Magisterarbeit, 2010
94 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
Fränkische Krieger in deutscher Bearbeitung.
2. Hauptteil
(Glaubens-)Kämpfer und ihre Schlachten in der deutschsprachigen Kreuzzugsepik des Rolandsliedes und des Willehalm
2.1. Warum kämpfen sie überhaupt?
Gründe, Begründungen und Rechtfertigungen für die Schlachten.
Exkurs: Theologische Kriegslegitimation im Christentum
2.2. Die Rolle des Einzelnen im Verhältnis zum Kollektiven der Schlacht.
Exkurs: Genelun – der Feind in den eigenen Reihen.
2.3. Die Ausdrucksformen (Inszenierungen) der Gewalt.
Der Kampfes(un)wille der Krieger.
Akustische Phänomene
Schlachtreden und Rededuelle
Das Motiv des Beasts of Battle.
Besonders drastische Tötungsdarstellungen
Das Motiv der ‚Blutströme’.
Fremdartige Akteure (monströse Heidenvölker).
Fremdartige Akteure (Rennewart)
Schlussgedanken zu den Gewaltinszenierungen.
2.4. Der Krieg als Folie oder als eigenes Thema: zur These von Joachim Bumke.
3. Schlussteil
Kreuzzugsbegeisterung und Gewaltproblematisierung
5. Literaturverzeichnis
5.1. Primärliteratur
5.2. Sekundärliteratur
a. Monographien und Sammelbände
b. Sammelbandaufsätze
c. Zeitschriftenaufsätze
d. Wörterbücher, Lexika und außerliterarische Quellen
Ziel der Arbeit ist es, die unterschiedlichen Darstellungen des Schlachtgeschehens im Rolandslied des Pfaffen Konrad und im Willehalm Wolframs v. Eschenbach zu analysieren und miteinander zu vergleichen, um daraus divergierende Wirkungsabsichten und Konzeptionen der Gewalt darzustellen.
Die Ausdrucksformen (Inszenierungen) der Gewalt.
Die vorangehenden Kapitel haben gezeigt, dass im Rolandslied und ebenso im Willehalm diverse Gründe zu Kämpfen führen, in denen dann einzelne Personen – teils alleine und teils im Kollektiv – Gewalt gegen andere ausführen. Doch wie genau wird diese Gewalt literarisch inszeniert – wie wird sie ausgedrückt? Folgt sie bestimmten (etwa höfischen) Regeln, oder ist sie eher wild und unbeherrscht? Gewalt kann auf höchst unterschiedliche Art und Weise inszeniert werden. So entwickeln sich die geschilderten Kämpfe in beiden Texten schnell zu einem immensen Blutbad:
die tôten lâgen in allenthalben sîn | sam die hôhen berge. | daz bluot von manne verhe | fulte velt unde graben. (RL, 4146–4149)
ez wære wisen oder sat, | der wart da vil nach im getret, | sin ors durh mannen bluot gewet: | der lac da vil uf siner sla. (Wh, 56,12–15)
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Schlachtdarstellung im Rolandslied und Willehalm sowie Begründung des komparativen Ansatzes.
2. Hauptteil: Detaillierte Analyse der Kriegsgründe, der Rolle des Einzelnen, der Gewaltinszenierung und der These vom Krieg als eigenständigem Thema.
3. Schlussteil: Zusammenfassende Bewertung der Unterschiede in der Darstellung und der jeweiligen Wirkungsabsichten von Konrad und Wolfram.
Rolandslied, Willehalm, Schlachtdarstellung, Kreuzzugsepik, Gewaltinszenierung, Pfaffe Konrad, Wolfram von Eschenbach, Literaturvergleich, Mittelalter, Kriegsethik, Heidenbild, Rennewart, Märtyrertod, Zweikampf.
Die Magisterarbeit untersucht die Unterschiede in der Darstellung von Schlachten in zwei bedeutenden mittelhochdeutschen Epen: dem Rolandslied und dem Willehalm.
Zentrale Themen sind die Legitimation des Krieges, die Inszenierung von Gewalt durch akustische und optische Mittel, sowie die Rolle des Individuums in der Massenschlacht.
Die Arbeit fragt danach, welche unterschiedlichen Wirkungsabsichten die beiden Autoren (Konrad und Wolfram) verfolgen und wie diese durch die literarische Gestaltung des Schlachtgeschehens manifestiert werden.
Der Autor führt textnahe Einzeluntersuchungen durch, um Gestaltungsmittel wie Schlachtreden, akustische Phänomene und Gewaltdarstellungen in beiden Werken quantitativ und qualitativ zu vergleichen.
Der Hauptteil analysiert Kriegsgründe, die Rolle des Einzelnen, verschiedene Formen der Gewaltinszenierung und prüft die These von Joachim Bumke zum Krieg als literarisches Thema.
Zu den prägenden Begriffen gehören Kreuzzugsepik, Heidenbilder, Gewaltproblematisierung, Märtyrertod und höfische vs. dualistische Kriegsdarstellung.
Rennewart nimmt eine Sonderrolle ein, da er nicht aus religiösen Motiven kämpft, sondern seine persönliche Entwicklung zwischen Außenseiterstatus und ritterlicher Bewährung im Zentrum steht.
Das Motiv dient im Rolandslied als erzähltechnischer 'Trick' zur Bestätigung der Sieger-Mentalität, während es bei Wolfram zur Darstellung und Reflexion des Leids beider Seiten genutzt wird.
Genelun fungiert als Gegenentwurf zum idealen Vasallen und zeigt durch sein Handeln die fatalen Folgen der Nicht-Integration in das mittelalterliche Kollektiv auf.
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