Bachelorarbeit, 2010
27 Seiten, Note: 2,0
1 Einführung
1.1 Problemstellung
1.2 Forschungsstand
1.3 Aufbau
2 Einführung in das Reichsstadtmilitär
3 Die Situation des Reichsstadtmilitärs in Ulm um 1800
4 Vergleich mit Augsburg
5 Vergleich mit Lübeck
6 Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht das Schicksal des Bürgermilitärs der Reichsstadt Ulm während der Mediatisierung um das Jahr 1800 und analysiert, wie diese traditionellen städtischen Verteidigungsstrukturen in die neuen staatlichen Herrschaftsformen überführt wurden oder untergingen.
Die Situation des Reichsstadtmilitärs in Ulm um 1800
Die Geschichte der Bürgergarde der Reichsstadt Ulm reicht zurück bis in das Jahr 1693. In einem Dekret vom 9. Juni 1693 wurde die Aufstellung eines stehenden Reiterkorps in Höhe von 70 Mann verkündet. Dieses Reiterkorps sollte u.a. bei der Ankunft hoher Herren in Ulm seine Aufwartung machen und sowohl in Friedens- als auch in Kriegszeiten eingesetzt werden. Dagegen beruhte die Bürgerwehr der Reichsstädte noch auf mittelalterlichen Traditionen. Die Stadt bot dem Bürger den Schutz in ihren Mauern und die Freiheit eines bürgerlichen Lebens und der einzelne Bürger war so der Stadt und der städtischen Gemeinschaft an sich verbunden. Zu den Aufgaben der Ulmer Bürger gehörte neben der Steuerpflicht auch die Pflicht, Wach- und Militärdienst zu leisten. Durch die Steuerzahlungen und Wehrpflicht leistete der Bürger seinen Beitrag zur städtischen Verteidigung. Doch es sollte sich zeigen, dass Traditionsbewusstsein und die Idee der gemeinschaftlichen Verteidigung alleine nicht ausreichend waren, um es mit den professionellen Söldnerheeren der großen Staaten aufzunehmen. Vergleicht man die Stärke des städtischen Militärs in Ulm in Höhe von nur 400 Mann mit der Anzahl der Belagerungstruppen, die Ulm seit dem Ende des 18. Jahrhunderts immer wieder einschlossen (teilweise bis zu 20.000 Mann), so zeigt sich, dass die Reichsstadt nicht mehr in der Lage war, ihre eigene Unabhängigkeit und Verteidigung zu gewährleisten.
Einführung: Die Einleitung beleuchtet den Umbruch um 1800 und die Herausforderungen für die städtischen Bürgerwehren durch die Mediatisierung und absolutistische Herrschaftsansprüche.
Einführung in das Reichsstadtmilitär: Dieses Kapitel erläutert die historischen Ursprünge der Wehrpflicht und der militärischen Strukturen in den Reichsstädten seit dem Mittelalter.
Die Situation des Reichsstadtmilitärs in Ulm um 1800: Hier wird die konkrete Lage des Ulmer Militärs am Vorabend der Mediatisierung unter dem Druck von Kriegen und finanzieller Belastung analysiert.
Vergleich mit Augsburg: Dieser Abschnitt untersucht die Organisation und die Krise der Bürgerwehren in Augsburg im Vergleich zu den Ulmer Erfahrungen.
Vergleich mit Lübeck: Es erfolgt eine Analyse, wie Lübeck mit den Anforderungen der Verteidigung und dem Strukturwandel im Vergleich zu Ulm umging.
Ausblick: Das abschließende Kapitel beschreibt die endgültige Auflösung der Bürgerwehren und den Übergang zu zentralisierten polizeilichen Sicherheitsstrukturen unter neuer Landesherrschaft.
Reichsstadtmilitär, Ulm, Mediatisierung, Bürgerwehr, Stadtverteidigung, 1800, Wehrpflicht, Landesherrschaft, Söldnerheere, napoleonische Kriege, Transformation, Stadtgeschichte, Reichsfreiheit, Militärgeschichte, Tradition.
Die Arbeit analysiert den Wandel und das Ende des städtischen Bürgermilitärs in Ulm sowie anderen ausgewählten Reichsstädten im Zuge der Mediatisierung um 1800.
Die Arbeit zieht vergleichende Analysen zu den Reichsstädten Augsburg und Lübeck heran.
Es wird untersucht, inwieweit die Tradition der mittelalterlichen Stadtverteidigung unter dem Druck veränderter staatlicher Strukturen und moderner Kriegführung im 19. Jahrhundert noch Bestand hatte.
Die Arbeit stützt sich auf eine historische Analyse und den Vergleich von städtischen Militärorganisationen anhand zeitgenössischer Dokumente und Sekundärliteratur.
Der Hauptteil befasst sich mit der historischen Entwicklung des Wehrwesens, der konkreten Krise der Ulmer Truppen um 1800 sowie der vergleichenden Darstellung der Situation in Augsburg und Lübeck.
Zu den prägenden Begriffen gehören Mediatisierung, Reichsstadtmilitär, Bürgersoldaten, Verteidigungsstrukturen und der Übergang zur staatlichen Polizeiverwaltung.
Die Stadt Ulm war aufgrund der Kriegslasten und Kontributionen so hoch verschuldet, dass eine professionelle Aufrechterhaltung des Militärs aus eigenen Mitteln faktisch unmöglich wurde.
Die Entwaffnung der Bürger wurde vielfach als Kränkung und Angriff auf die persönliche Freiheit empfunden, da sie das Ende eines jahrhundertealten Privilegs zur Selbstverteidigung markierte.
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