Bachelorarbeit, 2009
58 Seiten
1. Einleitung
1.1 Vorschungsstand und Materiallage
1.2 Definitionen
1.2.1 Hauptstadt
1.2.2 Geostrategie
2. Kasachstan und seine Bevölkerung
2.1 Territorium
2.2 Einwohner & Religion
2.3 Wirtschaft
2.3.1 Erdöl und Erdgas
3. Geschichtlicher Rückblick Kasachstans
3.1 Horden, Business-Klans und Regionen
3.2 Business-Klans
3.3 Regionen
3.4 Kasachstan in der Sowjetzeit
4. Der Aufstieg Nasarbaevs
4.1 Innenpolitik unter Präsident Nasarbaev
5. Außenpolitische Beziehungen
5.1 Politische Beziehungen zu Russland
5.2 Politische Beziehungen zu China
5.3 Politische Beziehungen zum Westen
6. Die Hauptstadtverlegung: Eine neue Repräsentation des Staates Kasachstan
6.1 Geschichte der Hauptstadt
6.2 Haupstadtverlegungen
6.4 Exkurs: St. Petersburg
6.3 Astana- von der besetzten Stadt zur Hauptstadt
7. Die Verlegung einer Hauptstadt – ein geostrategischer Schachzug?
Diese wissenschaftliche Arbeit untersucht die Gründe für die Verlegung der Hauptstadt Kasachstans von Almaty nach Astana unter geostrategischen und politischen Gesichtspunkten. Ziel ist es, das komplexe Zusammenspiel von nationalen Interessen, der Machtstellung des Präsidenten Nasarbaev und raumplanerischen Notwendigkeiten zu analysieren.
1. Einleitung
Am 20. Oktober 1997 wird Astana die neue Hauptstadt der Republik Kasachstan. Damit wird das im Süden gelegene Almaty von seinen Funktionen als wirtschaftliches und politisches Zentrum offiziell enthoben. Bei der Verlegung einer Hauptstadt handelt es sich, was das eingangs angeführte Zitat unterstreicht, um ein Ereignis von entscheidender historischer Bedeutung. So reichen die Motive von regionalplanerischen Ausgleichsbemühungen, über autokratische Selbstverwirklichungsphantasien bis hin zu geomantischen Bedrohungsgefühlen.
Was aber sind die Gründe für die Verlagerung in Kasachstan?
Dieses Ereignis ist in verschiedenen Kontexten zu betrachten und zu interpretieren, was sich die vorliegende Arbeit zur Aufgabe macht. Dazu ist es nötig die Bedeutung, die Aufgabe und die Eigenschaften einer Hauptstadt ganz allgemein zu erörtern und diese in Relation zu den nationalen geostrategischen Zielen zu setzen. Zuvor ist eine ausführliche Nennung der Rahmenbedingung im Bezug auf, unter anderem, die Geschichte, die Bevölkerung und die internationalen Beziehungen vorzunehmen, da diese helfen ein Profil des Landes zu erstellen.
Im Vergleich zu anderen Hauptstadtverlegungen der jüngeren Geschichte fällt es im Fall Kasachstan schwer umfangreich begründende und befriedigende Motive zu nennen, die zum einen Akmola, bzw. Astana als neue Hauptstadt prädestiniert und zum anderen Almaty als Hauptstadt nicht länger ausreichend erscheinen lassen.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Hauptstadtverlegung in Kasachstan ein und definiert die zentrale Fragestellung sowie das methodische Vorgehen.
2. Kasachstan und seine Bevölkerung: Dieses Kapitel liefert einen Überblick über die geographischen Gegebenheiten, die demografische Struktur sowie die wirtschaftlichen Kennzahlen der Republik.
3. Geschichtlicher Rückblick Kasachstans: Hier werden die historischen Ursprünge der sozialen Organisation in Horden und Clans sowie die Situation Kasachstans während der Sowjetzeit detailliert beleuchtet.
4. Der Aufstieg Nasarbaevs: Dieses Kapitel analysiert den politischen Werdegang Nursultan Nasarbaevs und seine Methoden der Machtkonsolidierung innerhalb der neuen staatlichen Ordnung.
5. Außenpolitische Beziehungen: Eine Untersuchung der multivektoriellen Außenpolitik Kasachstans mit Fokus auf die strategischen Partnerschaften mit Russland, China und dem Westen.
6. Die Hauptstadtverlegung: Eine neue Repräsentation des Staates Kasachstan: Dieser Abschnitt erörtert die allgemeine Theorie von Hauptstädten, vergleicht internationale Verlegungen und beschreibt die Transformation Astanas von einer Provinzstadt zur neuen Hauptstadt.
7. Die Verlegung einer Hauptstadt – ein geostrategischer Schachzug?: Das abschließende Kapitel synthetisiert die Ergebnisse und bewertet die Hauptstadtverlegung als geostrategisches und politisches Instrument des Präsidenten.
Kasachstan, Astana, Hauptstadtverlegung, Geostrategie, Geopolitik, Nursultan Nasarbaev, Almaty, Horden, Business-Klans, Außenpolitik, Russland, China, Energiepolitik, Machtkonsolidierung, Transformation.
Die Arbeit analysiert die Verlegung der Hauptstadt Kasachstans von Almaty nach Astana und untersucht, ob es sich dabei um eine geostrategische Entscheidung oder ein politisches Machtinstrument handelte.
Zu den Kernbereichen zählen die Geopolitik und Geostrategie, die historische Entwicklung Kasachstans, die Machtstrukturen unter Präsident Nasarbaev sowie die internationalen Beziehungen des Landes.
Das primäre Ziel ist es, die tieferen Beweggründe für den Umzug des Regierungssitzes zu verstehen, die über rein infrastrukturelle oder ökonomische Faktoren hinausgehen.
Es wird eine politikwissenschaftliche Untersuchung durchgeführt, die Theorien der Geopolitik auf das Fallbeispiel Kasachstan anwendet und durch historische Analysen und Literaturvergleiche untermauert wird.
Der Hauptteil widmet sich intensiv der Rolle der Clans und Horden, dem Aufstieg von Nasarbaev, der Außenpolitik gegenüber Russland und China sowie der theoretischen Einbettung von Hauptstadtfunktionen.
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Geostrategie, Machtkonsolidierung, kasachische Innenpolitik und internationale Energiebeziehungen beschreiben.
Die Arbeit legt dar, dass Präsident Nasarbaev, der selbst der Älteren Horde angehört, durch die Platzierung des Machtzentrums im Norden seine politische Kontrolle über wichtige Regionen und Ressourcen festigen konnte.
Die Arbeit verdeutlicht, dass Mitglieder der Präsidentenfamilie Schlüsselpositionen in Medien, Banken und Industrie besetzten, was Nasarbaev dabei half, seine Machtbasis über das gesamte Land zu konsolidieren.
Die Verlegung dient als Mittel, um politische Kontrolle in den russisch geprägten Norden auszuweiten, wirtschaftliche Anreize zu schaffen und einen symbolischen Neuanfang für den jungen kasachischen Staat zu etablieren.
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