3: Dieses Kapitel prüft detailliert, ob die 50+1-Regel die Kapitalverkehrsfreiheit des AEUV verletzt, wobei die Aspekte Anwendungsbereich, Gewährleistung, Schranken und das finale Ergebnis erörtert werden.
Kapitel 4: Der letzte Teil diskutiert konkrete Lösungsvorschläge für den beschriebenen Konflikt, um eine Vereinbarkeit mit geltendem Recht herzustellen, ohne den gemeinwohlorientierten Kern des Sports zu gefährden.
50+1-Regel, Kapitalverkehrsfreiheit, Verbandsautonomie, Profifußball, DFB, DFL, Europäisches Recht, AEUV, Wettbewerbsgleichheit, Kapitalgesellschaft, Investoren, Sportrecht, Wettbewerbsverzerrung, Vereinsrecht, Corporate Governance
Die Masterarbeit untersucht die rechtliche Zulässigkeit der im deutschen Profifußball verankerten 50+1-Regel im Hinblick auf das Europarecht, speziell die Kapitalverkehrsfreiheit.
Die Arbeit behandelt die ökonomische Entwicklung des Profifußballs, die Rechtsformen von Vereinen sowie die verbandsrechtlichen Vorgaben des DFB und der DFL im Spannungsfeld mit den Grundfreiheiten der EU.
Ziel ist es zu klären, ob die Beschränkung der Stimmenmehrheit durch Investoren in deutschen Fußball-Kapitalgesellschaften gegen das Verbot der Einschränkung des Kapitalverkehrs gemäß Art. 63 AEUV verstößt.
Die Arbeit stützt sich auf eine juristische Analyse, die ein fiktives Fallbeispiel nutzt, um die theoretischen Rechtsgrundlagen und die Anwendbarkeit des Europarechts auf sportverbandliche Regeln zu prüfen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Aufarbeitung der rechtlichen Grundlagen, die Untersuchung der Kapitalverkehrsfreiheit und die konkrete Analyse des fiktiven Fallbeispiels hinsichtlich der 50+1-Regel.
Wichtige Begriffe sind die Kapitalverkehrsfreiheit, Verbandsautonomie, 50+1-Regel, Wettbewerbsgleichheit (Competitive Balance) und das EU-Recht.
Der Autor hinterfragt die Wirksamkeit der Regel, da auch ohne Investoren eine zunehmende Schere zwischen armen und reichen Klubs zu beobachten ist, was das Argument der „Competitive Balance“ relativiert.
Der Autor skizziert vier Möglichkeiten, wobei er insbesondere eine Modifikation der Satzung favorisiert, die Ausnahmen unter strengen Auflagen für Investoren ermöglicht.
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