Diplomarbeit, 2002
113 Seiten, Note: gut
1. Einleitung
2. Kommunikation
2.1. Verschiedene Dimensionen der Kommunikation
2.2. Die Merkmale computervermittelter Kommunikation
3. Kommunikationsdienste im Internet
3.1. Synchrone Kommunikation
3.1.1. Chats
3.1.1.1. Teilnahmevoraussetzungen und Ablauf
3.1.1.2. Themen
3.1.1.3. Die Besonderheiten der Chat-Kommunikation
3.1.2. MUDs
3.1.2.1. Teilnahmevoraussetzungen und Ablauf
3.1.2.2. Themen
3.1.2.3. Die Besonderheiten von MUDs
3.2. Asynchrone Kommunikation
3.2.1. E-Mail
3.2.1.1. Teilnahmevoraussetzungen und Ablauf
3.2.1.2. Arten von E-Mails
3.2.1.3. Die Besonderheiten der E-Mail-Kommunikation
3.2.2. Mailinglisten
3.2.2.1. Teilnahmevoraussetzungen und Ablauf
3.2.2.2. Themen
3.2.2.3. Die Besonderheiten der Mailinglisten-Kommunikation
3.2.3. Newsgroups
3.2.3.1. Teilnahmevoraussetzungen und Ablauf
3.2.3.2. Struktur und Themen
3.2.3.3. Die Besonderheiten der Newsgroup-Kommunikation
3.2.3.4. Rollen in der Gruppe
3.2.3.4.1. Der passive Beobachter
3.2.3.4.2. Der aktive Teilnehmer
3.2.4. Das World Wide Web (WWW)
3.2.4.1. Teilnahmevoraussetzungen
3.2.4.2. Struktur und Themen
3.2.4.3. Die Besonderheiten des World Wide Web
4. Die netzspezifische Sprache
5. Soziale Normen im Internet – die Netiquette
5.1. Verhaltensnormen in Newsgroups
5.2. Verhaltensnormen in Chats
6. Virtuelle Räume
7. Thesen zur computervermittelten Kommunikation
7.1. Weltweite Kommunikation
7.2. Gleichheit
7.3. Demokratisierung
7.4. Depersonalisierte Kommunikation
7.5. Unverbindlichkeit von Sozialbeziehungen
7.6. Fazit
8. Soziale Formationen
8.1. Gemeinschaften
8.1.1. Der Begriff der Gemeinschaft
8.1.2. Die Anwendbarkeit auf das Internet
8.2. Gruppen
8.2.1. Der Begriff der Gruppe
8.2.2. Die Anwendbarkeit auf das Internet
8.3. Soziale Netzwerke
8.3.1. Der Begriff des sozialen Netzwerks
8.3.2. Die Anwendbarkeit auf das Internet
9. Studie „Die Sozialwelt des Internet“
10. Virtuelle Gemeinschaften
10.1. Howard Rheingold und das WELL
10.2. Kritik an Rheingolds These
10.3. Virtuelle Gemeinschaften aus heutiger Sicht
11. Zusammenfassung und Ausblick
Die Arbeit untersucht das Internet als Medium für zwischenmenschliche Kommunikation. Dabei steht die Forschungsfrage im Vordergrund, inwieweit computervermittelte Kommunikation soziale Prozesse beeinflusst, die Entstehung neuer Sozialgebilde fördert und wie sich die Kommunikation im Netz von traditionellen Formen unterscheidet.
2.2. Die Merkmale computervermittelter Kommunikation
Als natürliche Grundform zwischenmenschlicher Kommunikation gilt die Face-to-Face-Situation, bei der sich die Kommunizierenden zur gleichen Zeit am gleichen Ort befinden. Dabei sind alle Sinne (sehen, hören, riechen, schmecken, fühlen) beteiligt. Durch Kommunikationsmedien ist es möglich, mit räumlich entfernten Personen in Kontakt zu treten. Computervermittelte Kommunikation bzw. Netzkommunikation ist eine Form der medial vermittelten Telekommunikation, bei der vernetzte Computer als Kommunikationsmedien fungieren. Gemeinsam ist allen Formen computervermittelter Kommunikation (CMC), dass sie von anderen Formen medialer Telekommunikation abweichen.
Computervermittelte Kommunikation weist folgende Merkmale auf:
Ortsungebundenheit: Die Kommunikation ist nicht an reale Orte gebunden. Überall, wo sich ein Computer mit Internetzugang befindet, kann computervermittelte Kommunikation stattfinden. Die Distanzen zwischen den Teilnehmern werden mit Hilfe des Mediums überwunden. Dadurch entfällt die Nicht-Anwesenheit im geographischen Sinne als Ausschlusskriterium und es ist nicht mehr unmöglich, an mehreren Kommunikationsgruppen gleichzeitig teilzunehmen.
Zeitunabhängigkeit: Der Großteil der internetbasierten Kommunikationsdienste ist asynchron. Damit entfällt die Notwendigkeit, zu gleichen Zeit „anwesend“ zu sein.
Entkörperlichung: Im virtuellen Raum findet die Kommunikation entkörperlicht statt – die Interaktionspartner sind nicht körperlich, sondern nur noch als Zeichen „anwesend“. Deswegen entfallen die nichtsprachlichen Elemente der Kommunikation (Gestik und Mimik) bzw. müssen künstlich erzeugt werden, zum Beispiel durch eine netzspezifische Sprache. Aufgrund der Entkörperlichung der Kommunikation kann kein körperlicher Zwang ausgeübt werden und die Androhung von körperlicher Gewalt ist wirkungslos.
1. Einleitung: Die Einleitung umreißt die Entwicklung des Internet vom wissenschaftlichen Spezialwerkzeug zum Massenmedium und stellt die Struktur der Arbeit sowie die untersuchten Kommunikationsdienste vor.
2. Kommunikation: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Kommunikation und arbeitet deren zentrale Dimensionen wie räumlich-zeitliche Faktoren und den Informationsfluss heraus.
3. Kommunikationsdienste im Internet: Hier werden synchrone (Chat, MUDs) und asynchrone (E-Mail, Mailinglisten, Newsgroups, WWW) Dienste anhand von Teilnahmevoraussetzungen, Abläufen und Besonderheiten detailliert analysiert.
4. Die netzspezifische Sprache: Dieses Kapitel behandelt die Entwicklung einer speziellen Zeichensprache (Emoticons, Aktionswörter, Abkürzungen), die den Mangel an nonverbaler Kommunikation in virtuellen Umgebungen ausgleichen soll.
5. Soziale Normen im Internet – die Netiquette: Es wird untersucht, wie sich im Internet informelle Verhaltensregeln gebildet haben und wie die Sanktionierung von Regelverstößen in Foren wie Newsgroups und Chats funktioniert.
6. Virtuelle Räume: Das Kapitel diskutiert das veränderte Raumverhältnis durch das Internet und die theoretische Fundierung des Begriffs „Cyberspace“.
7. Thesen zur computervermittelten Kommunikation: Hier werden gängige Thesen (Weltweite Kommunikation, Gleichheit, Demokratisierung, Depersonalisierung) hinsichtlich ihrer soziologischen Belastbarkeit kritisch hinterfragt.
8. Soziale Formationen: Es wird untersucht, inwieweit klassische soziologische Konzepte wie „Gemeinschaft“, „Gruppe“ und „Netzwerk“ auf die sozialen Beziehungen im Internet übertragbar sind.
9. Studie „Die Sozialwelt des Internet“: Dieses Kapitel präsentiert die Ergebnisse einer empirischen Untersuchung, die persönliche Netzwerke von Internetnutzern analysiert hat.
10. Virtuelle Gemeinschaften: Das Kapitel beleuchtet den von Howard Rheingold geprägten Begriff, dessen theoretische Kritik und die heutige Bedeutung von Online-Communities.
11. Zusammenfassung und Ausblick: Diese Sektion resümiert die wichtigsten Erkenntnisse der Arbeit und reflektiert über die Rolle sozialer Prozesse bei der Nutzung technischer Kommunikationsmittel.
Computervermittelte Kommunikation, Internet, Netiquette, Soziale Netzwerke, Virtuelle Gemeinschaften, Chat, Newsgroups, E-Mail, Online-Kommunikation, Soziale Normen, Sozialisation, Digitale Kommunikation, Gruppenkommunikation, Soziologie, Technikfolgenabschätzung.
Die Arbeit analysiert das Internet als Medium für zwischenmenschliche Kommunikation und untersucht die sozialen Auswirkungen, die sich aus der Nutzung internetbasierter Dienste ergeben.
Zentrale Themen sind die verschiedenen Internet-Kommunikationsdienste, die Entstehung einer netzspezifischen Sprache, die Etablierung sozialer Normen (Netiquette) sowie soziologische Begriffe zur Beschreibung sozialer Formationen im Netz.
Die Arbeit untersucht, wie sich Kommunikation im digitalen Raum von direkter Face-to-Face-Kommunikation unterscheidet und ob sich im Internet tatsächlich neue „virtuelle Gemeinschaften“ bilden oder ob es sich eher um eine Ergänzung realer Sozialstrukturen handelt.
Neben einer theoretischen Fundierung durch soziologische Klassiker (wie Tönnies oder Simmel) nutzt die Arbeit eine empirische Fallstudie („Die Sozialwelt des Internet“), die Interviews und Netzwerkanalysen verwendet.
Der Hauptteil deckt die technische Funktionsweise und die soziale Praxis in Chats, Newsgroups und dem World Wide Web ab, gefolgt von einer kritischen Prüfung gängiger Thesen über Demokratisierung und Gleichheit im Netz.
Die Arbeit ist im Bereich der Mediensoziologie angesiedelt; wichtige Begriffe sind Online-Kommunikation, virtuelle Gemeinschaften, soziale Netzwerke und die Auswirkungen technischer Rahmenbedingungen auf menschliches Verhalten.
Synchrone Dienste (z.B. Chats) erfordern die gleichzeitige Anwesenheit der Teilnehmer, während asynchrone Dienste (z.B. E-Mail, Newsgroups) eine zeitversetzte Kommunikation ermöglichen und Nachrichten für den Abruf zwischenspeichern.
Die Netiquette dient als informelles Regelwerk, das zeigt, dass auch im virtuellen Raum soziales Handeln an Normen gebunden ist und dass Nutzer bei Fehlverhalten (z.B. „Flooding“ oder „Flaming“) soziale oder technische Sanktionen zu erwarten haben.
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