Magisterarbeit, 2006
98 Seiten, Note: 2.0
1. Einleitung
2. Zum Begriff „Bildung“ in der klassischen deutschen Geistesgeschichte
2.1. Zum Begriff „Bildung“ und den damit zusammenhängenden Termini
2.2. Eine tiefgreifende Veränderung durch Wilhelm von Humboldt
3. Die Bereiche der Bildung
3.1 Der künstlerisch-ästhetische Bildungsbereich
3.2 Der religiöse Bildungsbereich
3.3 Der ethische Bildungsbereich
3.4 Der psycho-sexuelle Bildungsbereich
4. Die Bildungsmächte
4.1 Die innere Macht: Der Bildungstrieb
4.2 Die äußeren Bildungsmächte
4.2.1 Das Schicksal als Bildungsmacht
4.2.2 Kunst und Lektüre als Bildungsmacht
4.2.3 Bildung durch Menschen
4.2.4 Bildung durch Reisen
5. Das Bildungskonzept der „Lehrjahre“ und Humboldts Begriff der Bildung: Ein Vergleich
6. Zusammenfassung und Schlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit untersucht das Bildungskonzept in Goethes Roman „Wilhelm Meisters Lehrjahre“ im Vergleich zu den bildungstheoretischen Ansätzen von Wilhelm von Humboldt. Dabei steht die zentrale Frage im Mittelpunkt, wie sich das individuelle Streben nach Vollkommenheit in das soziale Gefüge und die praktische Lebensführung einbettet.
3.1 Der künstlerisch-ästhetische Bildungsbereich
Der künstlerisch-ästhetische Bildungsbereich wird durch den ganzen Roman hindurch immer wieder thematisiert und durchzieht alle Personenkreise, wenn auch in verschiedener Intensität. Am ausführlichsten schlägt sie sich bei Wilhelm und dem Oheim nieder.
Natalies Tante, die Verfasserin der „Bekenntnisse einer schönen Seele“, schildert näher den Kunstsinn des Oheims. Anlässlich der Hochzeit ihrer Schwester besuchte sie das Schloss des Oheims. Die künstlerische Atmosphäre des Gebäudes ruft bei ihr innerlichen Frieden hervor. Nach dem ersten Anblick hinterlässt das Schloss durch die Sammlung und die Bibliothek einen „ernsten und harmonischen Eindruck“. Ihre Bewunderung kommt auch daher, dass „aller Hausrat, Tafelzeug, Service und Tischaufsätze“ mit dem Ganzen harmonisieren und „alles in einem großen Sinne zusammenwirkt“ (S. 402, Z. 11f. und Z. 28f.) Durch die Schilderung der Beziehung zwischen dem ganzen Gebäude und den einzelnen Einrichtungen spiegelt die Verfasserin das Wesen des Oheims wieder:
So angenehm uns der Anblick eines wohlgestalteten Menschen ist, so angenehm ist uns eine ganze Einrichtung, aus der uns die Gegenwart eines verständigen, vernünftigen Wesens fühlbar wird. [...] Wie doppelt angenehm ist es uns also, wenn aus einer menschlichen Wohnung uns der Geist einer höhern, obgleich auch nur sinnlichen Kultur entgegen spricht. (S. 403, Z. 29-38)
1. Einleitung: Einführung in die zentrale Rolle der Bildung im Roman durch eine etymologische und historische Kontextualisierung sowie Abgrenzung der Begrifflichkeiten.
2. Zum Begriff „Bildung“ in der klassischen deutschen Geistesgeschichte: Beleuchtung der Entwicklung des Bildungsbegriffs von antiken Einflüssen bis zum Ideal des Neuhumanismus unter Wilhelm von Humboldt.
3. Die Bereiche der Bildung: Differenzierte Betrachtung der vier zentralen menschlichen Erfahrungsfelder, die in Wilhelms Entwicklungsprozess einfließen.
4. Die Bildungsmächte: Analyse der inneren und äußeren Kräfte, wie Trieb, Schicksal, Kunst und menschliche Interaktion, die den Bildungsweg maßgeblich bestimmen.
5. Das Bildungskonzept der „Lehrjahre“ und Humboldts Begriff der Bildung: Ein Vergleich: Kritische Gegenüberstellung von Goethes literarischem Bildungskonzept und Humboldts Bildungstheorie unter Berücksichtigung von Individualität und gesellschaftlicher Pflicht.
6. Zusammenfassung und Schlussbetrachtung: Synthese der Arbeitsergebnisse mit Fokus auf der Aktualität der Bildungsdebatte.
Bildung, Wilhelm Meister, Wilhelm von Humboldt, Neuhumanismus, Bildungstrieb, Ästhetik, Turmgesellschaft, Humanität, Individualität, Ethik, Pädagogik, Selbsterkenntnis, Klassik, Persönlichkeitsentwicklung, Lebensführung
Die Arbeit analysiert das Bildungskonzept in Goethes Roman „Wilhelm Meisters Lehrjahre“ und vergleicht dieses mit den bildungstheoretischen Vorstellungen Wilhelm von Humboldts.
Die thematischen Schwerpunkte liegen auf den verschiedenen Bereichen der Bildung (ästhetisch, religiös, ethisch, psycho-sexuell) sowie auf den Kräften, die einen Menschen formen.
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie Wilhelm Meister durch diverse Lebenserfahrungen und äußere Einflüsse seine Persönlichkeit entwickelt und welche Gemeinsamkeiten oder Unterschiede dies zum Humboldtschen Humanitätsideal aufweist.
Die Autorin wählt eine literaturwissenschaftliche Analyse, die sowohl den Romantext intensiv auswertet als auch den historischen Diskurs zur Bildungstheorie im 18. Jahrhundert heranzieht.
Der Hauptteil gliedert sich in die inhaltliche Beschreibung der Bildungsbereiche sowie in die Untersuchung der sogenannten Bildungsmächte wie Schicksal, Kunst, Lektüre und Reisen.
Wichtige Begriffe sind Bildung, Wilhelm Meister, Humanität, Individuum, Selbstentfaltung und das Spannungsfeld zwischen Freiheit und gesellschaftlicher Pflicht.
Sie fungiert als ordnende und reflektierte Instanz, die Wilhelm eine konkrete Orientierung für seine weitere Lebensführung und Tätigkeit anbietet.
Sowohl Goethe als auch Humboldt sehen in der Humanität ein erstrebenswertes Ziel, wobei Humboldt stärker die freie Entfaltung betont, während der Roman die Notwendigkeit der Integration in ein soziales Ganzes hervorhebt.
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