Diplomarbeit, 2010
113 Seiten, Note: 1,2
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung
1.3 Vorgehensweise
2. Der Islam
2.1 Der Koran – die Grundlage des Islams
2.2 Die Schari’a – der islamische Rechtsrahmen
2.3 Das islamische Wirtschaftssystem
2.4 Geschichte Islamic Finance
2.5 Wichtigste Islamische Finanzzentren
3. Der Markt und die Zielgruppe
3.1 Die Marktanalyse
3.2 Die Zielgruppenanalyse
4. Islamische Investitions- und Finanzierungstechniken
4.1 Fremdkapitaltechniken
4.2 Eigenkapitaltechniken
4.3 Leasing
4.4 Sonstige Instrumente und Techniken
5. Islamische Finanzprodukte und Dienstleistungen
5.1 Konten
5.2 Karten
5.3 Kredite
5.4 Islamische Anleihen (Sukuk)
5.5 Aktien
5.6 Islamische Fonds
5.7 Derivate
5.8 Islamische Versicherungen (Takaful / Retakaful)
6. Das islamische Finanzwesen in der Praxis
6.1 Der Vergleich von Schari’a-konformen mit konventionellen Produkten
6.1.1 Konten
6.1.2 Karten
6.1.3 Kredite
6.1.4 Anleihen
6.1.5 Aktien
6.1.6 Derivate
6.1.7 Zertifikate
6.1.8 Versicherungen
6.2 Erfolgreiche westliche Anbieter
7. Herausforderungen für das islamische Finanzwesen
7.1 Produktspezifische Herausforderungen
7.2 Betriebswirtschaftliche Herausforderungen
7.3 Volkswirtschaftliche Herausforderungen
8. Gesamtbetrachtung
8.1 Zusammenfassung
8.2 Zukunftsausblick
Das Hauptziel dieser Diplomarbeit ist es, im stetigen Vergleich zwischen dem islamkonformen und dem konventionellen Finanzsystem zu klären, welche Konsequenzen Investitionen in islamkonforme Produkte für nicht-muslimische Anleger mit sich bringen. Dabei wird der Fokus neben den Märkten im Nahen und Mittleren Osten vor allem auf die aktuelle Situation und das Potenzial in Deutschland und dem Vereinigten Königreich gelegt.
Gharar (arab.: ررغلا)
Gharar (dt.: Spekulation, Unsicherheit) ist ein weiterer Grundpfeiler des islamischen Wirtschaftssystems und im Gegensatz zu Riba nicht grundsätzlich verboten. Ein außergewöhnlich hohes Gharar (Gharar fahish) ist auf jeden Fall zu vermeiden, ein gewisses Maß hingegen (Gharar yasir) gilt als „Halal“ und ist durchaus statthaft. Das Problem ist, dass für Gahrar keine einheitliche Definition vorliegt und es zudem auch nicht explizit differenzierbar ist wie Riba. Gharar besteht im Wesentlichen aus zwei Komponenten: Unsicherheit und Täuschung. In der islamischen Wirtschaftsordnung ist es verboten, dass eine Vertragspartei einen Nutzen zulasten eines bzw. aller beteiligten Vertragspartner zieht. Da das bewusste Eingehen von überschaubaren Risiken im Islam toleriert wird, ist Risiko selbst auf keinen Fall untersagt, daher ist Gharar auch nicht mit dem Begriff Risiko gleichzusetzen.
Nach einer Untersuchung der Harvard Universität in Cambridge konnte Gharar wie folgt kategorisiert werden: „pure speculation“ (reine Spekulation), „uncertain outcome“ (unsicheres Ergebnis), „unknownable future benefit“ (unbekannter zukünftiger Nutzen) und „inexactitude“ (Ungenauigkeit). Nach der Auffassung der Professoren Hayes und Vogel seien die Überlieferungen so zu interpretieren, dass sich nur auf die Risiken bezogen wird, welche die Existenz einer Sache betreffen, die Gegenstand zwischen zwei Vertragspartnern ist und nicht auf den Preis des Vertragsgegenstandes als solches. Um verbotene Transaktionen zu identifizieren, bedienen sich Hayes und Vogel an den folgenden drei spezifischen Sachverhalten:
1. der Vertragsgegenstand ist (gegenwärtig) nicht existent
2. eine Vertragspartei hat keine Kenntnis vom 1. Sachverhalt
3. der Vertragsgegenstand untersteht nicht dem Einflussbereich der Vertragspartner
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik des weltweiten Wachstums islamkonformer Finanzprodukte ein und benennt die Problemstellung sowie das Ziel der Arbeit, die Konsequenzen dieser Produkte für nicht-muslimische Anleger zu beleuchten.
2. Der Islam: Dieses Kapitel erläutert die religiösen Grundlagen des Islams, wie Koran und Sunna, sowie die Schari’a und das islamische Wirtschaftssystem, inklusive der zentralen Verbote von Riba, Gharar und Maysir.
3. Der Markt und die Zielgruppe: Hier wird das globale Marktpotenzial sowie die spezifische Situation von Muslimen in Europa, insbesondere in Deutschland und Großbritannien, in Bezug auf ihre Finanzbedürfnisse analysiert.
4. Islamische Investitions- und Finanzierungstechniken: Es werden die verschiedenen Fremd- und Eigenkapitaltechniken sowie Leasing-Optionen erklärt, die zur Umgehung des Zinsverbots genutzt werden.
5. Islamische Finanzprodukte und Dienstleistungen: Dieses Kapitel beschreibt konkrete Finanzprodukte wie Konten, Karten, Kredite, Sukuk, Aktien, Fonds und Versicherungen, die auf den zuvor erläuterten Techniken basieren.
6. Das islamische Finanzwesen in der Praxis: Hier findet ein Vergleich zwischen Schari’a-konformen und konventionellen Produkten statt, ergänzt durch Beispiele erfolgreicher westlicher Anbieter.
7. Herausforderungen für das islamische Finanzwesen: Dieses Kapitel behandelt produktspezifische, betriebswirtschaftliche und volkswirtschaftliche Hürden, wie etwa mangelnde Regulierung oder das Fehlen standardisierter Rechnungslegungsregeln.
8. Gesamtbetrachtung: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung der Erfolgsaussichten für den europäischen Markt und einem Zukunftsausblick ab.
Islamic Finance, Islam, Schari'a, Riba, Gharar, Maysir, Sukuk, Takaful, Mudaraba, Musharaka, Investitionen, Finanzmarkt, Finanzprodukte, Europa, Bankwesen.
Die Diplomarbeit befasst sich mit dem islamkonformen Finanzwesen (Islamic Finance) und untersucht dessen Funktionsweise, Produkte und Marktpotenzial innerhalb Europas, insbesondere in Deutschland und Großbritannien.
Die Arbeit behandelt die religiösen Grundlagen (wie Koran und Sunna), die daraus resultierenden Finanzierungsverbote sowie die Entwicklung und Anwendung alternativer Finanzinstrumente im modernen europäischen Bankkontext.
Das Hauptziel ist es, die Unterschiede zwischen islamkonformen und konventionellen Finanzsystemen herauszuarbeiten und die Konsequenzen sowie Chancen zu bewerten, die Investitionen in islamkonforme Produkte für nicht-muslimische Anleger mit sich bringen.
Es erfolgt eine deskriptive Aufarbeitung der theoretischen Grundlagen, eine intensive Literaturrecherche sowie die Analyse von Praxisbeispielen, Marktdaten und existierender Produkte.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der religiösen Rahmenbedingungen, die Marktanalyse, die Erläuterung spezifischer Investitions- und Finanzierungstechniken (z.B. Murabaha, Mudaraba) sowie die Analyse konkreter Produkte wie Sukuk und Takaful im Vergleich zu konventionellen Pendants.
Die wesentlichen Begriffe sind Islamic Finance, Riba (Zinsverbot), Gharar (Unsicherheitsverbot), Sukuk, Takaful, Schari’a-konforme Finanzprodukte sowie die Marktentwicklung in Europa.
Sie wird als eines der wesentlichen regulatorischen Hindernisse für Schari’a-konforme Immobilienfinanzierungen in Deutschland genannt, da der Eigentumswechsel von der Bank auf den Kunden eine zusätzliche steuerliche Belastung auslöst.
Takaful wird als Solidargemeinschaft verstanden, bei der Risiken solidarisch geteilt werden, statt sie gegen eine Prämie auf ein gewinnorientiertes Versicherungsunternehmen zu übertragen, was den religiösen Anforderungen entspricht.
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