Diplomarbeit, 2009
96 Seiten, Note: "ausgezeichnet"
Einleitung
Kapitel I. Wesen und Gegenstand der Phraseologie
1.1. Begriffsdefinition
1.2. Die wichtigsten Merkmale von Phraseologismen
1.3. Probleme der Klassifikation der Phraseologismen
Kapitel II. Weltbild in der Sprache
2.1. Ansätze zur Beschreibung kollektiver Wissenssysteme
2.2. Phraseologie und Weltbild
2.2.1. Universales und Nаtionales im рhrаsеоlоgisсhen Weltbild
2.2.3. Die vergleichenden Methoden der Untеrsuсhung der phraseologischen Weltbilder in verschiedenen Sprachen
2.3.Äquivalenzbeziehungen in der Phraseologie
2.3.1. Definition des Terminus Äquivalenz
2.3.2.Die intralinguale Dimension bei der Äquivalenzgewinnung
2.3.3. Äquivalenzfaktoren
2.3.4. Gliederung der Äquivalenztypen
Kapitel III. Die phraseosemantischen Felder "Reichtum" und "Armut"
3.1. Die sozialwissenschaftliche Sicht von Reichtum und Armut
3.2. Die Konzepte „Reichtum“ und „Armut“
3.3. Die semantische Analyse der phraseosemantischen Felder "Reichtum" und "Armut"
3.4. Die Analyse der phraseosemantischen Felder "Reichtum" und "Armut" nach der Expressivität
3.5. Äquivalenzbeziehungen zwischen den Einheiten der phraseosemantischen Felder „Reichtum“ und „Armut“
Schlussfolgerung
Literaturverzeichnis
Ziel dieser Arbeit ist das Zusammentragen und die vergleichende Analyse deutscher, englischer und russischer Phraseologismen, die den Begriffen „Reichtum“ und „Armut“ zugeordnet sind. Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, wie diese Konzepte in den verschiedenen Sprachen phraseologisch verankert sind und welche Äquivalenzbeziehungen zwischen ihnen bestehen.
1.2. Die wichtigsten Merkmale von Phraseologismen
Einzelsprachliche Untersuchungen haben eine erstaunliche Übereinstimmung der wesentlichen Merkmale von Phraseologismen festgestellt. Als Gegenstand der Phraseologie gelten die Wendungen, die über die folgenden (obligatorischen oder/ und fakultativen) Merkmale verfügen: Idiomatizität oder Phraseologizität, Reproduzierbarkeit, komplizierte Struktur, Stabilität des grammatischen Aufbaues, feste Wortfolge, Lexikalisierung, Anomalie oder transformationelle Defektivität (Terminus von Fleischer), Sondergestalltung, Unübersetzbarkeit, funktional-stilistische und emotional- expressive Markiertheit, Bildhaftigkeit, semantische Transformiertheit (Desemantisierung), Nicht-Modellierbarkeit, Besonderheit der inneren Form, nicht festgeprägte Sätze u.a., die unterschiedlich im Bestand von Phraseologismen zum Ausdruck kommen.
Polylexikalität/Mehrgliedrigkeit: Die untere Grenze der Wortmenge eines Phraseologismus sind zwei Wörter, wobei keine Einigkeit besteht, ob diese Wörter Autosemantika und/oder Synsemantika sein müssen. Burger zählt jede feste Kombination von zwei Wörtern zur Phraseologie, so dass auch minimale Phraseologismen, die keine Autosemantika enthalten, mit eingeschlossen werden.
Festigkeit/Stabilität: Grundsätzlich bedeutet Festigkeit, dass ein Phraseologismus in einer bestimmten Kombination bekannt ist, die phraseologische Bedeutung kommt dann zustande, wenn die Wortverbindung in einer bestimmten morphosyntaktischen Ausprägung und einer bestimmten lexikalischen Besetzung formuliert wird. Im Gegensatz zu freien Wortverbindungen lassen sich die Elemente eines Phraseologismus "auf der syntagmatischen Ebene nicht frei kombinieren und auf der paradigmatischen Ebene nicht frei substituieren".
Kapitel I. Wesen und Gegenstand der Phraseologie: Erläutert die theoretischen Grundlagen der Phraseologie, definiert zentrale Begriffe wie Idiomatizität und Festigkeit und diskutiert Probleme der wissenschaftlichen Klassifikation.
Kapitel II. Weltbild in der Sprache: Untersucht den Zusammenhang zwischen kollektiven Wissenssystemen und Sprache und analysiert, wie sich kulturelle Sichtweisen im phraseologischen Weltbild niederschlagen.
Kapitel III. Die phraseosemantischen Felder "Reichtum" und "Armut": Führt eine detaillierte semantische und kontrastive Analyse der gewählten phraseologischen Felder in drei Sprachen durch und bewertet deren Äquivalenzgrade sowie Expressivität.
Phraseologie, Reichtum, Armut, Äquivalenz, Idiomatizität, Phraseologismus, Weltbild, Kontrastive Linguistik, Semantik, Expressivität, Lexikalisierung, Wortpaare, Idiome, Sprichwörter, Kultur
Die Arbeit beschäftigt sich mit der wissenschaftlichen Untersuchung von Phraseologismen im Deutschen, Englischen und Russischen, wobei der Schwerpunkt auf den Begriffen „Reichtum“ und „Armut“ liegt.
Die zentralen Themen umfassen die Definition von Phraseologismen, das sprachliche Weltbild, verschiedene Klassifikationsansätze sowie die semantische und kontrastive Analyse phraseologischer Einheiten.
Das primäre Ziel ist die vergleichende Analyse der phraseologischen Felder „Reichtum“ und „Armut“ sowie die Bestimmung von Äquivalenzbeziehungen zwischen den drei untersuchten Sprachen.
Es wird eine kontrastive Methode angewandt, die den Vergleich von Ausdrucks- und Inhaltsebenen in verschiedenen Sprachsystemen nutzt, ergänzt durch die Analyse von Wörterbüchern und theoretischer Fachliteratur.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, die methodische Erörterung des phraseologischen Weltbildes sowie die konkrete Untersuchung der phraseosemantischen Felder unter Berücksichtigung von Semantik und Expressivität.
Zu den Schlüsselbegriffen gehören neben dem Hauptthema „Phraseologie“ vor allem „Äquivalenz“, „Idiomatizität“, „sprachliches Weltbild“ und „kontrastive Linguistik“.
Während im Englischen oft wirtschaftliche Werte wie Kapital und Aktiva dominieren, zeigt das russische Bewusstsein eine starke Verbindung zu Luxus und Pracht, während das deutsche Bewusstsein stärker auf abstrakte Prosperität und Erfolg fokussiert.
Die Bildhaftigkeit ist eine zentrale Quelle der Expressivität von Phraseologismen. Ihr Erhalt oder ihre Veränderung bei der Übersetzung ist entscheidend für die Einordnung in verschiedene Äquivalenztypen.
Eckert/Günther führen hier Entlehnungsäquivalente (lautliche/graphische Übernahme) sowie Literaläquivalente (wörtliche Übersetzungen) als spezifische Kategorien an.
Expressivität ist ein maßgebliches Merkmal, das Phraseologismen von freien Wortverbindungen abgrenzt und durch Seme der Intensität sowie bildhafte Umdeutungen maßgeblich zur pragmatischen Wirkung beiträgt.
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