Diplomarbeit, 2010
59 Seiten
1 Motivation und Struktur der Arbeit
2 Begriff der Rationalität und Irrationalität
2.1 Entscheidungstheoretische Betrachtung
2.2 Betrachtung im Rahmen der Effizienzmarkthypothese
2.3 Grenzen der Arbitrage
3 Behavioral Finance
3.1 Grundlagen und Überblick
3.2 Prospect Theory
3.2.1 Wertfunktion der Prospect Theory
3.2.2 Framing
4 Untersuchungen empirischer Datensätze auf ausgewählte Anomalien
4.1 Disposition Effect
4.2 Feedback Trading
4.3 Home Bias
4.4 Weekend Effect
5 Kritik am Konzept der Behavioral Finance
6 Abschlussbetrachtung
Die Arbeit verfolgt das Ziel, eine fundierte Einführung in die Grundlagen der Behavioral Finance zu geben und mittels der Analyse ausgewählter Kapitalmarktanomalien aufzuzeigen, wie heuristische Methoden zur Untersuchung empirischer Daten eingesetzt werden können, um von der neoklassischen Theorie abweichendes Anlegerverhalten zu erklären.
3.2.1 Wertfunktion der Prospect Theory
Der Investor bewertet jede Investition nach ihrem subjektiv empfundenen Wert, indem er eine Wertfunktion der folgenden Form nutzt.
V(x,p;y,q) = π(p)v(x)+π(q)v(y)
Dabei ist:
V ermittelter subjektiver Wert in der Prospect Theory
π Wahrscheinlichkeitsgewichtungsfunktion die jeder Eintrittswahrscheinlichkeit p oder q ein Entscheidungsgewicht zu ordnet, das die Bedeutung von p für den subjektiven Wert V repräsentiert. Es ist kein Wahrscheinlichkeitsmaß.
v Funktion, welche den subjektiven Wert des Ergebnisses x oder y reflektiert.
x Ergebnis 1 eines Spieles mit zwei möglichen Ergebnissen
p Eintrittswahrscheinlichkeit von x
y Ergebnis 2 eines Spieles mit zwei möglichen Ergebnissen
q Eintrittswahrscheinlichkeit von y
1 Motivation und Struktur der Arbeit: Diese Einleitung erläutert die Relevanz der privaten Altersvorsorge und Vermögensbildung und führt in die Fragestellung ein, ob Privatanleger systematisch irrational handeln.
2 Begriff der Rationalität und Irrationalität: In diesem Kapitel wird der Begriff der Rationalität im Kontext der Entscheidungstheorie sowie der Effizienzmarkthypothese diskutiert und die Bedeutung der Grenzen der Arbitrage herausgearbeitet.
3 Behavioral Finance: Dieses Kapitel führt in das deskriptive Konzept der Behavioral Finance ein, beschreibt das veränderte Menschenbild und stellt insbesondere die Prospect Theory sowie das Phänomen des Framings vor.
4 Untersuchungen empirischer Datensätze auf ausgewählte Anomalien: Hier werden mittels empirischer Daten Methoden zur Identifikation und statistischen Überprüfung von Kapitalmarktanomalien wie dem Disposition Effect, Feedback Trading, Home Bias und Weekend Effect angewandt.
5 Kritik am Konzept der Behavioral Finance: Dieses Kapitel reflektiert die wissenschaftliche Debatte und Gegenargumente der Vertreter der neoklassischen Finanzierungstheorie zur Behavioral Finance.
6 Abschlussbetrachtung: Das abschließende Kapitel resümiert die Notwendigkeit einer interdisziplinären Forschung und stellt in einer Übersicht die zentralen Unterschiede zwischen der Behavioral Finance und der neoklassischen Finanzierungstheorie gegenüber.
Behavioral Finance, Rationalität, Irrationalität, Effizienzmarkthypothese, Prospect Theory, Disposition Effect, Feedback Trading, Home Bias, Weekend Effect, Arbitrage, Anlegerverhalten, Kapitalmarktanomalien, Altersvorsorge, Nutzenfunktion, Mental Accounting.
Die Arbeit untersucht das oft als irrational bezeichnete Verhalten von Privatanlegern am Kapitalmarkt und stellt dieses der normativen neoklassischen Finanzierungstheorie gegenüber.
Zu den Schwerpunkten zählen die Grundlagen der Behavioral Finance, die Analyse von Marktanomalien wie dem Disposition Effect, das Feedback Trading sowie der Home Bias und saisonale Effekte.
Das Ziel ist es, eine wissenschaftliche Einführung in die Behavioral Finance zu geben und zu zeigen, wie durch empirische Methoden systematische Abweichungen von der Rationalitätsannahme nachgewiesen werden können.
Die Arbeit nutzt Literaturüberblicke und wertet bestehende empirische Studien aus, wobei statistische Verfahren wie t-Tests, Regressionsanalysen und Binomialtests zur Anwendung kommen.
Der Hauptteil konzentriert sich auf die theoretischen Grundlagen der Behavioral Finance, insbesondere die Prospect Theory, sowie auf die detaillierte empirische Untersuchung von vier spezifischen Kapitalmarktanomalien.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Behavioral Finance, Kapitalmarktanomalien, Prospect Theory, Anlegerpsychologie und Arbitragegrenzen geprägt.
Der Homo oeconomicus handelt stets vollkommen rational, während reale Anleger durch Heuristiken, Emotionen und begrenzte Informationskapazitäten zu systematischen Fehlentscheidungen neigen, was die Markteffizienz beeinflusst.
Die Prospect Theory dient als wichtigstes deskriptives Modell, um die bei Privatanlegern beobachtbare Abweichung von der Erwartungsnutzentheorie sowie das Phänomen der Verlustaversion und des Framings zu erklären.
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