Magisterarbeit, 2010
119 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
1.1. Erkenntnisinteresse und Fragestellung
1.2. Gliederung der Forschungsarbeit
2. Angebote im Raum des Sports
2.1. Das Verhältnis von Angebot und Nachfrage im Sport
2.2. Wellenreiten als Angebot im Sport
2.2.1. Das stilistische Feld der Surfszene
2.2.2. Die eigenlogische Ökonomie der Szene
2.2.3. Besonderheiten des deutschen Szeneraums
2.3. Leitende Forschungsfragestellung
3. Forschungsmethoden
3.1. Kennzeichen qualitativer Sozialforschung
3.2. Das episodische Interview
3.3. Aufbau und Themenbereiche des Interview-Leitfadens
3.4. Erhebungsdurchführung
3.4.1. Kontaktaufnahme
3.4.2. Räumliches Setting
3.4.3. Aufzeichnungstechnik
3.4.4. Interviewstil
3.4.5. Interviewverlauf
3.5. Interviewtranskription
3.6. Entwicklung des Auswertungsschemas
3.6.1. Deduktiv erarbeitete Kategorien
3.6.2. Induktiver Feinschliff
3.7. Zwischenfazit
4. Das Angebot von Faith21
4.1. Die Anbieter
4.1.1. Miller
4.1.2. Rik
4.1.3. Das Anbieterteam
4.1.4. Angebotsrelevantes Wissen der Anbieter
4.2. Surfboards
4.2.1. Surfboardshapes
4.2.2. Shaper
4.2.3. Surfboardgrafiken
4.2.4. Marktpositionierung
4.3. Kleidung
4.3.1. Funktionelle Surfbekleidung
4.3.2. Surfmode
4.4. Streetart
4.4.1. Integration von Streetart
4.4.2. Bilder des Surfens
4.4.3. Markenlogo
4.5. Der ideale Stilist
4.6. Das Kollektiv
4.6.1. Das performative Korps des Faith21-Stils
4.6.2. Instanz der Produktbeglaubigung
4.6.3. Verflüssigung der Grenze von Unternehmen und Szene
5. Zusammenfassung
5.1. Weiterführende Fragestellungen
Die Arbeit untersucht das Verhältnis zwischen postmodernen Bewegungskulturen und kommerziellen Angeboten am Beispiel des Surflabels Faith21. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert darauf, wie die Angebotsgestaltung von Faith21 szenespezifisches kulturelles Kapital symbolisiert und somit Versprechen an die in der deutschen Wellenreitszene aktiven Sportler formuliert.
4.2. Surfboards
Die Untersuchung wird mit der Kategorie Surfboards begonnen, da sich Faith21 auch selbst vornehmlich als eine „Surfboard-Marke“ versteht und schon die Idee der Firmengründung im Jahr 2004 darauf beruht, „Bretter zu bauen für deutsche Kunden, die aber internationalen Standard haben“. Faith21 stellt sich damit „als Hardware Firma“ dar und versucht stets, auch auf Grund der besonderen Bedeutung von Hardware in der Szene, sich in die Nähe dieser Artefakte, nämlich Surfboards, zu positionieren und sie als „Aushängeschild“ ihres Angebots aufzubauen.
Das hohe Ansehen von Surfboards resultiert aus ihrer Eingebundenheit in jede praktische Darbietung des Wellenreitens. Es zeigt sich in der emotionalen Haltung der Akteure zu ihren Artefakten und der historisch gewordenen, heraldischen Bedeutung von Surfboards in der Szene.
Die Performance des Wellenreiters erfolgt in einem permanenten Schwellenzustand zwischen der Hingabe an die Situation und ihrer Kontrolle. Das Surfbrett dient dem Surfer hierbei als emotional hoch besetztes Instrument zur Intensivierung von Erfahrungen und Erlebnissen sowie dem Erfinden und Weiterentwickeln von Manövern. Die Akteure verströmen ihre Affekte, Gefühle und Wünsche an die Geräte und wandeln sie auf diese Weise zu „charismatischen Produkten.“
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die persönliche Faszination des Autors für das Surfen ein und leitet das Forschungsinteresse her, welches die kommerziellen Versprechen von Marken an das Lebensgefühl der Surfer hinterfragt.
2. Angebote im Raum des Sports: Dieses Kapitel verankert die Untersuchung theoretisch, indem es Sport als relationales Feld begreift und die Wellenreitszene als spezifische, inszenatorisch-präsentatorische Bewegungskultur definiert.
3. Forschungsmethoden: Hier wird der Einsatz episodischer Interviews als qualitative Erhebungsmethode begründet, um sowohl Expertenwissen als auch die subjektiven Deutungsmuster der Anbieter von Faith21 zu erfassen.
4. Das Angebot von Faith21: Der Hauptteil analysiert detailliert die Gestaltung des Angebots – von der physischen Beschaffenheit der Surfboards über die modische Kleidung bis hin zur Integration von Streetart-Elementen – und deren Funktion als symbolische Kommunikationsmittel.
5. Zusammenfassung: Die Schlussbetrachtung synthetisiert die Ergebnisse und zeigt auf, dass Faith21 durch seine spezifische Strategie ein neues Legitimationsmuster schafft, welches die Kluft zwischen lokalen Bedingungen und globalen Ansprüchen für deutsche Surfer überbrückt.
Wellenreiten, Surfen, Faith21, Kultursoziologie, Postmoderne Bewegungskulturen, Angebot und Nachfrage, Sportmarkt, Performance Capital, Habitus, Identität, Markeninszenierung, Qualitative Sozialforschung, Episodisches Interview, Symbolökonomie, Stil-Aristokratie.
Die Arbeit analysiert, wie ein kommerzielles Unternehmen – das junge Surflabel Faith21 – seine Produkte gestaltet, um auf die spezifischen kulturellen Bedürfnisse und Identitätsvorstellungen deutscher Wellenreiter einzugehen.
Die Schwerpunkte liegen auf der Schnittstelle von Sportsoziologie und Marketing, der Analyse von Szeneidentitäten, der Bedeutung von Lifestyle-Produkten und der Rolle von symbolischem Kapital in Bewegungskulturen.
Die Forschungsfrage untersucht, wie die Angebotsgestaltung von Faith21 in den Augen seiner Anbieter szenespezifisches kulturelles Kapital gegenüber deutschen Wellenreitern symbolisiert.
Es handelt sich um eine qualitative Sozialforschung. Die Datenbasis bilden episodische Interviews mit den beiden Gründern von Faith21, die mittels Kodiertechniken der Grounded Theory ausgewertet wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Anbieter, der Produktgruppen (Surfboards, Kleidung) und der Einbindung von Streetart sowie der Rolle des Kollektivs bei der Vermittlung von Authentizität.
Neben dem Kernbegriff des Wellenreitens sind dies besonders Begriffe wie Habitus, performance capital, symbolische Strategien, Distinktionsmedium und die Verknüpfung von urbanem Alltag mit Surfkultur.
Das Kollektiv dient der Beglaubigung der Marke. Indem die Anbieter alle Beteiligten (Shaper, Künstler, Teamfahrer) als leidenschaftliche Wellenreiter inszenieren, verflüssigen sie die Grenze zwischen Unternehmen und Szene und erzeugen Glaubwürdigkeit.
Im Gegensatz zu großen Firmen, die oft nur globale Urlaubsklischees (Palmen, Strand) bedienen, zielt Faith21 durch seine urbane Ästhetik und die Orientierung an spezifischen lokalen Bedürfnissen auf ein reflektiertes, aktives Publikum ab.
Streetart fungiert als ein entscheidendes Distinktionsmerkmal. Durch die Zusammenarbeit mit Künstlern integriert die Marke Attribute wie Kreativität, Autonomie und Subversivität in ihre Produkte, was sie als "Underground-Firma" positioniert.
Der Autor beschreibt, dass deutsche Surfer aufgrund ihrer geografischen Lage seltener in perfekten Wellen surfen können als Surfer in Küstennationen. Die Produkte von Faith21 sind so gestaltet, dass sie auch unter diesen hiesigen, suboptimalen Bedingungen eine prestigeträchtige Ausübung des Sports ermöglichen.
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