Doktorarbeit / Dissertation, 2010
186 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
1.1. Das Forschungsobjekt
1.2. Forschungslage und Forschungsfragen
1.3. Methodik und Quellen
2. Der historische Kontext
3. Der kunsthistorische Kontext
3.1. Die Barockarchitektur in Bayern
3.2. Gesamt- und Regiekunstwerke, das Theatrum Sacrum und Weltenburg
3.3. Die Künstler des bayerischen Barock
3.3.1. Künstlerlaufbahnen
3.3.2. Die Künstlerfamilie Asam
3.3.3. Frater Philipp Plank
3.3.4. Abt Maurus Bächl
4. Die Baugeschichte von Weltenburg (1709-1803)
4.1. Der Weg zum neuen Konventgebäude (1709-1716)
4.1.1. Zerfallende Mauern, bröckelnde Disziplin
4.1.2. Abt Maurus Bächl ergreift die Initiative
4.1.3. Die Errichtung des Konventgebäudes (1714-1716)
4.2. Die Planung der neuen Abteikirche
4.2.1. Die alte Kirche
4.2.2. Die Vorgaben für den Neubau
4.2.3. Der Weg von den Vorgaben zum Zentralbau
4.2.4. Die Vorbilder
4.2.5. Baupläne
4.2.6. Die Architektenfrage
4.3. Der Rohbau der Abteikirche
4.4. Die Kirch- und Altarweihe
4.5. Die Ausstattungsphase 1718 bis 1721
4.6. Der Besuch des Kurfürsten
4.7. Die erste Asam-Ausstattungsphase (1721 bis 1723)
4.8. Das Kirchweih- und Primizfest 1721
4.9. Die Errichtung des Hochaltars der Abteikirche
4.9.1. Der barocke Altar im Sinne des Tridentinums
4.9.2. Der Hochaltar und das Patrozinium
4.9.3. Das Konzept des Hochaltars und seine Bestandteile
4.10. Der Umbau der Ostfassade
4.11. Die Fertigstellung des Hochaltars (1722-1723)
4.12. Die zweite Asam-Ausstattungsphase (1734-1736)
4.13. Ergänzungen und Restaurierungen (1736 – 1803)
4.14. Säkularisierung und Neubeginn (1803 – 2010)
5. Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit der Baugeschichte der Benediktinerabtei Weltenburg auseinander, um die bisherige Forschung zu revidieren und eine neue Interpretation der baulichen Abläufe unter Abt Maurus Bächl und der Rolle der Asambrüder zu etablieren. Die zentrale Forschungsfrage untersucht dabei die tatsächliche Verantwortlichkeit für Architektur und ikonologisches Programm und hinterfragt den Status der Kirche als vermeintliches "Gesamtkunstwerk".
3.3.2. Die Künstlerfamilie Asam
Es ist viel geschrieben worden über die Asamfamilie, dennoch bleibt ihr Bild blass. Dies liegt weniger an den Forschern, sondern an den mangelnden Quellen. Die Asams zählten nicht zur gelehrten, ja auch nicht zu den gebildeten Bürgern ihrer Zeit. Ihr Interesse beschränkte sich auf ihre Arbeit und ihre Familie. Keiner von ihnen hat Schriften hinterlassen, die ihre Arbeit in irgendeiner Form reflektieren bzw. Bezug auf das politische und künstlerische Geschehen der Zeit nehmen. Im bruchstückhaft erhaltenen Schriftverkehr geht es so gut wie ausschließlich um die Anbahnung bzw. Abwicklung von Aufträgen bzw. zu Koordinierung derselben innerhalb der Familienmitglieder.
Die hohen Beträge, die von den beiden berühmten Brüder an die Kirche flossen bzw. vereinzelte Passagen aus ihren Briefen lassen lediglich den Schluss zu, dass es sich bei ihnen um Bürger handelte, deren Gläubigkeit und Gottesfurcht eher über als unter dem Durchschnitt der Zeit lagen, was auch in ihrer offensichtlich skandalfreien Lebensführung zum Ausdruck kam.
Den Namen Asam findet man in Bayern seit dem Mittelalter an verschiedenen Orten. Das Fehlen genealogische Zusammenhänge ist auf den Namensursprung zurückzuführen, der auf die Kurzform ,Asm‘ des damals nicht allzu seltenen Vornamens ,Erasmus‘ zurückgeht. Die Wurzeln unserer Künstlerfamilie Asam lassen sich in der bayerischen Pfarrei Rott am Inn bis 1570 zurückverfolgen. Die Asams waren ursprünglich Bauern, 1640 scheint dann ein Christoph Asam als Braumeister der Klosterbrauerei Rott am Inn auf. Aus seiner Ehe gingen acht Kinder hervor, darunter auch jener Georg Asam, der als Maler, Freskant und Vater von Cosmas Damian und Egid Quirin Asam etwas näher beleuchtet werden soll.
1. Einleitung: Einführung in das Forschungsobjekt, die kritische Fragestellung und die methodische Herangehensweise unter Berücksichtigung der quellenkritischen Herausforderungen.
2. Der historische Kontext: Einordnung der Abtei Weltenburg in die politischen und sozialen Rahmenbedingungen Bayerns nach dem Dreißigjährigen Krieg.
3. Der kunsthistorische Kontext: Analyse der zeitgenössischen Architekturströmungen, der Künstlerlaufbahnen und der Konzepte von Gesamt- und Regiekunstwerken in Bezug auf das Theatrum Sacrum.
4. Die Baugeschichte von Weltenburg (1709-1803): Umfassende und detaillierte chronologische Untersuchung des Klosterbaus, der Planung und Ausstattung der Kirche sowie der entscheidenden Rolle des Abtes Bächl.
5. Zusammenfassung: Synthese der Forschungsergebnisse zur Entstehungsgeschichte und zur Verantwortlichkeit am Bau.
Weltenburg, Benediktinerabtei, Asambrüder, Maurus Bächl, Barockarchitektur, Baugeschichte, Theatrum Sacrum, Gesamtkunstwerk, Philipp Plank, St. Georg, Ordensgeschichte, Bautechnik, Sakralbau, Gegenreformation, Quellenforschung
Die Arbeit untersucht die Baugeschichte der Abteikirche St. Georg in Weltenburg mit dem Ziel, die künstlerische und architektonische Verantwortung für dieses Werk neu zu bewerten.
Im Zentrum stehen die Baugeschichte von 1709 bis 1803, die Rolle der Akteure (Abt Bächl, Brüder Asam, Frater Plank) sowie die stilistische Einordnung in den bayerischen Barock.
Das Ziel ist eine fundierte Neuinterpretation der Bauabläufe und der ikonologischen Programme, um die Fixierung auf die Asambrüder als alleinige Architekten zu hinterfragen.
Der Autor stützt sich auf eine detaillierte Auswertung von Primärquellen, Archivrecherchen, bauliche Untersuchungen vor Ort sowie einen Vergleich mit zeitgenössischen Vorbildern und Architekturtheorien.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des historischen und kunsthistorischen Kontexts, eine detaillierte chronologische Bauanalyse des Konventes und der Kirche sowie die Rolle der Beteiligten.
Die wichtigsten Schlagworte sind Weltenburg, Abteikirche, Barockarchitektur, Asambrüder, Baugeschichte und Abt Maurus Bächl.
Der Autor sieht in Abt Bächl weit mehr als einen reinen Bauherrn; er erkennt in ihm einen baukundigen Planer, der die Fäden zog und das ikonologische Programm maßgeblich vorgab.
Der Autor argumentiert, dass in Weltenburg kein einheitliches, von Künstlern erdachtes Gesamtkonzept vorliegt, sondern vielmehr ein "Pflichtenkatalog" des Auftraggebers abgearbeitet wurde.
Es dient als wichtiges Korrektiv für die Datierung einzelner Bauabschnitte, insbesondere des Umbaus der Ostfassade, und widerlegt frühere, teils fehlerhafte chronologische Annahmen.
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