Diplomarbeit, 2007
94 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 Die Determinanten der Migration
2.1 Theorien zur internationalen Migration
2.1.1 Die Neoklassische Theorie
2.1.2 Die neue Migrationsökonomik
2.1.3 Das Gravitationsmodell und der Push-Pull-Ansatz
2.1.4 Die Duale Arbeitsmarkttheorie
2.1.5 Die Netzwerktheorie
2.2 Handel und der Migrationsbuckel
3 NAFTA – Vertrag, Kontroverse, Motivation
4 Einfluss der NAFTA auf die Migrationsdeterminanten in den USA
4.1 Makroökonomische Rahmenbedingungen zum Beginn von NAFTA: Technologieboom und Rezession
4.2 Wirkungen von NAFTA am Beispiel Kaliforniens
4.3 Determinanten der Arbeitsnachfrage in den USA nach In-Kraft-Treten von NAFTA und die Migrationspolitik der USA
4.4 Die Pullfaktoren in den USA - ein Resümee
5 Einfluss von NAFTA auf die Migrationsdeterminanten in Mexiko
5.1 Die Ausgangssituation Mexikos und die makroökonomischen Rahmenbedingungen
5.2 Die Auswirkungen von NAFTA auf die Push-Faktoren der Migration in Mexiko
5.3 Die Entwicklung der regionalen Wirtschaftsstrukturen
5.3.1 Sektor Maquiladora
5.3.2 Die Landwirtschaft
5.4 Pushfaktoren in Mexiko – ein Resümee
6 Schlusswort
Die Arbeit untersucht, ob und inwiefern das Nordamerikanische Freihandelsabkommen (NAFTA) den Strom legaler und illegaler Arbeitsmigranten von Mexiko in die USA nachhaltig beeinflusst hat, wobei die ökonomischen Determinanten der Migration im Fokus stehen.
2.1.1 Die Neoklassische Theorie
Die klassische Theorie nach Adam Smith erklärt den Urbanisierungsprozess im Zuge der Industrialisierung und die damit verbundene Arbeitsmigration. Zwar verfolgte der Ansatz ursprünglich nicht das Ziel, das internationale Migrationsphänomen zu untersuchen, er liefert jedoch einen ersten Einblick in migrationsauslösende Faktoren. Ausgangspunkt der Migrationsentscheidung sind die bestehenden Lohnunterschiede zwischen Sender- und Empfängerland, die den Migranten veranlassen, dort hinzugehen, wo er seinen Nutzen über das Einkommen maximieren kann.
Der neoklassische Ansatz wird in zwei Modellen verfeinert. Im mikroökonomischen Modell steht das individuelle Kosten-Nutzen-Kalkül im Vordergrund. Ausgehend vom Humankapitalansatz von Larry A. Sjaastad (1962) wird die internationale Migration als eine langfristige Investition in das Humankapital betrachtet, die sich im Laufe der Zeit amortisiert. Der abdiskontierte Einkommensgewinn des Migranten entsteht durch die Differenz zwischen den erwarteten Einkommen im Ziel- und Herkunftsland. Der Humankapital-Bestand des Individuums beeinflusst die Entlohnung und die Beschäftigungswahrscheinlichkeit. Produktivität ist in diesem Ansatz mit Humankapital gleich zu setzen, ihr Anstieg geht mit einer höheren Entlohnung einher. Reduziert wird der Einkommensgewinn durch die Mobilitätskosten. Sie umfassen die Transportkosten vom Herkunfts- zum Zielort, die Unterkunftskosten am Zielort und auch die psychische Belastung, Freunde und Familie verlassen zu müssen. Bei der illegalen Migration kommen noch Kosten hinzu, die durch die physische Belastung der Grenzüberquerung und die Bezahlung von Grenzschleppern, so genannten Coyote, erzeugt werden.
Folglich steigt die Migrationswahrscheinlichkeit „…je höher die Einkünfte im Zielland im Vergleich zu den jetzigen Einkommen im Herkunftsland, je kleiner die Wanderungskosten sind, je mehr Jahre im Erwerbsleben noch verbracht werden müssen.“ Bereits im Zielland ansässige Migranten aus dem gleichen Herkunftsland stellen einen Kosten reduzierenden Faktor dar. Sie können die psychische Belastung lindern, fern der Heimat zu sein. Eine vertiefende Darstellung hierzu folgt im Abschnitt 2.1.5.
1 Einleitung: Die Einleitung erläutert den Kontext des NAFTA-Abkommens und formuliert die zentrale Fragestellung bezüglich der Auswirkungen auf Migrationsströme zwischen Mexiko und den USA.
2 Die Determinanten der Migration: Dieses Kapitel liefert die theoretische Basis, indem wichtige migrationsökonomische Theorien sowie das Modell des Migrationsbuckels vorgestellt werden.
3 NAFTA – Vertrag, Kontroverse, Motivation: Hier werden die Inhalte des Freihandelsvertrags sowie die damit verbundenen Ziele und politischen Kontroversen dargelegt.
4 Einfluss der NAFTA auf die Migrationsdeterminanten in den USA: Dieses Kapitel analysiert die US-amerikanische Arbeitsmarktentwicklung und den spezifischen Einfluss von NAFTA sowie der Migrationspolitik.
5 Einfluss von NAFTA auf die Migrationsdeterminanten in Mexiko: Die Untersuchung konzentriert sich auf die makroökonomischen Schocks, wie die Pesokrise, und die strukturellen Auswirkungen in Sektoren wie der Maquiladora-Industrie und der Landwirtschaft.
6 Schlusswort: Das Schlusswort resümiert, dass NAFTA die erhoffte Migrationsminderung bisher nicht erreicht hat und die Ursachen für anhaltende Migration in einem komplexen Gefüge aus krisenbedingten Schocks, demografischem Druck und US-Arbeitsmarktnachfrage liegen.
NAFTA, Internationale Migration, Arbeitsmarkt, Mexiko, USA, Freihandel, Migrationstheorien, Maquiladora, Arbeitsnachfrage, Pesokrise, Humankapital, Netzwerkeffekte, Migrationsbuckel, Strukturwandel, Push-Pull-Faktoren
Die Arbeit analysiert, wie sich das nordamerikanische Freihandelsabkommen NAFTA auf die Migrationsbewegungen zwischen Mexiko und den Vereinigten Staaten ausgewirkt hat.
Zentrale Themen sind Migrationstheorien, die ökonomischen Auswirkungen von Freihandelsabkommen, die Arbeitsmarktentwicklung in den USA (insbesondere Kalifornien) und die Auswirkungen auf die mexikanische Wirtschaftsstruktur.
Das primäre Ziel ist es zu untersuchen, ob NAFTA den Strom an legalen und illegalen Arbeitskräften reduziert hat, wie es von den Unterzeichnern erhofft wurde.
Es handelt sich um eine wissenschaftliche Arbeit im Bereich der internationalen Volkswirtschaftslehre, die theoretische Modelle mit empirischen Daten und Studien zu Arbeitsmarkt- und Wirtschaftsindikatoren verknüpft.
Der Hauptteil behandelt die ökonomischen Determinanten der Migration, die Geschichte und Ziele von NAFTA sowie die spezifischen Auswirkungen der Handelsliberalisierung auf die US-amerikanische Nachfrage nach Arbeitskräften und die Push-Faktoren innerhalb Mexikos.
Die wichtigsten Begriffe sind NAFTA, Migrationsdeterminanten, Freihandel, Arbeitsmarkt, Maquiladora, Pesokrise und Migrationsbuckel.
Die Finanzkrise von 1995 wirkte als exogener Schock, der den kurzfristigen Migrationsdruck massiv erhöhte und die positiven Integrationserwartungen von NAFTA in den ersten Jahren überlagerte.
Netzwerke werden als entscheidender Faktor identifiziert, da sie Informationsflüsse über Arbeitsmöglichkeiten sicherstellen, Migrationskosten reduzieren und die Migrationswahrscheinlichkeit unabhängig von kurzfristigen Lohnschwankungen stabilisieren.
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