Diplomarbeit, 2010
108 Seiten, Note: 2,3
1. Das fetale Alkoholsyndrom
1.1 Definition
1.2 Geschichte des fetalen Alkoholsyndroms
1.3 Pathogenese
1.4 Epidemiologie
1.5 Trinkverhalten
1.6 Alkoholkonsum von Frauen in Deutschland
1.6.1 Alkoholkonsum während der Schwangerschaft
1.6.2 Schichtspezifische Zusammenhänge
2. Das klinische Bild des fetalen Alkoholsyndroms
2.1 Begriffsbestimmungen
2.2 Die Diagnose
2.3 Merkmale
2.3.1 Kraniofaziale Dysmorphie
2.3.2 Prä- und postnatales Wachstum
2.3.3 Weitere mögliche Organfehlbildungen
2.3.4 Hirnorganische Symptome
2.3.5 Verhaltensstörungen im Sozialverhalten
3. Auswirkungen auf den Lebenslauf Betroffener Kinder
3.1 Probleme in der Kindheit und frühen Jugendphase
3.2 Probleme in der Jugend und frühen Erwachsenenphase
3.3 Schutzfaktoren
4. Familiäre Situation
4.1 Herkunftsfamilie
4.2 Pflegefamilie
5. Unterstützungsmöglichkeiten
5.1 Hilfen im Alltag
5.2 Therapeutische Maßnahmen
5.3 Weitere Unterstützungsmöglichkeiten
6. Demenz
6.1 Symptome der Alzheimer- Demenz
6. 2 Parallelen zum fetalen Alkoholsyndrom
6. 3 Kognitives Trainings bei Demenz
Die Diplomarbeit untersucht, wie Pflegefamilien bei der Betreuung von Kindern mit fetalem Alkoholsyndrom (FASD) unterstützt werden können. Dabei wird insbesondere geprüft, ob pädagogische und therapeutische Ansätze aus der Arbeit mit an Demenz erkrankten Menschen, wie beispielsweise das Realitätsorientierungstraining, auf den Umgang mit FASD-betroffenen Kindern und Jugendlichen übertragen werden können.
2.3.1 Kraniofaziale Dysmorphie
Gesichtsfehlbildungen gehören zu den typischen Merkmalen des fetalen Alkoholsyndroms. Sie sind Ausdruck einer spezifischen Wachstumshemmung des Gesichtsschädels, des Bindegewebes, der Augen und der Gesichtsmuskulatur. Daraus resultiert eine signifikante äußere Erscheinung der Betroffenen (vgl. Löser, 1999, S.438). Besonders bei einem höheren Schweregrad, im Säuglings- und Kleinkindalter, sind die Merkmale sehr auffällig und weisen ein charakteristisches Bild auf. Im Laufe der Entwicklung des Kindes verwachsen sich diese Merkmale jedoch oftmals, sodass im Erwachsenenalter nur noch einzelne Anzeichen zu erkennen sind (vgl. Grävinghoff, 1989, S.15). Zu den typischen Gesichtsmerkmalen gehören:
•Augen: ◦ Lidfalte ◦ hängendes Oberlid ◦ schmale Lidspalte ◦ zum Teil verschieden große Augenöffnungen ◦ nach unten abfallende Lidachsen
•Mund: ◦ fehlende/flache/verlängerte Mittelrinne zwischen Unter- und Oberlippe ◦ fehlende Cupidobogen ◦ schmales Lippenrot, dünner Lippenwulst
•Ohr: ◦ tief angesetzt ◦ nach hinten gedreht ◦ wenig ausgeformt
•Nase: ◦ verkürzter und verbreiteter Nasenrücken ◦ vorstehende Nasenlöcher
•Mittelgesicht: ◦ abgeflacht, schmal ◦ unterentwickelte Oberkieferhöhle ◦ elliptischer Oberkieferbogen ◦ hoher Gaumen ◦ Gaumen- /Lippenspalte
•Unterkiefer: ◦ unterentwickelt ◦ fliehendes Kinn ◦ kleine Zähne/Zahnanomalien, Abstände zwischen den Zähnen ◦ Zahnfehlstellungen
•Stirn: ◦ vorgewölbt ◦ schmal
•Haare: ◦ Haarverteilung ungleich ◦ Haaraufstrich im Nacken (vgl. FASworld e.V., FAS1, 2007, S.17f).
1. Das fetale Alkoholsyndrom: Dieses Kapitel vermittelt Grundlagenwissen zu Entstehung, Geschichte, Epidemiologie und den biologischen Auswirkungen von Alkoholkonsum in der Schwangerschaft.
2. Das klinische Bild des fetalen Alkoholsyndroms: Hier werden Definitionen, Diagnosekriterien sowie die typischen körperlichen und hirnorganischen Symptome detailliert erläutert.
3. Auswirkungen auf den Lebenslauf Betroffener Kinder: Dieses Kapitel thematisiert die lebenslangen Herausforderungen, insbesondere in Schule, Ausbildung, Sozialverhalten und bei der Alltagsbewältigung.
4. Familiäre Situation: Fokus auf die schwierigen Ausgangsbedingungen in Herkunftsfamilien und die Belastungssituation sowie wichtige Schutzfaktoren für Pflegefamilien.
5. Unterstützungsmöglichkeiten: Vorstellung praktischer Hilfestellungen im Alltag, therapeutischer Maßnahmen und staatlicher Leistungen für Pflegefamilien.
6. Demenz: Einführung in das Krankheitsbild der Demenz und Analyse möglicher Parallelen sowie Kognitiver Trainingsmethoden zur Unterstützung Betroffener.
Fas, Alkoholkonsum, Schwangerschaft, Pflegefamilien, FASD, Alkoholembryopathie, Entwicklungsstörungen, Diagnose, Demenz, kognitives Training, Realitätsorientierungstraining, Familienunterstützender Dienst, Verhaltensstörungen, Hyperaktivität, Erziehungsberatung.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Unterstützung von Pflegefamilien, die Kinder mit einem fetalen Alkoholsyndrom (FAS/FASD) betreuen, und prüft, ob Ansätze aus der Demenz-Therapie hilfreich sein können.
Die zentralen Themen sind das Krankheitsbild FASD, die damit verbundenen Entwicklungsstörungen bei Kindern, die Belastungssituation für Pflegefamilien sowie therapeutische und alltagspraktische Unterstützungsstrategien.
Das Ziel ist es, Probleme im Alltag von FASD-Kindern zu benennen und konkrete Hilfen sowie Ansätze aus dem Demenz-Bereich aufzuzeigen, um die Erziehungssituation in Pflegefamilien zu entlasten.
Es handelt sich um eine literaturgestützte Analyse, die durch Praxisbeispiele und Erkenntnisse aus dem Austausch mit betroffenen Eltern und dem Umfeld der Elterninitiative FASworld e.V. ergänzt wird.
Der Hauptteil behandelt ausführlich die medizinischen Grundlagen von FASD, die Auswirkungen auf den Lebenslauf, die familiäre Situation in Herkunfts- und Pflegefamilien sowie konkrete Hilfsangebote.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie FASD, Alkoholembryopathie, Pflegefamilien, kognitives Training, Entwicklungsverzögerung, Verhaltensstörungen und Unterstützungsformen charakterisiert.
Eine frühe Diagnose ermöglicht es, das Kind frühzeitig zu fördern, das soziale Umfeld anzupassen und die Erwartungen an das Kind realistisch zu halten, was das Selbstwertgefühl des Kindes stabilisieren kann.
Beide Krankheitsbilder zeigen Einschränkungen der kognitiven Leistungsfähigkeit (z.B. Gedächtnis, Konzentration) und beeinträchtigen die Selbstständigkeit im Alltag, was Ansätze zur Strukturierung und Gedächtnishilfe relevant macht.
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