Bachelorarbeit, 2010
53 Seiten
1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Aufbau der Arbeit
1.2 Begriffsdefinition Erziehungskompetenz
2 Familie im Wandel
2.1 Gesellschaftliche und psychologische Veränderungen der Elternrolle
2.2 Gibt es die „Erziehungskatastrophe“?
3 Erziehung in der frühen Kindheit
3.1 „Die Geburt der Eltern“
3.2 Erziehungsaufgaben
3.3 Regulationsstörungen
3.4 Bindungstheorie
3.5 Erziehungsstile
4 Erziehungsberatung in der frühen Kindheit
4.1 Neue Ansprüche an die Erziehungsberatung
4.2 Methoden
4.2.1 Entwicklungspsychologische Beratung
4.2.1.1 Grundsätze
4.2.1.2 Ziele
4.2.1.3 Vorgehensweise
4.2.1.4 Der systemische Ansatz
4.2.3 Marte Meo
4.2.3.1 Grundsätze
4.2.3.2 Ziele
4.2.3.3 Vorgehensweise
4.2.4 Das Steep-Programm
4.2.5 Schreiambulanzen
5 Die praktische Umsetzung an dem fiktiven Beispiel des exzessiven Schreiens
5.1 Ausgangssituation
5.2 Der Beratungsprozess
5.3 Fazit
6 Ausblick
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die Methoden zur Stärkung der Erziehungskompetenz von Eltern mit Säuglingen und Kleinkindern. Das primäre Ziel ist es, Beratungsansätze aufzuzeigen, die Eltern dabei unterstützen, den modernen Herausforderungen der Kindererziehung kompetent zu begegnen, die Bindung zu ihren Kindern zu festigen und angemessen auf kindliche Bedürfnisse in der frühen Kindheit zu reagieren.
3.4 Bindungstheorie
Die Bindungstheorie untersucht das menschliche Bedürfnis nach engen und gefühlvollen sozialen Beziehungen zu anderen Menschen. Sie wurde von dem britischen Kinderpsychiater John Bowlby und der kanadischen Psychologin Mary Ainsworth entwickelt. Die Bindungstheorie setzt sich mit dem Aufbau und der Veränderung enger Beziehungen im Laufe eines menschlichen Lebens auseinander, beschäftigt sich aber auch mit den Folgen einer defizitären Bindungsentwicklung.
Bindung bezeichnet eine enge emotionale Beziehung oder auch ein imaginäres Band zwischen zwei Menschen. Das Neugeborene entwickelt diese spezielle Beziehung entweder zu seinen Eltern oder anderen relevanten Bezugspersonen, mit denen das Kind den intensivsten Kontakt in seinen ersten Lebensmonaten hatte.
Das Bindungsverhalten ist genetisch vorgeprägt und bei allen Kindern nachweisbar. Soziale Erfahrungen entscheiden darüber, wie und an wen sich ein Kind bindet. Konkretes Bindungsverhalten, wie zum Beispiel Lächeln, Schreien, Festklammern etc. wird bei Wunsch nach Nähe oder in Notsituationen aktiviert. Wenn die Bindungswünsche abgewiesen werden, verstärkt sich das bindungssuchende Verhalten. Wenn ein Kind also ängstlich, müde oder unsicher ist, wird das Bindungsverhalten aktiv und das Kind sucht die Nähe zu seiner Bindungsperson. Zeitgleich ist dann das Explorationssystem inaktiv, das heißt, das Kind erkundet seine Umwelt nicht. Bindungs- und Explorationssystem stehen miteinander in einem Gleichgewicht, sind voneinander abhängig, denn nur ein sicher gebundenes Kind kann neugierig seine Umgebung erkunden. Für eine gelungene kognitive und soziale Entwicklung ist ein optimales Gleichgewicht zwischen Bindungs- und Explorationsverhalten unerlässlich.
Durch die individuellen Unterschiede in der Eltern-Kind-Interaktion werden im Kind die sogenannten „inner working models“ gebildet. Diese Modelle beinhalten die individuellen frühen Bindungserfahrungen sowie die daraus abgeleiteten Beziehungserwartungen. Sie dienen dazu, das Verhalten der Bindungsperson zu interpretieren und ihr Verhalten vorherzusagen. Im Verlauf der psychischen Entwicklung werden diese relativ stabil repräsentiert und haben weitreichende Auswirkungen auch auf alle späteren sozialen Beziehungen. (vgl. Jungmann/Reichenbach, 2009, S. 15ff.)
1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die Problemstellung der Arbeit vor und definiert den Begriff der Erziehungskompetenz im Kontext moderner elterlicher Anforderungen.
2 Familie im Wandel: Das Kapitel analysiert die gesellschaftlichen und psychologischen Veränderungen der Elternrolle und hinterfragt kritisch die Debatte um eine „Erziehungskatastrophe“.
3 Erziehung in der frühen Kindheit: Hier werden grundlegende Aspekte der frühen Kindheit beleuchtet, wie der Elternwerdungsprozess, Regulationsstörungen, Bindungstheorie und verschiedene Erziehungsstile.
4 Erziehungsberatung in der frühen Kindheit: Dieses Kapitel stellt verschiedene professionelle Methoden der Erziehungsberatung vor, darunter die entwicklungspsychologische Beratung, das Marte-Meo-Konzept und das STEEP-Programm.
5 Die praktische Umsetzung an dem fiktiven Beispiel des exzessiven Schreiens: An einem Fallbeispiel wird der praktische Beratungsprozess von der Ausgangssituation bis zum Fazit dargestellt, um die Methoden konkret anzuwenden.
6 Ausblick: Der Ausblick thematisiert die Schwierigkeiten der Erziehung in einer wettbewerbsorientierten Multioptionsgesellschaft und betont die Notwendigkeit von Sicherheit und Verständnis für Eltern.
Erziehungskompetenz, Familie im Wandel, Erziehungsberatung, frühe Kindheit, Bindungstheorie, Regulationsstörungen, exzessives Schreien, Entwicklungspsychologische Beratung, Marte Meo, STEEP-Programm, Elternrolle, Erziehungsstile, Eltern-Kind-Interaktion, Familienbett, Frühinterventionsprogramm
Die Arbeit befasst sich mit den Anforderungen an moderne Eltern und untersucht, mit welchen Methoden die Erziehungskompetenz von Eltern mit Säuglingen und Kleinkindern effektiv gestärkt werden kann.
Zu den Schwerpunkten zählen der gesellschaftliche Wandel der Elternrolle, Grundlagen der frühkindlichen Erziehung wie Bindungstheorie, sowie verschiedene Beratungskonzepte zur Unterstützung von Familien.
Das Hauptziel ist es, aufzuzeigen, wie professionelle Beratung Eltern bei ihrer Erziehungsaufgabe begleiten kann, um die Erziehungskompetenz zu fördern und eine gesunde Eltern-Kind-Beziehung zu unterstützen.
Die Autorin nutzt eine theoretische Aufarbeitung bestehender Literatur sowie die Darstellung einer fiktiven Fallstudie, um verschiedene Beratungsansätze in der Praxis zu veranschaulichen.
Der Hauptteil analysiert theoretische Grundlagen der Erziehung, stellt spezifische Beratungsverfahren wie Marte Meo oder das STEEP-Programm vor und führt diese anhand eines Praxisbeispiels zum exzessiven Schreien aus.
Wichtige Begriffe sind Erziehungskompetenz, Bindungstheorie, Regulationsstörungen, Familienberatung sowie die verschiedenen vorgestellten Interventionsmethoden.
Marte Meo ist eine ressourcenorientierte Elternbildung, die nach dem Motto „Zeigen, nicht erklären“ mittels Videoanalysen die Eltern befähigt, kindliche Signale besser zu verstehen, ohne dabei zu therapieren.
Das Protokoll dient als objektive Datenbasis, um den Tagesablauf des Säuglings strukturiert zu erfassen, Schreiphasen zu analysieren und den Eltern dabei zu helfen, den Blick auch auf positive Momente zu richten.
Das Familienbett wird als Maßnahme zur Förderung der kindlichen Nähe und Sicherheit genannt, besonders bei unruhigen Babys, die viel Körperkontakt benötigen, um sich zu beruhigen.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

