Bachelorarbeit, 2010
90 Seiten, Note: 1,7
EINLEITUNG
TEIL A: DIE GENDER-THEMATIK IM KINDERGARTEN
1 DIE STRATEGIE DES GENDER MAINSTREAMING
1.1 DEFINITION
1.2 HERKUNFT UND GESETZLICHE GRUNDLAGEN
2 AKTUALITÄT DES GENDER MAINSTREAMING IM KINDERGARTEN
3 DIE WAHRNEHMUNG DES VERHALTENS VON MÄDCHEN UND JUNGEN
3.1 KONFLIKTVERHALTEN UND AGGRESSIONEN
3.2 SPIELVERHALTEN UND INTERESSENLAGEN
3.3 DIE INTERAKTION MIT DEN ERZIEHERINNEN
4 DIE ENTWICKLUNG DER GESCHLECHTSIDENTITÄT
4.1 DEFINITION
4.2 BIOLOGISCHE FAKTOREN
4.3 ENTWICKLUNGSPSYCHOLOGISCHE KONZEPTE
4.3.1 Lerntheorien
4.3.2 Modelle von Piaget und Kohlberg
4.4 DIE ENTWICKLUNG VON GESCHLECHTSIDENTITÄT ALS SOZIALISATIONSPROZEß
4.4.1 Die Bedeutung von Vater und Mutter
4.4.2 Die Bedeutung von Frauen und Männern im Kindergarten
4.4.2.1 Frauen im Arbeitsfeld Kindergarten
4.4.2.2 Männer im Arbeitsfeld Kindergarten
4.5 FAZIT
5 DIE AUSBILDUNG ZUR ERZIEHERIN
5.1 TÄTIGE PERSONEN IM BEREICH KINDERGARTEN
5.2 GENDERKOMPETENZ
5.2.1 Definition
5.2.2 Die Ausbildung zur Erzieherin unter dem Aspekt der Gender-Thematik
5.3 BIOGRAFIEARBEIT UND SELBSTREFLEXION IN DER ERZIEHERAUSBILDUNG
5.4 FORT- UND WEITERBILDUNGEN
5.5 FAZIT
6 GESCHLECHTSDIFFERENZIERTE PÄDAGOGIK IM KINDERGARTEN
6.1 WAS ZEICHNET GESCHLECHTSDIFFERENZIERTE PÄDAGOGIK AUS?
6.2 KONKRETE MÖGLICHKEITEN DER UMSETZUNG
6.3 DIE ZUSAMMENARBEIT IM TEAM
6.3.1 Männer und Frauen im Kindergartenteam
6.3.2 Die gesellschaftliche Anerkennung des Erziehers und der Erzieherin
7 ZUSAMMENFASSUNG DES THEORETISCHEN TEILS
TEIL B: PLANUNG UND DURCHFÜHRUNG DER UNTERSUCHUNG
1 DAS FORSCHUNGSANLIEGEN
2 DARSTELLUNG DER UNTERSUCHUNGSMETHODE
2.1 DER FRAGEBOGEN ALS UNTERSUCHUNGSINSTRUMENT
2.2 AUFBAU UND KONSTRUKTION DES FRAGEBOGENS
2.2.1 Wahrnehmung geschlechtsspezifischer Stereotype bei Kindern im Kindergartenalter (Fragen 0-5)
2.2.2 Erfahrungen mit Biographiearbeit bezogen auf die Gender-Thematik (Fragen 6-11)
2.2.3 Die pädagogischen Handlungsfelder im Fokus der Gender-Thematik
3 DIE DURCHFÜHRUNG DER UNTERSUCHUNG
3.1 AUSWAHL DER TEILNEHMENDEN EINRICHTUNGEN
3.2 VERTEILUNG UND ABHOLUNG DER FRAGEBÖGEN
3.3 RÜCKLAUFQOUTE
3.4 QUALITATIVE RESONANZ UND BESONDERHEITEN
TEIL C: AUSWERTUNGSVERFAHREN UND ERGEBNISSE
1 AUSWERTUNGSMETHODIK
2 GESAMTHEIT DER ERHEBUNG
3 AUSWERTUNGSBEREICHE
3.1 WAHRNEHMUNG GESCHLECHTSSPEZIFISCHER STEREOTYPE (FRAGEN 0-5)
3.2 ERFAHRUNGEN MIT BIOGRAFIEARBEIT UND SELBSTREFLEXION BEZOGEN AUF DIE GENDER-THEMATIK (FRAGEN 6-11)
3.3 MÄNNER IM ARBEITSFELD KINDERGARTEN (FRAGEN 12-17)
3.4 DIE PÄDAGOGISCHEN HANDLUNGSFELDER IM FOKUS DER GENDER-THEMATIK
4 ZUSAMMENFASSUNG DES EMPIRISCHEN TEILS
5 FAZIT UND AUSBLICK
6 KRITISCHE REFLEXION
Die vorliegende Arbeit untersucht die Relevanz geschlechtsdifferenzierter Pädagogik in Kindergärten, die überwiegend von weiblichen Teams geprägt sind. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert darauf, ob eine geschlechtsspezifische Erziehung unter der Bedingung der quasi Geschlechtshomogenität der pädagogischen Teams möglich ist und welche Bedeutung dabei der Genderkompetenz sowie der biografischen Selbstreflexion der Erzieherinnen zukommt.
3.1 Konfliktverhalten und Aggressionen
Von Erzieherinnen wird oft berichtet, daß Mädchen Konflikte eher auf verbaler Ebene zu lösen versuchen, dabei jedoch nicht selten verletzend und herablassend werden können. Zudem würden sie schneller bei Erwachsenen Unterstützung suchen und Konflikte auf diese Art öffentlich machen.
Jungen hingegen werden eher laute und körperlich aggressive Konfliktlösestrategien nachgesagt, bei denen auf Schwächere kaum Rücksicht genommen wird. Hinzu käme eine deutliche Eskalationsbereitschaft, die eine „gütliche“ Einigung mit den Konfliktpartnern ab einem bestimmten Punkt nur noch schwer möglich erscheinen lasse.
Bei beiden Geschlechtern gleichermaßen beliebt scheinen „Wenn-dann-Strategien“ zu sein (die Kinder sich vermutlich von den Erwachsenen abgeschaut haben). Auch hier könnte man sagen, daß mehrheitlich Mädchen bei der Anwendung dieser Strategie ihrem Kontrahenten (und sich selbst) eine Art Notausgang aufzeigen, ihren „Erpressungsversuch“ quasi mit einem Bonbon als Lockangebot garnieren; dadurch hat das Gegenüber zumindest die Illusion eine Wahl zu haben und die Möglichkeit sein Gesicht zu wahren. Die Deeskalation kann so oft vermieden werden.
1 DIE STRATEGIE DES GENDER MAINSTREAMING: Einführung in das Konzept des Gender Mainstreaming als gleichstellungspolitische Strategie und dessen Übertragung auf den gesellschaftlichen Kontext.
2 AKTUALITÄT DES GENDER MAINSTREAMING IM KINDERGARTEN: Diskussion der Bedeutung von Geschlechtergerechtigkeit in der zunehmend institutionalisierten frühkindlichen Bildung.
3 DIE WAHRNEHMUNG DES VERHALTENS VON MÄDCHEN UND JUNGEN: Deskriptive Analyse geschlechtsspezifischer Verhaltensmuster und deren Interaktion mit pädagogischen Bezugspersonen.
4 DIE ENTWICKLUNG DER GESCHLECHTSIDENTITÄT: Theoretische Auseinandersetzung mit biologischen, kognitiven und sozialisationsbasierten Faktoren der Identitätsbildung im Kindesalter.
5 DIE AUSBILDUNG ZUR ERZIEHERIN: Betrachtung der aktuellen Qualifikationsanforderungen, insbesondere hinsichtlich Genderkompetenz und biografischer Selbstreflexion im Rahmen der Ausbildung.
6 GESCHLECHTSDIFFERENZIERTE PÄDAGOGIK IM KINDERGARTEN: Konkrete Ansätze und Herausforderungen bei der Umsetzung geschlechtsbewusster Pädagogik unter Berücksichtigung der Teamdynamik.
Gender Mainstreaming, Geschlechtsidentität, Kindergartenpädagogik, Genderkompetenz, Sozialisation, Erzieherausbildung, Rollenstereotype, Biografische Selbstreflexion, Geschlechtergerechtigkeit, pädagogische Fachkräfte, Konfliktverhalten, Identitätsbildung, männliche Erzieher, Geschlechtsdifferenzierung, frühkindliche Erziehung.
Die Bachelorarbeit beleuchtet die geschlechtsspezifische Pädagogik im Kindergarten und hinterfragt, wie das meist rein weibliche Personal auf die Identitätsentwicklung von Mädchen und Jungen einwirkt.
Zu den Schwerpunkten gehören Gender Mainstreaming, die Entwicklung der Geschlechtsidentität, die Rolle der Erzieherinnenausbildung sowie die Bedeutung von männlichen Vorbildern im Kindergarten.
Das Ziel ist es, zu analysieren, ob eine geschlechtsspezifische Förderung trotz homogener (weiblicher) Teams möglich ist und welche Rolle die Reflexion eigener Sozialisationserfahrungen dabei spielt.
Der Autor führt eine quantitative Befragung mittels Fragebögen bei Erzieherinnen und Erziehern in verschiedenen Kindergärten durch, um Daten über die praktische Umsetzung gender-orientierter Ansätze zu gewinnen.
Im Hauptteil werden sowohl theoretische Konzepte zur Geschlechtsentwicklung als auch eine empirische Auswertung vorgenommen, die zeigt, wie Fachkräfte Stereotype wahrnehmen und mit Gender-Themen im Alltag umgehen.
Die Arbeit lässt sich vor allem mit den Begriffen Gender Mainstreaming, Geschlechtsidentität, Genderkompetenz, Rollenstereotype und Biografische Selbstreflexion beschreiben.
Die große Mehrheit der Befragten (ca. 95%) befürwortet den Einsatz männlicher Fachkräfte, da diese für Kinder wichtige alternative Orientierungsfiguren darstellen könnten.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass geschlechtsdifferenzierte Pädagogik auch in rein weiblichen Teams möglich ist, sofern die Fachkräfte über die notwendige Genderkompetenz und Reflexionsfähigkeit verfügen.
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