Bachelorarbeit, 2025
83 Seiten, Note: 1,1
Diese Bachelorarbeit untersucht, inwiefern orale Kontrazeptiva (OK) die Ausprägung von PMDS-Symptomen bei deutschsprachigen Frauen im Alter von 18 bis 39 Jahren beeinflussen und welche Rolle dabei die Partnerschaftsdynamik und die Resilienz spielen. Die zentrale Forschungsfrage lautet: „Inwiefern beeinflussen orale Kontrazeptiva die Ausprägung von PMDS-Symptomen, und welche Rolle spielen dabei die Partnerschaftsdynamik und die Resilienz?".
Einleitung
Der Anteil der Frauen, die orale Kontrazeptiva (OK) zur Verhütung verwenden, nimmt kontinuierlich ab. Im Jahr 2023 nannten 38% der sexuell aktiven Erwachsenen im Alter von 18 bis 49 Jahren in Deutschland die Pille als Verhütungsmethode. Im Jahr 2007 waren es noch 55 %, welche die Pille verwendeten (BIÖG, 2023, o.S.). Dieser Rückgang fällt auf die zunehmend kritische Einstellung gegenüber den hormonellen Verhütungsmitteln zurück. Aus derselben Studie ergibt sich, dass 61% der Frauen und Männer der Aussage zustimmen, dass eine Verhütung mit Hormonen negative Auswirkungen auf Körper und Seele hat. Dies stellt zum Jahr 2018 einen Anstieg von 13 % dar (BIÖG, 2023, o. S.).
Häufig werden negative Erfahrungen im Internet oder in den sozialen Medien, wie z.B. auf TikTok, geteilt. Dadurch steigt die Angst bezüglich der Nutzung der künstlichen Hormone zur Verhütung (Goeckenjan, 2025, S. 122-123). Die BBC-Nachrichtenorganisation berichtet, dass Falschinformationen bezüglich Nebenwirkungen von OK auf Apps wie TikTok für höhere Zahlen an Abtreibungen verantwortlich sein könnten (McEvinney, 2023, o.S.). Wissenschaftliche Studien zu möglichen negativen psychischen Konsequenzen wie Depressionen wurden mehrfach durchgeführt, jedoch konnte bisher kein direkter Zusammenhang zwischen hormonellen Kontrazeptiva und Depressionen bewiesen werden (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, 2019, o.S.). Ebenfalls ist bisher nicht erforscht worden, welche Gruppe von Frauen weshalb eher von den Stimmungsproblemen durch OK beeinflusst wird (Robakis et al., 2019, S. 6).
Erst seit dem Jahr 2021 gibt es das erste zugelassene Drospirenon-Monopräparat in Deutschland (Dorn et al., 2024, S. 7). Deshalb muss eine Erforschung der Wirkung davon bezüglich des Einflusses auf die Psyche im Vergleich zu anderen Minipillen und kombinierten Pillen noch durchgeführt werden. Ein Großteil der Studien hat sich bisher allgemein auf „die Pille“ oder „hormonelle Kontrazeptiva" konzentriert (Masama et al., 2022, S. 5), obwohl die unterschiedliche hormonelle Zusammensetzung zwischen kombinierten Pillen und Gestagen-Monopräparaten im Einfluss auf die Psyche differenziert betrachtet werden sollten, da unterschiedliche Wirkstoffe mit unterschiedlichen Nebenwirkungen einhergehen können.
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problemstellung des sinkenden OK-Konsums aufgrund zunehmender Ängste vor Nebenwirkungen ein und stellt die zentrale Forschungsfrage der Arbeit vor.
2 Theorie: In diesem umfangreichen Kapitel werden die grundlegenden Mechanismen des Menstruationszyklus, die Wirkungsweisen oraler Kontrazeptiva, die Prämenstruelle Dysphorische Störung (PMDS) mit ihren Ursachen sowie der Forschungsstand zu Partnerschaftsdynamik und Resilienz in Bezug auf die PMDS-Symptomatik erläutert.
3 Methode: Das methodische Vorgehen der Studie wird beschrieben, einschließlich des quantitativen Forschungsdesigns, der Stichprobenauswahl, der verwendeten Fragebögen und der statistischen Auswertungsmethoden.
4 Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die deskriptiven Statistiken der erhobenen Daten und die Resultate der statistischen Analysen zur Überprüfung der aufgestellten Hypothesen bezüglich des Einflusses von OK, Partnerschaftsdynamik und Resilienz auf PMDS-Symptome.
5 Diskussion: Die Ergebnisse der Studie werden interpretiert, kritisch diskutiert, unter Berücksichtigung der Limitationen beleuchtet und es werden praktische Implikationen sowie ein Ausblick für zukünftige Forschungsarbeiten gegeben.
Orale Kontrazeptiva, PMDS-Symptome, Partnerschaftsdynamik, Resilienz, Prämenstruelles Syndrom, Hormonelle Verhütung, Bindungsverhalten, Stimmungsregulation, Psychische Gesundheit, Interventionsstudien, Menstruationszyklus, Östrogen, Progesteron, Angstverhalten.
Die Arbeit untersucht die Wechselwirkungen zwischen der Einnahme oraler hormoneller Verhütungsmittel, dem Auftreten von PMDS-Symptomen, der Partnerschaftsdynamik und der Resilienz bei Frauen im Alter von 18 bis 39 Jahren.
Die zentralen Themenfelder sind orale hormonelle Verhütungsmittel (OK), prämenstruelle dysphorische Störung (PMDS), Partnerschaftsdynamik (insbesondere Bindungsstile) und individuelle Resilienz.
Das primäre Ziel ist es, die Forschungsfrage zu beantworten: „Inwiefern beeinflussen orale Kontrazeptiva die Ausprägung von PMDS-Symptomen, und welche Rolle spielen dabei die Partnerschaftsdynamik und die Resilienz?"
Es handelt sich um eine quantitative Feldforschung mit einem Querschnittsdesign, basierend auf einer Online-Befragung mittels validierter Fragebögen und statistischer Auswertung durch ANOVA, t-Tests und multiple lineare Regressionen.
Im Hauptteil werden die theoretischen Grundlagen des Menstruationszyklus, der oralen Kontrazeptiva, der PMDS sowie der Partnerschaftsdynamik und Resilienz dargelegt, gefolgt von der Beschreibung der Methodik, den Ergebnissen der statistischen Analyse und einer abschließenden Diskussion.
Schlüsselwörter sind: Orale Kontrazeptiva, PMDS-Symptome, Partnerschaftsdynamik, Resilienz, Prämenstruelles Syndrom, Hormonelle Verhütung, Bindungsverhalten, Stimmungsregulation, Psychische Gesundheit, Interventionsstudien.
Die Studie untersuchte den Einfluss von ängstlicher und vermeidender partnerschaftlicher Bindung. Es zeigte sich, dass ängstliches Bindungsverhalten signifikant positiv mit der Ausprägung von PMDS-Symptomen zusammenhängt, während vermeidendes Bindungsverhalten keinen signifikanten Einfluss zeigte.
Die Ergebnisse zeigen einen signifikant negativen Zusammenhang zwischen Resilienz und PMDS-Symptomen, was darauf hindeutet, dass eine höhere Resilienz mit geringerer Ausprägung der Symptome verbunden ist und als Schutzfaktor wirken kann.
Die Altersgruppe wurde auf 18 bis 39 Jahre beschränkt, da Frauen ab etwa 40 Jahren in die Perimenopause eintreten könnten, was mit weiteren psychischen Beschwerden einhergeht und einen Störfaktor in den statistischen Analysen darstellen würde.
Die Ergebnisse legen nahe, dass die Behandlung von PMDS nicht nur auf pharmakologische Ansätze beschränkt sein sollte. Psychologische und beziehungsorientierte Interventionen, wie Resilienz-Training und Paartherapie zur Stärkung der Beziehungsqualität, könnten vielversprechende alternative oder ergänzende Ansätze darstellen.
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