Diplomarbeit, 2008
129 Seiten, Note: 1,3
Psychologie - Klinische Psychologie, Psychopathologie, Prävention
1 Zusammenfassung
2 Einleitung
3 Hintergrund
3.1 Chronische Erschöpfung und Chronisches Erschöpfungssyndrom
3.1.1 Definition
3.1.2 Symptome
3.1.3 Gesunde vs. krankhafte Erschöpfung
3.1.4 Diagnostische Einordnung
3.1.5 Komorbidität und Differentialdiagnose
3.1.6 Epidemiologie
3.1.7 Beginn, Verlauf und Prognose
3.1.8 Ein integratives Störungsmodell
3.1.9 Diagnostisches Vorgehen
3.2 Diagnostische Verfahren
3.2.1 Interview
3.2.2 Verlaufsmessung
3.2.3 Fragebögen
3.2.3.1 Die Fatigue Severity Scale (FSS)
3.2.3.2 Die Schedule of Fatigue and Anergia (SOFA)
3.2.3.3 Die Checklist Individual Strengh (CIS)
3.2.3.4 Die Chalder Fatigue Scale (FQ/CFS/FS)
3.2.3.5 Der Fatigue Assessment Questionnaire (FAQ)
4 Forschungsintention und Fragestellung
4.1 Forschungsintention
4.2 Fragestellung und Hypothesen
5 Methode
5.1 Versuchspersonen
5.2 Instrumente
5.2.1 Diagnostisches Interview
5.2.1.1 Das SKID-I
5.2.1.2 Das Mini-DIPS
5.2.2 Fragenbogenkatalog
5.2.2.1 Der Soziodemographische Fragebogen
5.2.2.2 Das SOMS-7T
5.2.2.3 Die FS
5.2.2.4 Der FAQ
5.2.2.5 Der BDI-II
5.3 Durchführung
5.4 Statistische Analysen
5.4.1 Skalenkonstruktion
5.4.2 Charakterisierung der Stichprobe
5.4.3 Reliabilitätsanalysen
5.4.4 Itemanalyse
5.4.5 Validitätsanalysen
5.4.5.1 Überprüfung der Faktoriellen Validität
5.4.5.2 Überprüfung der Konstruktvalidität
5.4.5.2.1 Güte der Schweregradskala: Überprüfung der konvergenten und diskriminanten Validität
5.4.5.2.2 Güte der Fallidentifikationsskala: Vergleich der FS mit verschiedenen Außenkriterien
5.4.5.2.3 Überprüfung der Konstruktvalidität anhand operationalisierter Hypothesen
5.4.5.3 Überprüfung der Kriteriumsvalidität
5.4.6 Analyse von Sensitivität und Spezifität
5.4.7 Berechnung von Prozenträngen
6 Ergebnisse
6.1 Charakterisierung der Stichprobe
6.1.1 Soziodemografische Deskription
6.1.2 Klinische Deskription
6.2 Reliabilität der FS
6.3 Itemanalyse
6.4 Validität
6.4.1 Faktorielle Validität
6.4.2 Güte der Schweregradskala
6.4.2.1 Konvergente Validität
6.4.2.2 Diskriminante Validität
6.4.3 Güte der Fallidentifikationsskala
6.4.3.1 Zusammenhang der FS mit dem Neurastheniemaß
6.4.3.2 Zusammenhang der FS mit der Unspezifischen Somatoformen Störung
6.4.3.3 Zusammenhang der FS mit dem Depressionsmaß
6.4.4 Überprüfung der Konstruktvalidität anhand operationalisierter Hypothesen
6.4.5 Kriteriumsvalidität
6.5 Überprüfung von Sensitivität und Spezifität
6.6 Berechnung von Prozenträngen
6.7 Post-Hoc-Analysen
6.7.1 Analyse der Abweichungen zwischen den CF-Case-Variablen Test und Retest
6.7.2 Reanalysen des Zusammenhangs zwischen Erschöpfung und Neurasthenie
6.7.3 Reanalysen des Zusammenhangs zwischen FS und BDI
7 Diskussion
Ziel der Arbeit ist die psychometrische Fundierung der „Fatigue Skala“, einer deutschen Übersetzung der „Chalder Fatigue Scale“. Dabei soll untersucht werden, ob das Instrument reliabel und valide Erschöpfungssymptomatiken im deutschen Sprachraum messen kann und sich für den klinischen Einsatz eignet.
3.1.3 Gesunde vs. krankhafte Erschöpfung
Erschöpfung und Müdigkeit gehören aus physiologischer Sicht zu den lebenserhaltenden Regulationsmechanismen des Körpers, da sie den Menschen ähnlich wie Schmerz vor Überlastung schützen. Sie regulieren also im Normalfall den ausgewogenen Zyklus von Aktivität und Entspannung, indem sie zum angemessenen Zeitpunkt ein Ruhe- bzw. Schonverhalten initiieren, was sich meistens in dem Tag-Nacht-Rhythmus widerspiegelt.
Die gesunde Form der Müdigkeit wird deshalb auch oft als angenehm und entspannend wahrgenommen. Selbst wenn eine Periode verstärkter Erschöpfung vorkommt, kann diese in den meisten Fällen auf bestimmte Phasen von Stress, Überarbeitung, wenig Schlaf o. Ä. zurückgeführt werden. Die Erschöpfung wird deshalb als begründet angesehen und der Betroffene weiß genau, dass sie durch Erholung und Ruheverhalten wieder ausgeglichen werden kann. Aus diesem Grund werden Ärzte äußerst selten mit dieser „gesunden Erschöpfung“ konsultiert (Campling & Sharpe, 2000, S. 14).
Im Unterschied dazu wird die anhaltende, klinisch relevante Erschöpfung meist als lästig und quälend empfunden. Dadurch, dass der Erschöpfungszustand sich nicht wie bei gesunden Personen durch Ruhe bzw. Schlaf beheben lässt, dauert er ständig an und wirkt sich negativ auf den Körper, die Gefühle bzw. die Stimmung und auf die geistigen Funktionen aus (Faust, o.J.).
Des Weiteren werden auch quantitative Unterschiede beschrieben, das heißt, die Patienten sprechen oft von einer überdurchschnittlich starken Erschöpfung in Form von ständiger Mattheit, Schwäche und Abgeschlagenheit, ähnlich einer Grippe, die Leistungen oder Anstrengungen jeglicher Art verhindert. Es wird berichtet, dass es eine völlig andere Erschöpfungserfahrung im Vergleich zu früheren Perioden darstelle und tatsächlich ein richtiges Krankheitsgefühl auftrete (Campling & Sharpe, 2000, S. 14).
1 Zusammenfassung: Dieses Kapitel bietet einen Überblick über das Ziel der Arbeit, die psychometrische Fundierung der Fatigue Skala, und fasst die wesentlichen Ergebnisse hinsichtlich Reliabilität und Validität zusammen.
2 Einleitung: Hier wird die Relevanz der Erfassung von Erschöpfungszuständen dargestellt und das Ziel der Arbeit, die Adaptation der Chalder Fatigue Scale für den deutschen Sprachraum, begründet.
3 Hintergrund: Dieses Kapitel beleuchtet theoretische Aspekte chronischer Erschöpfung, ihre Abgrenzung zu anderen Krankheitsbildern und stellt bestehende diagnostische Verfahren vor.
4 Forschungsintention und Fragestellung: In diesem Kapitel werden das wissenschaftliche Ziel der Studie sowie die konkreten Forschungsfragen und Hypothesen definiert.
5 Methode: Dieses Kapitel beschreibt das Studiendesign, die klinische Stichprobe, die verwendeten Instrumente (Interviews und Fragebögen) sowie das Vorgehen bei der Durchführung und den statistischen Analysen.
6 Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die empirischen Befunde, inklusive der Deskription der Stichprobe, Reliabilitätskennwerte, Faktorenanalysen sowie Validitätsprüfungen.
7 Diskussion: Dieses Kapitel interpretiert die Ergebnisse kritisch, vergleicht sie mit der internationalen Literatur und leitet Implikationen für die zukünftige klinische Anwendung ab.
Fatigue Skala, Chronische Erschöpfung, Psychometrie, Reliabilität, Validität, klinische Diagnostik, Somatoforme Störungen, Fragebogen, Sensitivität, Spezifität, psychische Gesundheit, Erschöpfungssyndrom, Messinstrument, psychologische Testung.
Die Arbeit befasst sich mit der psychometrischen Fundierung der „Fatigue Skala“ (FS), einer deutschen Übersetzung der international etablierten „Chalder Fatigue Scale“.
Die zentralen Themen sind die Erfassung chronischer Erschöpfung, deren Abgrenzung zu anderen Störungsbildern wie Depression oder Somatisierungsstörungen sowie die statistische Prüfung eines Fragebogens als diagnostisches Instrument.
Das Hauptziel ist es, die FS für den deutschen Sprachraum zu validieren, ihre Gütekriterien (Reliabilität, Validität, Sensitivität/Spezifität) zu bestimmen und zu belegen, dass sie ein verlässliches Instrument für die klinische Praxis darstellt.
Die Autorin führte eine klinische Untersuchung an 100 Patienten durch, nutzte strukturierte klinische Interviews (SKID-I, Mini-DIPS) und legte eine Testbatterie aus neun verschiedenen Fragebögen vor, deren Daten mittels SPSS analysiert wurden.
Im Hauptteil werden zunächst der theoretische Hintergrund zur Chronischen Erschöpfung und die Erhebungsmethodik beschrieben. Anschließend folgen die statistische Itemanalyse, die Bestimmung der internen Konsistenz, die Faktorenanalyse und Validitätsprüfungen.
Wichtige Begriffe sind Fatigue Skala, Chronische Erschöpfung, Reliabilität, Validität, klinische Diagnostik und die Abgrenzung zu affektiven sowie somatoformen Störungen.
Da starke Erschöpfung ein häufiges Begleitsymptom von Depressionen ist, muss das Messinstrument FS sicherstellen können, dass es primär Erschöpfungszustände erfasst und nicht fälschlicherweise depressive Symptome misst.
Die ROC-Analyse wird verwendet, um die Vorhersagekraft der FS zu prüfen und zu ermitteln, welche Cutoff-Werte am besten geeignet sind, um klinisch bedeutsam erschöpfte Patienten von nicht-erschöpften Personen zu unterscheiden.
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