Masterarbeit, 2009
95 Seiten
1. Ansätze zur Paartherapie in unterschiedlichen Verfahren
1.1. Psychoanalyse
1.2. Klientenzentrierte Psychotherapie, Gesprächspsychotherapie
1.3. Verhaltenstherapie
1.4. Systemische Therapie
1.4.1. Systemisch-Integrative Familientherapie
2. Modelle in der Paartherapie
2.1. Jürg Willi
2.2. Hans Jellouschek
2.3. Michael Lukas Moeller
2.4. Michael Cöllen: Paarsynthese
2.5. Rudolf Sanders: Partnerschule
3. Integrative Therapie
3.1. Ko-respondenz und Intersubjektivität
3.2. Relationalität: Das Beziehungsmodell der Integrativen Therapie
3.3. Du, Ich, Wir – vom Dialog zum Monolog zum Polylog
4. Imago-Therapie
4.1. Die Imago – die unbewusste Partnerwahl
4.2. Kosmologie der Verbindung
4.3. Reaktivität versus Intentionalität
5. Der Paar-Dialog
5.1. Struktur des Paar-Dialogs
5.1.1. Spiegeln
5.1.2. Zusammenfassen
5.1.3. Verstehen
5.1.4. Mitfühlen
5.1.5. Der Paar-Dialog in Übersicht
6. Der Paar-Dialog in der Integrativen Therapie
6.1. Disziplin im Dialog
6.2. Der Paar-Dialog als Integrative Intervention
6.3. Die vier Wege der Heilung
6.4. Hermeneutische Spirale
7. Abschließende Bemerkungen
8. Anhang: Tausch - ein neuer Dialog
Die Arbeit verfolgt das Ziel, den Imago Paar-Dialog als eine effektive und praktikable therapeutische Intervention innerhalb der Integrativen Paartherapie darzustellen und dessen Kompatibilität mit dem Integrationsparadigma der Integrativen Therapie zu überprüfen.
5. Der Paar-Dialog
Der Paar-Dialog, der von Harville Hendrix und weiteren Mitarbeitern, entwickelt wurde, ist eine strukturierte Art der Kommunikation, die einen neuen Weg, miteinander zu sprechen, bereitstellt. Er verhindert Reaktivität, Streitgespräche und eskalierende Machtkämpfe und ermöglicht das gemeinsame Erschaffen von Sicherheit und Verbindung zwischen den Partnern. Es ist ein ko-kreativer Prozess, ‚eine gemeinsame Reise in unbekanntes Land mit unbekanntem Ziel’. Es entsteht eine empathische dialogische Zusammenarbeit, die zu einer Akzeptanz der Andersheit und Gleichwertigkeit des Partners führt. Das Eigene und das Andere wird sichtbar, Differenzierung findet statt und Verbindung wird möglich. Das ‚Ich’ und das ‚Du’ wird in ein ‚Wir’ verwandelt, das Priorität erhält. Dennoch bleiben gleichzeitig das Wesen und die Unterschiedlichkeit des ‚Ich’ und des ‚Du’ bewahrt. Der Paar-Dialog befriedigt die Grundbedürfnisse des Menschen, gehört, anerkannt, wertgeschätzt und verstanden zu werden. Der Prozess des Paar-Dialogs ist vergleichbar mit einer Entdeckungsreise, in der Unbewusstes bewusst wird, Verhaltensweisen verstanden und erlernte Schutzmechanismen und Bewältigungsstrategien erkannt werden.
Er ermöglicht ein Zurückgehen in der Zeit bis hinein in die Kindheit der Partner. Verständnis und Mitgefühl für die Geschichte und das Geworden-Sein des Partners hilft, Verhalten zu verändern und fördert gemeinsames Heilen und Wachsen. Übertragungen lösen sich auf, und der Partner kann mit neuen Augen gesehen und erfasst werden. Frustrierendes Verhalten des einen Partners kann durch ein Erkennen der dahinterliegenden Verletzungen und Bedürfnisse verstanden werden und so beim anderen Verhaltensänderung ermöglichen. Das Paar erkennt, wie jeder dazu beiträgt, dass die vertrauten ‚Paartänze’ beginnen.
Der Paar-Dialog stellt Sicherheit und Verbindung zwischen den Partnern her. Der Beziehungsraum verliert an Bedrohlichkeit und der Partner, der in Machtkämpfen oft zum Feind wird, wird jetzt zum ‚Teampartner’. Intentionale Verbindung heilt somit die Beziehung und diese heilt wiederum die Individuen. Das Paar hat im Paar-Dialog eine Möglichkeit und ein ‚Handwerkszeug’, die eigene Negativität und Reaktivität zu verhindern. Auseinandersetzungen und Streitgespräche, die oft sehr viel Kraft und Energie kosten, können durch den Intentionalen Paar-Dialog vermieden werden.
1. Ansätze zur Paartherapie in unterschiedlichen Verfahren: Überblick über theoretische und praktische Ansätze der Paartherapie in Psychoanalyse, klientenzentrierter Psychotherapie, Verhaltenstherapie und Systemischer Therapie.
2. Modelle in der Paartherapie: Skizzierung und Erläuterung der paartherapeutischen Ansätze von Jürg Willi, Hans Jellouschek, Michael Lukas Moeller, Michael Cöllen und Rudolf Sanders.
3. Integrative Therapie: Darstellung der theoretischen Grundlagen der Integrativen Therapie, insbesondere des Ko-respondenzmodells und der Bedeutung von Intersubjektivität und Relationalität.
4. Imago-Therapie: Einführung in die Methode der Imago-Therapie, einschließlich der Konzepte der unbewussten Partnerwahl und der Kosmologie der Verbindung.
5. Der Paar-Dialog: Detaillierte Beschreibung der Struktur des Paar-Dialogs als strukturierte Kommunikationstechnik mit den Schritten Spiegeln, Zusammenfassen, Verstehen und Mitfühlen.
6. Der Paar-Dialog in der Integrativen Therapie: Analyse des Paar-Dialogs als Interventionsmöglichkeit innerhalb der Integrativen Paartherapie und Untersuchung seiner Kompatibilität.
7. Abschließende Bemerkungen: Zusammenfassende Einschätzung des Paar-Dialogs als wertvolles Instrument in der therapeutischen Begleitung von Paaren.
Paartherapie, Paar-Dialog, Integrative Therapie, Imago-Therapie, Intersubjektivität, Ko-respondenz, Kommunikation, Beziehungsdynamik, Kollusion, Bewusstseinsarbeit, Paarberatung, Heilungsfaktoren, Unbewusstes, Bindung, Partnerschaft
Die Master Thesis untersucht den Paar-Dialog als eine effektive therapeutische Intervention zur Begleitung von Paaren in der Integrativen Therapie.
Die Arbeit vergleicht verschiedene Paartherapie-Verfahren, erläutert die Integrative Therapie und stellt die Imago-Therapie sowie deren zentrales Instrument, den Paar-Dialog, in den Fokus.
Ziel ist es, den Paar-Dialog aus der Imago-Therapie als praktisches Handwerkszeug in das theoretische und methodische Gerüst der Integrativen Therapie zu integrieren.
Die Autorin nutzt einen integrativen Ansatz, der verschiedene therapeutische Modelle und theoretische Grundlagen (wie den "Tree of Science") zusammenführt und auf die Kompatibilität des Paar-Dialogs hin prüft.
Neben einer fundierten theoretischen Aufarbeitung verschiedener Paartherapie-Modelle steht die detaillierte Beschreibung der Dialog-Schritte und deren praktische Anwendung anhand von Fallbeispielen im Vordergrund.
Zentrale Begriffe sind Paartherapie, Paar-Dialog, Integrative Therapie, Imago-Therapie, Kommunikation, Beziehung, Intersubjektivität und Bewusstseinsarbeit.
Der strukturierte Paar-Dialog verhindert eskalierende Machtkämpfe und Reaktivität durch festgelegte Schritte (Spiegeln, Zusammenfassen, Verstehen, Mitfühlen), was einen sicheren Beziehungsraum schafft.
Sie geht davon aus, dass wir unbewusst einen Partner suchen, der uns hilft, Kindheitsdefizite zu heilen, indem er ähnliche positive wie negative Eigenschaften unserer frühen Bezugspersonen spiegelt.
Sie bildet den Prozess ab, in dem Partner sich gegenseitig wahrnehmen, erfassen, verstehen und erklären, was zu wechselseitigem Wachstum und Heilung führt.
Ja, laut der Autorin eignet sich der Paar-Dialog sehr gut für den Interventionsbereich der Prophylaxe, um Paaren eine strukturierte Kommunikationsform zu vermitteln, bevor massive Krisen entstehen.
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