Diplomarbeit, 2010
100 Seiten, Note: 1,3
0 Einleitung
1 Jesus in Indien – die Anfänge
1.1 Jesus in Indien – Legende oder Theorie? Das Problem der Bezeichnung
1.2 Die erste Phase: Ursprung und erste Autoren
1.2.1 Ghulam Ahmad – Jesus starb in Indien
1.2.2 Levi Dowling – Das Wassermann-Evangelium
1.2.3 Nicolas Notovitch
1.2.4 The Crucifixion by an Eye-Witness
1.2.5 Fazit: Jesus in Indien – ein Gedanke aus vielen Anfängen
1.3 Die zweite Phase: Al-Haj Khwaja Nazir Ahmad – Jesus in Heaven on Earth
1.4 Die dritte Phase: Jesus-in-Indien heute – Wandlung zur Kaschmir-Theorie
1.4.1 Andreas Faber-Kaiser
1.4.2 Fida Hassnain
1.4.3 Holger Kersten
1.4.4 Obermeier, Choudhury, Goeckel
a) Helmut Goeckel
b) Siegfried Obermeier
c) Paramesh Choudhury
1.4.5 Fazit: Jesus als der neue Buddha – die JiIL als Kaschmir-Theorie
2 Literaturkritik: Die Erzählstruktur der JiIL
2.1 Die Wahrheit der frühen Zeugnisse
2.2 Aura der Plausibilität
a) Glaubwürdigkeitsverstärkung
b) Anspruch der Wissenschaftlichkeit
2.3 Ähnlichkeitsbeweise
2.4 Die JiIL als Kriminalgeschichte und die Kirche als Gegner
2.5 Sprachvergleiche
2.6 Quellen
2.6.1 Biblische Schriften
a) Das Alte Testament
b) Das Neue Testament
2.6.2 Apokryphe Schriften
a) Die Thomasakten und das Thomasevangelium
b) Die Schriftrollen von Qumran
2.6.3 Orientalische Quellen
a) Das „Rauzat-us-Safa“
b) Das „Bhaviṣyapurāṇa“
c) „Rājataraṅgiṇī“
d) Der Koran
2.6.4. Weitere Quellen
2.7 Fazit – Die Methodik der JiIL
3 Die JiIL – Versuch einer religionssoziologischen und -historischen Einordnung
3.1 Kritik an der JiIL
3.1.1 Art und Herkunft der Quellen
a) “The Crucifixion by an Eye-Witness”
b) Das „Leben des St. Issa“
c) Der „Pilatusbrief“
3.1.2 Die Verwendung der Quellen
a) Das „Bhaviṣyapurāṇa“
b) Die Wortvergleiche
c) Yuz Asaf und das Grab in Srinagar
3.2 Die JiIL und ihre Motivation
3.2.1 Die Selbst-Einordnung der JiIL-Autoren
a) Kersten
b) Goeckel
c) Hassnain
d) Faber-Kaiser
3.2.2 Die Fremd-Einordnung der Kritiker
a) Günter Grönbold, Roman Heiligenthal – Die JiIL als Ergebnis der Indienschwärmerei des 19. Jahrhunderts und der Theosophie
b) Norbert Klatt – Die JiIL als Produkt einer neuen Religiosität Indiens
c) Per Beskow – Die JiIL als eine Idee des Unterbewussten
3.2.3 Versuch einer weiteren Perspektive: Die JiIL – ein Zeichen für eine sich verändernde Religiosität
a) Religion in der Post-Moderne
b) Die JiIL vor dem Hintergrund einer pluralen und individuellen Religiosität
4 Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht die „Jesus-in-Indien-Legende“ (JiIL), ein Phänomen, bei dem Jesus von Nazareth eine alternative Lebensgeschichte in Indien zugeschrieben wird. Ziel ist es, die Ursprünge dieser Legende, ihre Erzählstruktur sowie die Motivation der Autoren zu analysieren und eine religionssoziologische und historische Einordnung vorzunehmen.
1.2.1 Ghulam Ahmad – Jesus starb in Indien
Hazrat Mirza Ghulam Ahmad (oder auch: Mīrzā G̲h̲ulām Aḥmad of Ḳādiyān), geboren ca. 1839 in Ḳādiyān, Pandjāb (Indien), ist der Begründer der islamischen Ahmadiyya-Bewegung. Bereits in frühen Jahren entschied er sich für ein einsames Leben religiöser Studien und Meditation, das er aus dem Vermögen seines wohlhabenden Vaters finanzierte. Am 4. März 1889 verkündete er öffentlich, er habe von Gott den Auftrag erhalten, Schüler anzunehmen. Den Anspruch, ein Mahdî (d.i. ein von Allah in ganz besonderer Weise geleiteter) zu sein, hatte er neun Jahre zuvor bereits in seinem Buch „Barāhīn-i-Aḥmadiyya“ erhoben. 1891 behauptete er zudem der Masīḥ(=Messias) zu sein. Das sorgte für Widerstände innerhalb des orthodoxen Islam, sowie anderer Religionsgemeinschaften. Diese verstärkten sich weiter, als er schließlich 1904 bekannt gab er sei außerdem ein Avatar Krishnas, der zurückgekehrte Jesus, sowie die Burūz (Wieder-Erscheinung) Mohammeds.
0 Einleitung: Diese Einleitung stellt das öffentliche Interesse an alternativen Jesus-Erzählungen dar und verortet die „Jesus-in-Indien-Legende“ als synkretistisch-esoterisches Phänomen.
1 Jesus in Indien – die Anfänge: Dieses Kapitel zeichnet die Entstehung und Entwicklung der Legende über drei Phasen nach, von den Offenbarungen Ghulam Ahmads bis hin zur modernen „Kaschmir-Theorie“.
2 Literaturkritik: Die Erzählstruktur der JiIL: Der Abschnitt untersucht die spezifischen Argumentationstechniken und die Verwendung von Quellen, die dazu dienen, die Glaubwürdigkeit der Legende zu konstruieren.
3 Die JiIL – Versuch einer religionssoziologischen und -historischen Einordnung: Hier werden die Quellen kritisch hinterfragt und die Motivationen der Autoren im Kontext zeitgenössischer religiöser Strömungen eingeordnet.
4 Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst zusammen, dass die JiIL ein plurales Phänomen ist, das als Ausdruck einer post-modernen, individuellen Religiosität verstanden werden muss.
Jesus-in-Indien-Legende, JiIL, Kaschmir-Theorie, Ahmadiyya-Bewegung, historische Jesusforschung, Religionssoziologie, Kreuzigung, Yuz Asaf, Essener, Apokryphen, Turiner Grabtuch, Synkretismus, Post-Moderne.
Die Arbeit analysiert die „Jesus-in-Indien-Legende“ (JiIL) und hinterfragt deren Entstehung, Struktur sowie ihren Anspruch als alternative Lebensgeschichte Jesu.
Zentrale Themen sind die Entwicklung der Legende in verschiedenen Phasen, die Kritik an den verwendeten Quellen sowie die soziologische Einordnung des Phänomens.
Ziel ist eine kritische, wissenschaftliche Einordnung des Phänomens und der Versuch, die Motivationen hinter der Verbreitung dieser alternativen Erzählung zu ergründen.
Die Arbeit nutzt eine historisch-kritische Vorgehensweise, um Quellen zu prüfen, sowie religionssoziologische Ansätze zur Erklärung von modernen religiösen Phänomenen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Entwicklung der Legende, eine detaillierte Literaturkritik der verwendeten Quellen und eine Einordnung des Phänomens in den Kontext postmoderner Religiosität.
Zu den Schlüsselbegriffen gehören neben der Legende selbst vor allem die Kaschmir-Theorie, religiöser Synkretismus und die kritische Auseinandersetzung mit pseudowissenschaftlichen Argumentationsmustern.
Die Essener dienen vielen Autoren der JiIL als Verbindungsglied zwischen dem Orient und dem Okzident, da ihnen unterstellt wird, Jesus in indisches Wissen eingeweiht zu haben.
Die Darstellung der Kirche als Gegner, die angeblich Informationen zurückhält, fungiert als verschwörungstheoretisches Element, das die Spannung erhöht und die JiIL gleichzeitig als „verborgene Wahrheit“ erscheinen lässt.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

