Examensarbeit, 2009
99 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Schriftspracherwerb
2.1 Schriftsystem der deutschen Sprache
2.2 Erwerbsmodell
2.3 Routenmodell des Lesens und des Schreibens
2.4 Vorläuferfähigkeiten des Schriftspracherwerbs
2.5 Gründe für Lernerfolg und Lernversagen beim Schriftspracherwerb
3. Lese-Rechtschreibstörung
3.1 Definition
3.2 Verbreitung von LRS
3.3 Ursachen
3.3.1 Genetische Ursachen
3.3.2 Auditive Wahrnehmung als Ursache
3.3.3 Visuelle Wahrnehmung als Ursache
3.3.4 Gedächtnis als Ursache
3.3.5 Beeinflussende Faktoren
3.4 Erkennungsmerkmale und Begleitsymptome
3.5 Verlauf
3.5.1. Besonderheiten in der Sekundarstufe 1
3.6 Diagnostik
3.7 Förderung
3.8 Prävention
3.9 Rechtliche, schulische und finanzielle Hintergründe
4. Herkömmliche und computergestützte Förderprogramme
4.1 Herkömmliche Förderprogramme
4.1.1 Lautgetreue Rechtschreibförderung, Reuter-Liehr
4.1.2 Systematische Unterrichtung nach Kossow
4.1.3 Marburger Rechtschreibtraining, Schulte-Körne und Mathwig
4.1.4 Kieler Lese-Rechtschreibaufbau, Dummer-Schmoch und Hackethal
4.1.5 Strategisches Lernen nach Mannhaupt
4.2 Computergestützte Förderprogramme
4.2.1 Uniwort – Universelles Worttraining, Treager
4.2.2 ULK – Rettung für den Zeitreisenden, Cornelsen
4.2.3 Fast forWord Language v2, Scientific Learning
4.2.4 Gut 1, Computer und Lernen
4.2.5 Alfons Lernwelt - Deutsch 1-2, Schroedel
5. Eine Auswahl computergestützter Förderprogramme sowie deren Beurteilung
5.1 Cesar Schreiben 1.0, CES-Verlag
5.1.1 Bedienung des Programms
5.1.2 Inhalt des Programms
5.1.3 Bewertung und Wirksamkeit
5.2 Schreib- und Leselabor 2.0, Medienwerkstatt
5.2.1 Bedienung des Programms
5.2.2 Inhalt des Programms
5.2.3 Bewertung und Wirksamkeit
5.3 Der neue Karolus 4.0, Veris-Verlag
5.3.1 Bedienung des Programms
5.3.2 Inhalt des Programms
5.3.3 Bewertung und Wirksamkeit
6. Eine Erprobung des „Karolus“ in einer Gruppe von Kindern mit Förderbedarf im Lesen und Rechtschreiben
6.1 Beschreibung der Fördergruppe
6.2 Erprobung des „Karolus“
7. Ergebnisse und Interpretation der Erprobung
7.1 Allgemeiner Umgang mit dem Programm
7.2 Ergebnisse der Schüler in den einzelnen Aufgaben
7.2.1 Ergebnisse in der Kategorie „Lesen“
7.2.2 Ergebnisse in der Kategorie „Schreiben“
7.3 Auswertung des Fragebogens
7.4 Interpretation der Ergebnisse
7.5 Eignung und Wirksamkeit des Programms
8. Sinn und Unsinn solcher Programme, Vorschläge zur Förderung
8.1 Sinn und Unsinn herkömmlicher und computergestützter Förderprogramme für Kinder mit LRS
8.2 Fördervorschläge
9. Schlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der Lese-Rechtschreibstörung (LRS) und analysiert kritisch die Wirksamkeit sowohl herkömmlicher als auch computergestützter Förderprogramme. Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die Anforderungen an eine effektive Förderung zu entwickeln und den praktischen Einsatz sowie die Grenzen aktueller Lernsoftware zu bewerten.
2.2 Erwerbsmodell
Die symptomspezifischen Trainings in der LRS-Therapie lassen sich, wie bereits oben erwähnt, verschiedenen Entwicklungsstufen des Schriftspracherwerbs zuordnen.
Hierzu kann das Modell von Uta Frith aus dem Jahre 1985 herangezogen werden, welches durch eine Reihe von empirischen Studien in seinen Grundannahmen bestätigt worden ist (vgl. Schulte-Körne 2004, S. 76) und auch international viel Beachtung findet.
Im Modell werden die kindlichen Strategien des Schriftsprachzugangs berücksichtigt. Dabei handelt es sich um eine Dreiteilung der Entwicklung, und zwar in eine logographische, eine alphabetische und eine orthographische Stufe.
Die logographische Stufe ist in Bezug auf das Lesen durch das Erkennen herausragender Merkmale eines Wortes gekennzeichnet.
Beim Schreiben auf dieser ersten Entwicklungsstufe kann vielmehr von Zeichnungen gesprochen werden. Bekannte Schriftzüge, wie z.B. McDonalds oder Namen, werden abgemalt und anhand ihrer graphischen Besonderheiten wiedererkannt. Kinder haben in dieser vorschulischen Entwicklungsstufe bereits Vorstellungen davon, dass Laute in Zeichen ausgedrückt werden können, aber die Buchstaben-Laut-Beziehungen sind ihnen noch unbekannt.
In der sich anschließenden alphabetischen Stufe sind die Kinder nun dazu in der Lage, die Struktur der bisher bekannten Schriftbilder zu erfassen. Sie können folglich Wörter als Aneinanderreihungen einzelner Buchstaben wahrnehmen und sie mit ihrer lautlichen Repräsentation in Verbindung setzen. Somit findet ein qualitativ neuer Entwicklungsschritt statt, der die Einsicht in das phonetisch-phonologische Prinzip der Verschriftlichung unserer Sprache ermöglicht.
1. Einleitung: Einführung in das Thema LRS, die Relevanz der Förderprogramme und die Fragestellungen der Arbeit.
2. Schriftspracherwerb: Darstellung der Prozesse des Schriftspracherwerbs, der relevanten Erwerbsmodelle sowie der nötigen Vorläuferfähigkeiten.
3. Lese-Rechtschreibstörung: Umfassende Definition, Ursachen, Symptomatik, Diagnostik und rechtliche Aspekte der Lese-Rechtschreibstörung.
4. Herkömmliche und computergestützte Förderprogramme: Vorstellung verschiedener Ansätze, von traditionellen Trainings bis hin zu spezifischer Lernsoftware.
5. Eine Auswahl computergestützter Förderprogramme sowie deren Beurteilung: Detaillierte Analyse und Bewertung ausgewählter Softwarelösungen anhand eines Kriterienkatalogs.
6. Eine Erprobung des „Karolus“ in einer Gruppe von Kindern mit Förderbedarf im Lesen und Rechtschreiben: Beschreibung des praktischen Vorgehens bei der Erprobung der Lernsoftware in einer Gruppe.
7. Ergebnisse und Interpretation der Erprobung: Darstellung der gesammelten Daten, Fehleranalysen und Auswertung der Schülerbefragung zur Nutzung der Software.
8. Sinn und Unsinn solcher Programme, Vorschläge zur Förderung: Kritische Reflexion über den Einsatz digitaler Medien und Entwicklung konkreter Fördervorschläge für die Praxis.
9. Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Bewertung, Fazit der Untersuchungen und Ausblick auf zukünftige Entwicklungen.
Lese-Rechtschreibstörung, LRS, Schriftspracherwerb, Förderprogramme, Lernsoftware, phonologische Bewusstheit, Lesefertigkeit, Rechtschreibfertigkeit, Diagnostik, Pädagogische Förderung, Grundschule, Sekundarstufe, Erwerbsmodell, Interventionsstudie, Inklusion.
Die Arbeit widmet sich der Untersuchung der Lese-Rechtschreibstörung (LRS) und analysiert, wie herkömmliche und computergestützte Förderprogramme effektiv zur Unterstützung betroffener Kinder eingesetzt werden können.
Das Spektrum reicht von den theoretischen Grundlagen des Schriftspracherwerbs und den Ursachen der LRS über eine Bestandsaufnahme aktueller Förderprogramme bis hin zu einer praktischen Erprobung und deren kritischer Auswertung.
Das Ziel besteht darin, Anforderungen an Förderprogramme zu definieren und zu prüfen, welche digitalen Ansätze tatsächlich einen Mehrwert bieten und wie diese in die bestehende schulpädagogische Praxis integriert werden können.
Neben einer theoretischen Literaturanalyse zur Untermauerung der Konzepte führt die Autorin eine explorative Evaluation in Form einer praktischen Erprobung der Software „Der neue Karolus 4.0“ mit einer Gruppe von Schülern durch.
Der Hauptteil gliedert sich in eine systematische Vorstellung und Bewertung verschiedener Lernsoftware-Programme sowie eine detaillierte Auswertung einer praktischen Erprobungsphase, inklusive Fehleranalysen und Fragebogenauswertungen.
Die Arbeit ist insbesondere durch Begriffe wie LRS, Förderdiagnostik, phonologische Bewusstheit, Lernsoftware-Evaluation und schulpädagogische Unterstützung definiert.
Das Programm wird als ein auf dem „Kieler Lese- und Rechtschreibaufbau“ basierendes, strukturiertes Übungssystem beschrieben, das insbesondere durch spielerische Elemente und ein Maskottchen die kindliche Motivation fördern soll.
Die Autorin kommt zu dem Ergebnis, dass Lernsoftware eine sinnvolle Bereicherung sein kann, jedoch den direkten Förderunterricht und die pädagogische Beziehung nicht ersetzen darf und immer in ein breiteres Fördernetzwerk eingebettet sein sollte.
Programme, die sich primär auf Unterhaltung und Belustigung konzentrieren, vernachlässigen oft die notwendige didaktische Tiefe, die für Kinder mit tatsächlicher Lese-Rechtschreibstörung zur Überwindung ihrer spezifischen Defizite erforderlich ist.
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