Examensarbeit, 2005
45 Seiten, Note: 1,5
0. Einleitung
1. Text und Kontext
1.1 „L'espoir“
1.2 „Pilote de guerre“
2. Denken und Handeln in „L'espoir“
2.1 Die Soldaten
2.1.1 Manuel
2.1.2 Hernandez
2.1.3 Puig und Le Négus
2.1.4 Ximénès
2.2 Die Flieger
2.2.1 Magnin
2.2.2 Leclerc
2.3 Die Intellektuellen
2.3.1 Lopez
2.3.2 Garcia
2.3.3 Alvear
3. Denken und Handeln in „Pilote de guerre“
3.1 Die Handelnden
3.1.1 Das Kollektiv der Flieger
3.1.2 Saint-Exupéry
3.2 Die Leidenden
4. Ideologie und Weltanschauung in „L'espoir“ und „Pilote de guerre“ im Vergleich
Die vorliegende Arbeit untersucht das Denken und Handeln von Protagonisten in Kriegssituationen anhand der literarischen Werke „L'espoir“ von André Malraux und „Pilote de guerre“ von Antoine de Saint-Exupéry. Dabei steht die Frage im Vordergrund, wie Individuen angesichts von Gefahr und Krieg moralische, politische und philosophische Positionen entwickeln und wie sich das Verhältnis von Individuum und Gemeinschaft in einer existenziellen Bedrohungslage gestaltet.
0. Einleitung
Sowohl der Zeitpunkt der Erscheinung von L'espoir und Pilote de guerre als auch der Zeitpunkt der Handlung der beiden Werke liegen relativ dicht beieinander: L'espoir ist 1937 veröffentlicht worden, Pilote de guerre 1942. Während die Handlung von L'espoir im Spanischen Bürgerkrieg angesiedelt ist, spielen sich die in Pilote de guerre geschilderten Ereignisse zu Beginn des Zweiten Weltkriegs ab. Diese Parallelitäten von Zeitpunkt und Ort – in beiden Werken ist der Schauplatz Westeuropa – machen einen Vergleich der beiden Werke zwar nicht erst möglich, erleichtern ihn aber.
Ein weiteres wichtiges verbindendes Element zwischen den beiden Romanen ist der Krieg, die gewaltsame Auseinandersetzung mit Faschismus und Nationalsozialismus: In beiden Fällen sehen sich die Protagonisten einer Kriegssituation ausgesetzt, in der sie sich handelnd bewähren, wobei sie immer wieder ihre Handlungen auch ausführlich reflektieren. Sie vertreten dabei jeweils bestimmte ideologische oder weltanschauliche Positionen; diese Positionen liegen jedoch zumindest teilweise auf zwei unterschiedlichen Ebenen: Während Malraux einen politisch-ideologischen Zugang wählt, spielt bei Saint-Exupéry dessen Philosophie des Humanismus die entscheidende Rolle. Dennoch lassen sich auch in den Begrifflichkeiten, die das Denken und Handeln der Protagonisten beschreiben, Übereinstimmungen feststellen: In beiden Fällen müssen sich Menschen angesichts einer Kriegssituation mit praktischen Dingen wie Materialknappheit und Ineffizienz, aber auch mit den Themen Gefahr und Tod auseinandersetzen und mit der Frage, mit welchem Ziel sie ihre Handlungen überhaupt durchführen.
0. Einleitung: Die Einleitung stellt das gemeinsame Thema des Krieges in beiden Werken vor und beleuchtet die methodische Herangehensweise des Vergleichs zwischen Malraux und Saint-Exupéry.
1. Text und Kontext: Dieses Kapitel liefert den historischen Hintergrund des Spanischen Bürgerkriegs sowie des Zweiten Weltkriegs als Kontext für die Entstehung der beiden Romane.
2. Denken und Handeln in „L'espoir“: Das Kapitel analysiert die verschiedenen Figurengruppen – Soldaten, Flieger und Intellektuelle – und ihre jeweilige ideologische Verortung im Kontext des spanischen Krieges.
3. Denken und Handeln in „Pilote de guerre“: Hier werden die handelnden Flieger und die Leidenden des Krieges aus der Perspektive des Ich-Erzählers im Kontext von Technik und humanistischem Opfergedanken betrachtet.
4. Ideologie und Weltanschauung in „L'espoir“ und „Pilote de guerre“ im Vergleich: Das abschließende Kapitel führt die Analysen zusammen und arbeitet die Unterschiede zwischen politischem Engagement bei Malraux und der philosophisch-humanistischen Reflexion bei Saint-Exupéry heraus.
L'espoir, Pilote de guerre, Kriegsliteratur, André Malraux, Antoine de Saint-Exupéry, Spanischer Bürgerkrieg, Zweiter Weltkrieg, Solidarität, Humanismus, Revolution, Ideologie, Handeln, Soldatentum, Pflichtgefühl, Ethik
Die Arbeit analysiert die Romane „L'espoir“ von André Malraux und „Pilote de guerre“ von Antoine de Saint-Exupéry unter dem Aspekt, wie Denken und Handeln in Zeiten des Krieges literarisch und philosophisch dargestellt werden.
Zentrale Themen sind das Verhältnis zwischen Individuum und Gemeinschaft, die Frage nach politischem versus humanistischem Engagement im Krieg sowie der Umgang mit existenziellen Bedrohungen wie Gefahr und Tod.
Das Ziel ist ein vergleichender Blick auf die Weltanschauungen beider Autoren, wobei untersucht wird, wie sich Krieg als politische oder moralische Herausforderung auf das Handeln der Romanfiguren auswirkt.
Es handelt sich um eine textbasierte, komparatistische Literaturanalyse, die sowohl den historischen Kontext als auch die ideologischen Aussagen der Primärtexte gegenüberstellt.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der Figurenkonstellationen in „L'espoir“ (Soldaten, Flieger, Intellektuelle) und eine Untersuchung des Ich-Erzählers und seiner Schicksalsgemeinschaft in „Pilote de guerre“.
Besonders prägend sind Begriffe wie Humanismus, politische Ideologie, Solidarität, technisches Handeln im Krieg und das Verhältnis zwischen Spontaneität und Organisation.
Bei Malraux ist das Handeln stärker politisch motiviert und in der Notwendigkeit von Organisation verankert, während bei Saint-Exupéry das Handeln eng mit der eigenen humanistischen Verantwortung und der Einbindung in das Schicksal der Menschheit verknüpft ist.
Die Leidenden, insbesondere die Flüchtlingsströme, dienen als Kontrastfolie zu den Handelnden und wirken als emotionale Katalysatoren, die den Protagonisten erst zur notwendigen Aktion motivieren.
Trotz der zeitlichen und ortsspezifischen Unterschiede ermöglichen beide Schauplätze eine detaillierte Analyse, wie Menschen unter Druck ihre ideologischen Positionen reflektieren und ihr Handeln legitimieren.
Nein, Malraux zeigt eher eine Dialektik auf, in der das Individuum zwischen der spontanen Selbstverwirklichung und der notwendigen, organisierten Tat vermitteln muss.
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