Diplomarbeit, 2010
88 Seiten
1. Einleitung
2. Definition und Charakterisierung
2.1. Die Problematik der Definition
2.2. Forschungsfelder
3. Die Geschichte der Nanoforschung
3.1 Die griechische Antike und der Nanokosmos
3.2 Von Isaac Newton zu Richard Feynman
3.2.1 „Gott schuf harte Materie“6
3.2.2. Magische Mikroskope
3.2.3. Der 29.Dezember 1959 – Ein naturwissenschaftlicher Feiertag
3.3. Der Beginn des Kohlenstoffzeitalters10
3.3.1. Nanotechnologie am „Fußballfeld“
3.3.2. Das Fortschreiten der Nanoarchitektur
4. Anwendungsbereiche der Nano-Technologie
4.1. Nanokristalle und Designer-Moleküle
4.2. Beschichtungen und Inhaltsstoffe aus Nanomaterialien
4.2.1. Oberflächenbeschichtungen
4.2.2. Titandioxid – Schreckgespenst und Hoffnungsträger
4.3. Weitere Anwendungsgebiete der Nanotechnologie – Eine exemplarische Aufzählung mit Hinweisen auf die Relevanz im ArbeitnehmerInnenschutz
5. Ein Blick in die Zukunft
6. Nanotechnologie am Arbeitsplatz
6.1. Tätigkeitsbereiche
6.2. Derzeitiger Stand der Evaluierung
7. Die herrschende Rechtslage in Österreich
7.1. Ein Überblick über das österreichische Chemikalienrecht
7.2. Überblick über den ArbeitnehmerInnenschutz
7.3. Nanotechnologie und gefährliche Materialien am Arbeitsplatz
7.3.1. Definition „gefährliche Materialien“
7.3.2 Kontrollmechanismen
7.3.3. Schutzbestimmungen für ArbeitnehmerInnen
7.3.3.1. Kennzeichnung
7.3.3.2. Sublimierung
7.3.3.3. Maßnahmen zur Gefahrenverhütung
7.3.3.4. Messungen
7.3.3.5. Persönliche Schutzausrüstung
7.3.3.6. Untersuchungen
7.3.4. Pflichten der ArbeitnehmerInnen
7.3.5. Das Leistungsverweigerungsrecht des § 8 AVRAG 42
8. Die Rechtslage in der Europäischen Union
8.1. Die REACH Verordnung – Das Kernstück des Chemikalienrechts der EU43
8.1.1. Allgemeines Registrierungsverfahren
8.1.2. Besonderes Registrierungsverfahren – Stoffsicherheitsbericht
8.1.3. Nach der Registrierung
8.1.4. Informationen in der Lieferkette – Sicherheitsdatenblatt
8.1.5. Zulassungsverfahren
8.2. ArbeitnehmerInnenschutz im europäischen Recht
8.3. Die Rechtslage in Nicht-EU-Ländern am Beispiel der Schweiz
9. Risikobewertung als Instrument zur Rechtsanpassung
9.1. Aufgaben der Risikobewertung
9.2.Prozesse und Methoden der Risikobewertung
9.2.1. Institutioneller Rahmen
9.2.3. Methoden der Risikobewertung
9.2.3.1. Die FMEA-Methode
9.2.4. Messmethoden für Nanopartikel
9.2.4.2. Kondensationskeimzähler (CPC)
9.2.4.3. Nano-Differenzieller Mobilitätsanalysator (Nano-DMA)
9.2.4.4. Nano-Aerosol-Sampler (NAS)
9.2.4.5. Fazit
9.3. Derzeitiger Forschungsstand hinsichtlich gesundheitlicher Folgen
9.3.1. Toxikologische Untersuchungen von Kohlenstoffnanoröhrchen
9.3.2. Amorphe Kieselsäure
9.3.3. Titandioxid
9.3.4. Fazit
9.4. Nanotechnologie als internationale Herausforderung
10. Adaptions- und Veränderungsbedarf des nationalen und europäischen Rechtsrahmens
10.1. Adaptions- und Veränderungsbedarf im Stoffrecht
10.1.1. Allgemein verbindliche Definition
10.1.2. Anmeldung von Neustoffen
10.1.3. Nanomaterialien als Altstoff
10.1.3.1. Ablehnung des Altstoff-Begriffs für Nanomaterialien
10.1.3.2. Überarbeitung der Aktualisierungspflicht
10.1.3.3. Kennzeichnung und Nomenklatur
10.1.4. Fazit
10.2. Adaptions- und Veränderungsbedarf im ArbeitnehmerInnenschutzrecht
10.2.1. Festlegung von Grenzwerten
10.2.2. Kontroll- und Messverfahren
10.2.3. Schutzmaßnahmen im Einzelnen
10.2.3.1. § 41 ASchG
10.2.3.2. § 42 ASchG
10.2.3.3. § 43 ASchG
10.2.3.5. Informationen
10.2.4. Arbeitsmedizinische Aspekte
11. Resümee und Prognose
Die Arbeit analysiert die Herausforderungen, die durch die aufkommende Nanotechnologie für den ArbeitnehmerInnenschutz in Österreich und der Europäischen Union entstehen, mit dem Ziel, gesetzliche Regelungsbedarfe zu identifizieren und Schutzkonzepte zu evaluieren.
3.2.3. Der 29.Dezember 1959 – Ein naturwissenschaftlicher Feiertag
Am 29. Dezember 1959, ein Tag welcher in der Nanowissenschaft beinahe den Charakter eines Feiertags besitzt, hielt der amerikanische Physiker Richard Feynman einen Vortrag vor den renommiertesten Physikern der Vereinigten Staaten, welcher für Aufsehen sorgte. In seinem Vortrag sprach Feynman von der Manipulation von kleinsten Teilchen.
Zwar konnte man zu dieser Zeit kleinste Teilchen mittels Elektronenrastermikroskope sichten, von einer Manipulation war jedoch mangels eines adäquaten Werkzeugs einerseits und wegen der noch immer nicht zufriedenstellenden Auflösung des Elektronentransmissions Mikroskops andererseits noch nicht die Rede. Feynman hatte jedoch zumindest hinsichtlich des Werkzeugs bereits eine Idee parat. Er griff die Funktionsweise von elektrischen Greifarmen auf, welche ja bereits in Kernkraftwerken oder in der Forschung mit giftigen und nuklearen Materialien verwendet wurden und bekundete seinen Willen, diese bis auf atomare Ebene zu verkleinern. So sollten Nano-Greifarme entstehen, welche die Materie umzugestalten in der Lage sind.9
Der erste Schritt zur Verwirklichung von Feymans Ausführungen gelang 1989 in einem Labor von IBM. Der Physiker Don Eigler erkannte, dass sich Xenonatome auf einer Platinoberfläche verformten, wenn er mit der Spitze seines Rastermikroskopes nah an die Oberfläche heranging. Schließlich gelang es ihm, unter Erhöhung des Tunnelstroms (=Elektronenstroms) das Atom herauszuziehen und an einer anderen Stelle zu platzieren. Aus 35 Xenonatomen formte Eigler schließlich den Schriftzug „IBM“ auf einer Platinoberfläche und bewies somit, dass auch ein Werkzeug in dieser Größenordnung nicht mehr unrealistisch war.
1. Einleitung: Einführung in die Nanotechnologie und deren rechtliche Relevanz im ArbeitnehmerInnenschutz.
2. Definition und Charakterisierung: Erläuterung des Nanobegriffs und der interdisziplinären Forschungsfelder.
3. Die Geschichte der Nanoforschung: Historische Entwicklung von der Antike bis hin zum Beginn des Kohlenstoffzeitalters.
4. Anwendungsbereiche der Nano-Technologie: Überblick über aktuelle Anwendungen wie Nanotubes und Beschichtungen.
5. Ein Blick in die Zukunft: Prognosen über zukünftige Einsatzmöglichkeiten und ökologische sowie gesundheitliche Chancen.
6. Nanotechnologie am Arbeitsplatz: Problematiken der Evaluierung in verschiedenen Industriebereichen.
7. Die herrschende Rechtslage in Österreich: Analyse des Chemikalienrechts und des ASchG im Kontext der Nanotechnologie.
8. Die Rechtslage in der Europäischen Union: Bewertung der REACH-Verordnung und europäischer Arbeitsschutzrichtlinien.
9. Risikobewertung als Instrument zur Rechtsanpassung: Untersuchung von FMEA und CENARIOS als Risikomanagementsysteme.
10. Adaptions- und Veränderungsbedarf des nationalen und europäischen Rechtsrahmens: Detaillierte Vorschläge zur Gesetzesänderung im Stoffrecht und Arbeitsschutz.
11. Resümee und Prognose: Zusammenfassendes Fazit über Lücken im aktuellen Rechtsrahmen und zukünftige Anforderungen.
Nanotechnologie, ArbeitnehmerInnenschutz, REACH, Risikobewertung, Chemikaliengesetz, ASchG, Arbeitssicherheit, Toxikologie, Nanomaterialien, FMEA, CENARIOS, Rechtsanpassung, Nanopartikel, Arbeitsschutz, Gefahrenverhütung
Die Arbeit untersucht, welche rechtlichen Herausforderungen die aufkommende Nanotechnologie für den Arbeitnehmerschutz in Österreich und der EU mit sich bringt.
Die Schwerpunkte liegen auf der rechtlichen Einordnung von Nanomaterialien, der Risikobewertung am Arbeitsplatz und der Notwendigkeit einer Anpassung bestehender Sicherheitsnormen.
Ziel ist es, den bisherigen Forschungs- und Regelungsstand aufzuarbeiten, Lücken im aktuellen Arbeitsschutzrecht aufzuzeigen und konkrete Vorschläge zur rechtlichen Anpassung zu formulieren.
Die Arbeit basiert auf einer interdisziplinären Analyse, die naturwissenschaftliche Dimensionen mit arbeits- und stoffrechtlichen Aspekten sowie Risikoanalyse-Methoden (wie FMEA) verknüpft.
Der Hauptteil analysiert die Definitionen, Anwendungsbereiche, die spezifische Rechtslage in Österreich und der EU (REACH) sowie Methoden zur Risikobewertung von Nanomaterialien.
Nanotechnologie, ArbeitnehmerInnenschutz, Risikobewertung, Chemikaliengesetz, REACH-Verordnung und Arbeitssicherheit.
Das aktuelle Recht stützt sich oft auf Stoffmengen und "Bulk-Eigenschaften", während Nanomaterialien aufgrund ihrer geringen Größe und veränderten physikalisch-chemischen Eigenschaften völlig andere Risiken bergen können, die bisher nicht ausreichend erfasst sind.
Die FMEA (Failure Mode and Effects Analysis) ist ein präventives Risikomanagementsystem, das dazu dient, potenzielle Fehlerquellen und Gefahren bei der Verarbeitung von Nanomaterialien systematisch zu bewerten.
Sie gilt als das zentrale Instrument zur Identifizierung von Gefahren am Arbeitsplatz und dient als Grundlage für die notwendige Anpassung von Schutzmaßnahmen und rechtlichen Rahmenbedingungen.
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