Bachelorarbeit, 2009
39 Seiten, Note: 2,0
I. Einleitung
II. Theoretischer Grundlagen
1. Zur Kompetenzdiagnostik im Sachunterricht
1.1. Kompetenz – Versuch einer Begriffsbestimmung
1.2. Modelle zur Messung von Kompetenzen
1.3. Welche Kompetenzen sollen Schülerinnen und Schüler im naturwissenschaftsbezogenen Sachunterricht erwerben?
2. Naturwissenschaftliches Verständnis durch konzeptuelle Veränderung
2.1. Zum Konzeptbegriff
2.2. Die konzeptuelle Veränderung: vom Prä- zum Postkonzept
2.3. Lernen als Veränderung von Präkonzepten
2.4. Unterrichtsstrategien zur Veränderung von Präkonzepten
2.4.1. Konfliktstrategie
2.4.2. Anknüpfungsstrategie
2.4.3. Konfliktstrategie vs. Anknüpfungsstrategie
2.5. Zu den Anforderungen an die Lehrkraft
3. Fragestellung
III. Empirische Untersuchung zur konzeptuellen Veränderung – dargestellt an einer Unterrichtseinheit zum Thema „Warum springt der Ball“
4. Vorstellung der empirischen Erhebung
4.1. Beschreibung des Erhebungsverfahrens
4.2. Beschreibung der Lerngruppe
4.3. Beschreibung des Auswahlverfahrens
5. Persönliche Hypothesen
6. Darstellung der Ergebnisse meiner empirischen Erhebung
6.1. Ergebnisse zur allgemeinen Entwicklung des konzeptuellen Verständnisses bei den „weichen Bällen“
6.2. Ergebnisse der allgemeinen Entwicklung des konzeptuellen Verständnisses bei den „harten Bällen“
6.3. Ergebnisse zur allgemeinen Entwicklung des konzeptuellen Verständnisses bei den „weichen Bällen“ und „harten Bällen“ im Vergleich
7. Diskussion der Ergebnisse
8. Persönliches Fazit
Die Arbeit untersucht die Entwicklung naturwissenschaftlicher Kompetenzen von Grundschülern im Sachunterricht durch den Prozess der konzeptuellen Veränderung (Conceptual Change), wobei durch eine empirische Erhebung zum Thema „Warum springt der Ball“ analysiert wird, wie Lernende ihre Präkonzepte durch instruktionale Hilfen zu physikalisch adäquaten Vorstellungen weiterentwickeln.
2.4.1. Konfliktstrategie
Konfliktstrategien werden häufig angewendet, um Schülerinnen und Schüler in einen kognitiven Konflikt zu bringen, damit sie sich von der wissenschaftlichen Sichtweise überzeugen (vgl. Duit 2002, S.16). Diese wissenschaftliche Sichtweise steht den bereits vorhandenen Konzepten der Lernenden gegenüber und soll so Lernprozesse auslösen. Wodzinksi (2007) unterscheidet zwischen zwei Arten des kognitiven Konflikts. Zum einem kann ein kognitiver Konflikt dadurch erzeugt werden, „dass ein Versuch demonstriert wird, der ein unerwartetes Phänomen präsentiert“ (Wodzinksi 2007, S. 28). Dieser Konflikt besteht dann in der Erwartung aufgrund der vorhandenen kognitiven Struktur und der wahrgenommen Realität (z. B. Nussbaum&Novik, 1982). Eine andere Art, einen kognitiven Konflikt zu erzeugen, besteht darin, „verschiedene nicht vereinbare Sichtweisen eines Problems gegenüberzustellen“ (Wodzinski 2007, S. 28). Diese Sichtweise kann beispielsweise von Schulbuchtexten, Mitschülern, Lehrern und so weiter stammen. Champagne, Gunstone und Klopfer (1985) bieten ein Beispiel für eine solche Unterrichtsstrategie.
Egal welche Art des kognitiven Konflikts die Lehrkraft nun wählt, bleibt ein solches Verfahren nicht immer unproblematisch (vgl. Möller 2000, S. 28). Vor allem bei jüngeren Schülern kann es vorkommen, dass sie den kognitiven Konflikt nicht so sehen, beziehungsweise erfahren, wie es die Lehrkraft beabsichtigt (vgl. Duit 2002, S. 16). Der Grund hiefür ist einerseits, dass dazu metakognitive Fähigkeiten nötig sind, über die die Grundschülerinnen und -schüler nicht unbedingt verfügen und zum anderen bedarf es auch einer emotionalen Bereitschaft, sich auf diesen kognitiven Konflikt einzulassen (vgl. Wodzinski 2007, S. 31). Oft geben Lernende nur ungern ihre Präkonzepte auf und begeben sich auf einen scheinbar unsicheren Weg. Negative Folgen einer solchen Konfliktstrategie sind ebenfalls möglich. So können die Schülerinnen und Schüler, „wenn die erzeugte Unsicherheit nicht durch neu gewonnene Sicherheit (durch den Aufbau neuer überzeugender Konzepte) kompensiert wird“ (Möller 2000, S. 28) zum Beispiel an Selbstvertrauen und Motivation verlieren und verunsichert werden. Im Extremfall könnte sogar eine Lernblockade auftreten (vgl. Möller 2000, S. 28).
I. Einleitung: Die Arbeit beleuchtet die zunehmende Bedeutung fachbezogener Kompetenzen im Sachunterricht und definiert das Ziel, den Conceptual Change als Methode zur Förderung naturwissenschaftlichen Verständnisses zu untersuchen.
II. Theoretischer Grundlagen: Dieses Kapitel erörtert Kompetenzbegriffe, Kompetenzmodelle (wie IGLU/HarmoS) sowie Strategien wie Konflikt- und Anknüpfungsstrategien, um Präkonzepte bei Schülern gezielt zu verändern.
III. Empirische Untersuchung zur konzeptuellen Veränderung – dargestellt an einer Unterrichtseinheit zum Thema „Warum springt der Ball“: Der empirische Teil dokumentiert die Erhebung an einer dritten Klasse, in der durch Fragebögen vor und nach dem Unterricht die Entwicklung des Verständnisses bei weichen und harten Bällen analysiert wird.
4. Vorstellung der empirischen Erhebung: Es wird der methodische Rahmen der Studie beschrieben, inklusive der Lerngruppe, des Erhebungsverfahrens und der wissenschaftlichen Einordnung in ein Kompetenzentwicklungsmodell.
5. Persönliche Hypothesen: Die Autorin formuliert Erwartungen über den Lernzuwachs und die Schwierigkeiten bei der Umstellung von Präkonzepten auf wissenschaftliche Erklärungen.
6. Darstellung der Ergebnisse meiner empirischen Erhebung: Dieser Abschnitt präsentiert detailliert die Daten zu den Lernfortschritten bei weichen und harten Bällen, unterteilt in verschiedene Level der Konzeptentwicklung.
7. Diskussion der Ergebnisse: Die Ergebnisse werden interpretiert und in den Kontext der „Zone der nächsten Entwicklung“ gestellt, wobei die Stabilität der Konzeptveränderungen kritisch beleuchtet wird.
8. Persönliches Fazit: Die Autorin reflektiert die Bestätigung ihrer Hypothesen, die Grenzen der gewählten diagnostischen Methode und identifiziert Forschungsbedarf.
Kompetenzdiagnostik, Sachunterricht, Conceptual Change, Präkonzept, Postkonzept, Naturwissenschaftliches Verständnis, Scaffolding, Konfliktstrategie, Anknüpfungsstrategie, Kompetenzmodell, Grundschule, Lernfortschritt, Fehlkonzept, Zone der nächsten Entwicklung, empirische Untersuchung.
Die Arbeit befasst sich mit der Diagnose und Förderung naturwissenschaftlicher Kompetenzen im Sachunterricht der Grundschule, speziell unter dem Aspekt der konzeptuellen Veränderung (Conceptual Change).
Im Fokus stehen die Definition von Kompetenzen, die Theorie der konzeptuellen Veränderung (Prä- und Postkonzepte), unterschiedliche Unterrichtsstrategien sowie die empirische Erfassung von Lernprozessen anhand eines Ball-Experiments.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Schülerinnen und Schüler ihre alltagssprachlichen Vorstellungen (Präkonzepte) durch gezielten Unterricht in wissenschaftlich fundierte Konzepte umwandeln können und wie dieser Prozess diagnostisch messbar gemacht werden kann.
Es wurde eine empirische Untersuchung in einer dritten Klasse durchgeführt, bei der offene Fragebögen zur Messung des konzeptuellen Verständnisses vor und nach dem Unterricht sowie drei Wochen später eingesetzt wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Kompetenzmodellen und Lernstrategien sowie den empirischen Teil, in dem die Ergebnisse des Experiments zum Thema „Warum springt der Ball“ detailliert ausgewertet und diskutiert werden.
Wichtige Begriffe sind Kompetenzdiagnostik, Conceptual Change, Präkonzept, Scaffolding, Unterrichtsstrategien und naturwissenschaftliches Grundverständnis.
Es wurden zwei getrennte, fünfstufige Levelsysteme für "weiche Bälle" (Knete) und "harte Bälle" (Flummi/Holzkugel) entwickelt, um das jeweilige Erklärungsniveau der Kinder präzise einzuordnen.
Entgegen der Hypothese der Autorin kehrten die meisten Kinder auch nach drei Wochen nicht massiv zu ihren Fehlkonzepten zurück, was auf einen nachhaltigeren Lernfortschritt hindeutet als ursprünglich befürchtet.
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