Bachelorarbeit, 2010
49 Seiten, Note: 1,3
1 BEGLEITUNG VON UNTERNEHMENSSANIERUNGEN DURCH BANKEN
2 EINBINDUNG EXTERNER BERATER IN DIE UNTERNEHMENSSANIERUNG
2.1 ABBAU VON INFORMATIONSASYMMETRIEN ZWISCHEN KREDITNEHMER UND BANK
2.2 AUSWAHL UND EINBINDUNG EINES GEEIGNETEN SANIERUNGSBERATERS
2.3 BEDEUTUNG DES SANIERUNGSKONZEPTES FÜR DEN ERFOLG EINER UNTERNEHMENSSANIERUNG
3 BEDEUTUNG DES SANIERUNGSPOOLS FÜR EINE ERFOLGREICHE FINANZWIRTSCHAFTLICHE UNTERNEHMENSSANIERUNG
3.1 WICHTIGKEIT DER SANIERUNGSPOOLBILDUNG
3.2 ORGANISATION DES SANIERUNGSPOOLS
3.3 HAFTUNGSRISIKEN FÜR DEN SANIERUNGSPOOL
4 NOTWENDIGKEIT DER PRIMÄREN FINANZWIRTSCHAFTLICHEN UNTERNEHMENSSANIERUNG
4.1 FINANZWIRTSCHAFTLICHE SOFORTMAßNAHMEN ZUR VERMEIDUNG DER ZAHLUNGSUNFÄHIGKEIT
4.2 ABWENDUNG EINER INSOLVENZRECHTLICH RELEVANTEN ÜBERSCHULDUNG
4.3 NOTWENDIGKEIT DER VERZAHNUNG VON FINANZWIRTSCHAFTLICHER UND OPERATIVER SANIERUNG
5 RESÜMEE
Die Arbeit untersucht den Prozess der Begleitung von Unternehmenssanierungen durch Banken in der Phase vor einem Insolvenzantrag. Ziel ist es, kritische Erfolgsfaktoren zu identifizieren, die eine erfolgreiche Sanierung begünstigen und die Risiken für die beteiligten Kreditinstitute minimieren.
2.2 Auswahl und Einbindung eines geeigneten Sanierungsberaters
Grundsätzlich ist die Unternehmenssanierung als Aufgabe der Geschäftsführung des Unternehmens anzusehen. Je stärker die Krise jedoch ihre Ursache in einem Managementversagen hat, desto wahrscheinlicher ist es, dass eine nachhaltige Unternehmenssanierung nur durch Einbindung externer Berater gelingen kann. Dies liegt vor allem darin begründet, dass die in der Krisensituation zu lösenden Probleme weitaus komplexer als im normalen Tagesgeschäft sind, die Unternehmer unter hohem Zeitdruck stehen und oft in hohem Maße befangen sind. Darüber hinaus sind die vorliegenden Informationen häufig unvollständig oder unzuverlässig.
Um eine Überlastung des Managements und eine Vernachlässigung des operativen Geschäftes zu vermeiden, empfiehlt sich zur Sicherung einer hohen Turn-Around-Chance die (zeitlich befristete) Installation eines Sanierungsmanagements, zumal viele erfolgsversprechende Sanierungen in der Umsetzungsphase scheitern, weil das Tagesgeschäft vorgeht und die Umsetzung durch das Management nicht oder nicht vollständig durchgeführt wird. 57% der Banken geben auch vor diesem Hintergrund eine Empfehlung zum Einsatz eines Sanierungsberaters ab, zumal die anstehende Sanierung i. d. R. für das Unternehmen die letztmalige Chance darstellt, das Ende abzuwenden und sie deshalb Erfolg haben muss, um Schaden von den Gesellschaftsgläubigern abzuwenden.
Die – auch in den MaRisk geforderte – Einbindung eines unabhängigen externen Sanierungsträgers zwecks Erstellung eines Gutachtens über die Sanierungsfähigkeit und ggf. zur Umsetzung der empfohlenen Sanierungsmaßnahmen im Unternehmen wird dabei von den Banken als eine wesentliche Maßnahme des verantwortlichen Unternehmers angesehen, zumal 90% der befragten Kreditinstitute der Ansicht sind, dass der Unternehmer erst aufgrund des zunehmenden Drucks von Bankenseite mit wirklichen Sanierungsmaßnahmen reagiert. Darüber hinaus besteht eine wesentliche Aufgabe des Sanierungsberaters auch darin, mittels Vorlage seines Sanierungskonzeptes die aus Principal-Agent-theoretischer Sicht in der Krise besonders ausgeprägte Informationsasymmetrie auszugleichen. Insofern gilt die Einbindung eines Unternehmensberaters meist als Voraussetzung zur weiteren Sanierungsbegleitung durch die Banken.
1 BEGLEITUNG VON UNTERNEHMENSSANIERUNGEN DURCH BANKEN: Einführung in die Problematik steigender Unternehmensinsolvenzen und die Rolle der Banken bei der Sanierungsbegleitung unter Berücksichtigung regulatorischer Anforderungen.
2 EINBINDUNG EXTERNER BERATER IN DIE UNTERNEHMENSSANIERUNG: Analyse der Notwendigkeit externer Unterstützung zur Reduzierung von Informationsasymmetrien und zur Sicherstellung einer fachkundigen Sanierung.
3 BEDEUTUNG DES SANIERUNGSPOOLS FÜR EINE ERFOLGREICHE FINANZWIRTSCHAFTLICHE UNTERNEHMENSSANIERUNG: Untersuchung der Vorteile und Risiken von Sicherheitenpools sowie der Organisation der Zusammenarbeit zwischen Gläubigern.
4 NOTWENDIGKEIT DER PRIMÄREN FINANZWIRTSCHAFTLICHEN UNTERNEHMENSSANIERUNG: Darstellung kurzfristiger Maßnahmen zur Liquiditätssicherung und Vermeidung insolvenzrechtlicher Tatbestände sowie die Bedeutung der Verzahnung mit operativen Sanierungsschritten.
5 RESÜMEE: Zusammenfassung der zentralen Erfolgsfaktoren und strategischen Handlungsempfehlungen für Banken und Unternehmen im Sanierungsprozess.
Unternehmenssanierung, Banken, Insolvenzvermeidung, Sanierungsberater, Sanierungskonzept, Sicherheitenpool, Liquiditätssicherung, Principal-Agent-Theorie, MaRisk, Krisenmanagement, Restrukturierung, Haftungsrisiken, Zahlungsunfähigkeit, Überschuldung, Turn-Around.
Die Bachelorarbeit beschäftigt sich mit dem Prozess, wie Banken Unternehmen unterstützen, die sich in einer existenzbedrohenden Krise befinden, jedoch noch vor der offiziellen Stellung eines Insolvenzantrags stehen.
Die Schwerpunkte liegen auf der Einbindung externer Berater, der Bildung und Organisation von Banken- bzw. Sicherheitenpools sowie der Durchführung finanzwirtschaftlicher Sofortmaßnahmen zur Sanierung.
Das Ziel ist es, auf Basis empirischer Erkenntnisse aufzuzeigen, welche Maßnahmen und Faktoren die Erfolgsaussichten eines Turn-Arounds erhöhen und wie Banken dabei ihre eigenen Haftungsrisiken minimieren können.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten theoretischen Herleitung (unter anderem unter Verwendung der Principal-Agent-Theorie) in Kombination mit der Auswertung empirischer Studien zur Qualität von Sanierungsprozessen und Bankenpraktiken.
Der Hauptteil gliedert sich in die Bereiche externe Beratung, die Bildung von Sanierungspools und die Notwendigkeit von Sofortmaßnahmen zur Liquiditäts- und Bilanzoptimierung, um eine Insolvenz abzuwenden.
Wichtige Begriffe sind Sanierungskonzept, Sanierungspool, Informationsasymmetrie, Liquiditätssicherung, faktische Geschäftsführung und MaRisk.
Banken bewerten die Qualität des Beraters als zentralen Erfolgsfaktor, da eine hohe „handwerkliche“ Sanierungserfahrung notwendig ist, um Krisenursachen zu identifizieren und die notwendige Transparenz zwischen Schuldner und Gläubiger herzustellen.
Ein wesentliches Risiko ist der Vorwurf der „faktischen Geschäftsführung“, wenn Bankmitarbeiter zu stark in operative Entscheidungen eingreifen. Zudem müssen Banken Haftungsrisiken vermeiden, die aus insolvenzrechtlichen Anfechtungen bei einer erfolglosen Sanierung resultieren können.
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