Bachelorarbeit, 2009
41 Seiten, Note: 2,7
1. Einleitung
2. Die Entwicklung der Fußball-Bundesliga
3. Besonderheiten und Absatzmärkte des Gutes Profifußball
4. Die Produktionsfunktion eines Bundesligavereins
5. Der Produktionsfaktor Arbeit
5.1. Merkmale
5.2. Die Entwicklung der Spielergehälter
5.3. Der Einfluss des Bosman-Urteils
6. Die Verteilung der Spielstärken
7. Die Zielfunktion eines Bundesligavereins
8. Die Möglichkeiten regulierender Eingriffe
8.1. Gründe für eine Regulierung aus Sicht der Bundesliga
8.2. Draft-Verfahren
8.3. Salary Caps
8.4. Einnahmenverteilung
8.5. Ein gesamtwirtschaftlicher Regulierungsbedarf
9. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die wirtschaftliche Entwicklung der deutschen Fußball-Bundesliga mit dem primären Fokus auf die Frage, ob ein Salary-Cap ein geeignetes Regulierungsinstrument zur Begrenzung der Spielergehälter und zur Sicherung eines sportlichen Wettbewerbsgleichgewichts darstellt.
5.3. Der Einfluss des Bosman-Urteils
Ursprünglich machte es für einen Verein keinen Unterschied ob er einen Spieler trotz laufenden Vertrags oder einen Spieler nach Vertragsende von einem anderen Verein verpflichtet. In beiden Fällen war der aufnehmende Verein dazu verpflichtet, dem abgebenden Verein eine Transferentschädigung (Ablösesumme) zu zahlen. Die Höhe der Transferentschädigung war zwischen den Vereinen frei verhandelbar, wobei bei Uneinigkeit bezüglich eines Spielerwechsels auf nationaler Ebene ein Schiedsgericht des DFB und bei Uneinigkeit bezüglich eines Spielerwechsels auf internationaler Ebene ein Schiedsgericht der Uefa oder der Fifa eingeschaltet werden konnte.
Vor dem Bosman Urteil war es demnach so, dass der aufnehmende Verein das erwartete Wertgrenzprodukt des neuen Spielers nicht ausschließlich in dessen Gehalt investieren konnte, sondern auch die Kosten der Transferentschädigung für den abgebenden Verein berücksichtigen musste. Eine Entlohnung eines Spielers gemäß seinem Wertgrenzprodukt war demzufolge für einen rational wirtschaftenden Verein nicht möglich. Desweiteren wurde der nationale Spielermarkt vor dem Bosman-Urteil durch das Lizenzspielerstatut des DFB geschützt.
1. Einleitung: Einführung in die wirtschaftliche Entwicklung der Bundesliga und Darlegung der Forschungsfrage bezüglich der Eignung eines Salary Caps.
2. Die Entwicklung der Fußball-Bundesliga: Historischer Abriss über die Gründung, die Entwicklung vom Idealverein zur Kapitalgesellschaft und die Rolle des DFB sowie der DFL.
3. Besonderheiten und Absatzmärkte des Gutes Profifußball: Analyse der Märkte für Eintrittskarten, Übertragungsrechte, Sponsoring und Merchandising als Haupteinnahmequellen.
4. Die Produktionsfunktion eines Bundesligavereins: Untersuchung der Faktoren Kapital (Stadion, Infrastruktur) und Arbeit (Spieler, Führungspersonal) für die Leistungserstellung.
5. Der Produktionsfaktor Arbeit: Detaillierte Analyse der Spielergewinnung, Gehaltsentwicklung und der rechtlichen sowie ökonomischen Folgen des Bosman-Urteils.
6. Die Verteilung der Spielstärken: Erörterung der Unsicherheitshypothese und der Bedeutung eines sportlichen Gleichgewichts für den wirtschaftlichen Erfolg.
7. Die Zielfunktion eines Bundesligavereins: Diskussion über die Maximierung des sportlichen Erfolgs unter Einhaltung des Budgets versus Gewinnmaximierung.
8. Die Möglichkeiten regulierender Eingriffe: Untersuchung von Regulierungsmaßnahmen wie Draft-Verfahren, Salary Caps und Einnahmenverteilungen sowie deren Umsetzbarkeit.
9. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ungeeignetheit eines Salary Caps für die Bundesliga und Plädoyer für Einnahmenverteilungen als Alternative.
Fußball-Bundesliga, Salary Cap, Spielergehälter, Profifußball, Transferwesen, Bosman-Urteil, Einnahmenverteilung, Zentralvermarktung, Fernsehrechte, Spielstärken, Wettbewerbsgleichgewicht, Nutzenmaximierung, Wertgrenzprodukt, Pay-TV, Sportökonomie.
Die Arbeit analysiert die ökonomischen Rahmenbedingungen der deutschen Fußball-Bundesliga und bewertet kritisch, ob die Einführung einer Gehaltsobergrenze (Salary Cap) ein sinnvolles Instrument zur Regulierung des Marktes darstellt.
Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung der Spielergehälter, der Zielfunktion von Vereinen, den Auswirkungen des Bosman-Urteils auf den Spielermarkt und der gesamtwirtschaftlichen Bedeutung der TV-Rechtevermarktung.
Die Kernfrage lautet: Ist ein Salary Cap ein geeignetes Instrument für die Fußball-Bundesliga, um Ineffizienzen und Überinvestitionen zu korrigieren und das sportliche Wettbewerbsgleichgewicht zu fördern?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen ökonomischen Analyse unter Einbeziehung bestehender Studien, empirischer Beobachtungen aus dem US-Sport sowie rechtlicher Rahmenbedingungen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Produktionsfaktoren, die Analyse von Regulierungsmechanismen und die Diskussion der Zielfunktionen sowie spezifischer Wohlfahrtseffekte durch Pay-TV.
Wichtige Begriffe sind Spielstärkenausgleich, Unsicherheitshypothese, Zentralvermarktung, Wertgrenzprodukt, Produktionsexternalitäten und Nutzenmaximierung.
Der Autor argumentiert, dass eine Koordination auf dem weltweiten Spielermarkt unmöglich ist und ein Draft gegen das Recht auf freie Wahl des Arbeitsplatzes gemäß deutschem Grundgesetz verstoßen würde.
Der Autor kommt zu dem Ergebnis, dass die Einnahmenverteilung durch zentrale Vermarktung der Fernsehrechte effizienter zur Stabilisierung des Wettbewerbs beitragen kann als restriktive Gehaltsobergrenzen.
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