Diplomarbeit, 2010
97 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Jüdische Bevölkerung in der ehemaligen Sowjetunion
2.1 Geschichte der Juden im Gebiet der ehemaligen Sowjetunion
2.2 Ausgangsbedingungen der „russischen Juden“ vor der Migration
2.2.1 Historische und politische Aspekte
2.2.2 Soziale, religiöse und ökonomische Aspekte
2.3 Identität - ein Definitionsversuch
2.3.1 Ethnizität - ein Definitionsversuch
2.3.2 Jüdische Identitätsansätze und ethnische Aspekte in der ehemaligen Sowjetunion
3. Migration
3.1 Gründe und Auslöser
3.2 Jüdische Migration vor 1991
3.3 Migrationsziele
3.3.1 Migration nach Deutschland
3.3.2 Rechtlicher Rahmen: Das Kontingentflüchtlingsgesetz
3.3.3 Schwierigkeiten in der Umsetzung
4. Jüdische Migranten in Deutschland
4.1 Die Einwanderer der „Vierten Welle“ - Sozialstrukturen
4.1.1 Regionale Herkunft
4.1.2 Alter und Geschlecht
4.1.3 Berufsstruktur und Bildungsniveau
4.2 Rahmenbedingungen für die soziale Integration
4.2.1 Beruf, Arbeit und Lebensunterhalt
4.2.2 Familie und Sozialkontakte
4.2.3 Psychosoziale Aspekte
4.2.4 Ethnische Zugehörigkeit und Identitätsfindung der jüdischen Zuwanderer in Deutschland
5. Jüdische Gemeinden in Deutschland
5.1 Juden und jüdische Identität in Deutschland
5.1.1 Das Zusammenleben von jüdischen Einwanderern und Alteingesessenen
5.2 Jüdische Gemeinden in Hannover
5.3 Soziale Arbeit in den Jüdischen Gemeinden in Hannover
5.3.1 Jüdische Gemeinde Hannover K.d.Ö.R.
5.3.2 Liberale Jüdische Gemeinde in Hannover
5.3.3 Jüdisch-Sefardisch-Bucharische Kulturelle Religionsgemeinde Hannover e.V.
5.3.4 Chabad Lubawitsch – Jüdisches Bildungszentrum Hannover
5.4 Fazit aus den Gesprächen mit den Sozialen Mitarbeitern in den hannoverschen Gemeinden
6. Soziale Arbeit in Jüdischen Gemeinden
6.1 Das Selbstverständnis der Sozialen Arbeit in Jüdischen Gemeinden in historischem Kontext
6.1.1 Jüdische Sozialarbeit – Versuch einer Definition
6.1.2 Konfessions- / Glaubensgebundenheit
6.2 Zielgruppen und Ziele
6.2.1 Kinder und Jugendliche
6.2.2 Junge Erwachsene / Erwachsene
6.2.3 40 bis 60-Jährige Mitglieder
6.2.4 Senioren
6.3 Methodenansätze
6.3.1 Migrationserstberatung
6.3.2 Integrationsberatung
6.4 Schwierigkeiten
6.5 Zukunftsausblick für die Soziale Arbeit in jüdischen Gemeinden
7. Abschlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht die Integration von jüdischen Zuwanderern aus der ehemaligen Sowjetunion in die jüdischen Gemeinden in Deutschland, am Beispiel der Stadt Hannover, und analysiert die spezifischen Aufgaben und Herausforderungen der dort geleisteten Sozialen Arbeit.
1. Einleitung
Der wesentliche Beginn der Einwanderung von sowjetischen Juden nach Deutschland war beiderseits von großen Erwartungen geprägt. Die in Deutschland lebenden Juden bildeten kleine Glaubensgemeinschaften, in den neunziger Jahren betrug das Durchschnittsalter der hannoverschen Gemeinde beispielsweise etwa 65 Jahre. Der Wunsch nach jungen Glaubensmitgliedern, die die Gemeinden religiös und kulturell stärken und unterstützen sollten, stand auf der deutschen Seite im Vordergrund.
In der ehemaligen Sowjetunion hingegen war Jude, wer unter dem „fünften Punkt“ in den sowjetischen Pässen als Jude gekennzeichnet war. Hinzu kam, dass in den Jahren des Stalinregimes Glauben und Religion verboten waren, so dass das aktive Ausleben eines jüdischen Glaubens in wenigen Fällen gelang oder gegen die Staatsgewalt durchgehalten wurde. Durch diese Art eines Staatsantisemitismus verloren sowjetische Juden im Laufe der Generationen den Bezug zu ihrem Glauben und zogen nicht selten in Erwägung, die russische Staatsbürgerschaft anzunehmen, um ihre jüdische Identität abzulegen. Die Juden, die nach Deutschland emigrierten, mussten jedoch „jüdisch sein“ - eine genauere Definition wurde nicht angegeben. Das „russische“ Verständnis von jüdischer Identität zeugte jedoch keineswegs von einem tatsächlichen Interesse am Judentum als Religion. Alla Volodarska fasst die damalige Situation in einem Satz zusammen: „Die, die kamen, waren wenig religiös, aber akademisch gebildet.“.
1. Einleitung: Beschreibt die Ausgangslage der Migration und die Erwartungen beider Seiten sowie den Fokus der Arbeit.
2. Jüdische Bevölkerung in der ehemaligen Sowjetunion: Analysiert die historische Geschichte, die politischen Lebensbedingungen sowie Identitätsansätze der Juden in der UdSSR.
3. Migration: Behandelt die theoretischen Ansätze der Migration, die Gründe der Auswanderung und die rechtlichen Rahmenbedingungen wie das Kontingentflüchtlingsgesetz.
4. Jüdische Migranten in Deutschland: Beleuchtet die Sozialstruktur der "Vierten Welle", inklusive Bildungsniveau, Altersstruktur und Rahmenbedingungen der Integration.
5. Jüdische Gemeinden in Deutschland: Gibt einen Überblick über die Gemeindelandschaft und den Pluralismus, mit Fokus auf die Situation in Hannover.
6. Soziale Arbeit in Jüdischen Gemeinden: Untersucht das Selbstverständnis und die Methoden der Sozialarbeit, sowie spezifische Herausforderungen in der Arbeit mit unterschiedlichen Zielgruppen.
7. Abschlussbetrachtung: Fasst die Erkenntnisse zusammen und blickt auf die zukünftige Entwicklung der Sozialen Arbeit in jüdischen Gemeinden.
Soziale Arbeit, Jüdische Gemeinden, Sowjetunion, Migration, Kontingentflüchtlinge, Identität, Integration, Antisemitismus, Hannover, Bildungsniveau, Jüdische Sozialarbeit, ZWST, Migrationsberatung, Religiosität, Diversität.
Die Arbeit analysiert die Situation und die Soziale Arbeit in jüdischen Gemeinden in Deutschland am Beispiel der Stadt Hannover, besonders im Hinblick auf die Zuwanderung aus der ehemaligen Sowjetunion.
Die zentralen Themen umfassen die Geschichte und Identität der Juden in der ehemaligen Sowjetunion, den Migrationsprozess nach Deutschland, die Sozialstruktur der Einwanderer sowie die spezifische Ausgestaltung der Sozialen Arbeit in den lokalen jüdischen Gemeinden.
Das Ziel ist es, ein Verständnis für die soziokulturellen Hintergründe der Zuwanderer zu entwickeln und aufzuzeigen, wie jüdische Gemeinden in Deutschland, speziell in Hannover, die soziale Integration dieser Gruppe gestalten und welche Schwierigkeiten dabei auftreten.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturrecherche und einer qualitativen Erhebung durch Interviews mit Sozialarbeitern aus den vier jüdischen Gemeinden in Hannover.
Im Hauptteil werden die historischen Ausgangsbedingungen in der Sowjetunion, Migrationsgründe und -ziele, die Sozialstruktur der Migranten sowie die konkreten Angebote und Arbeitsweisen der sozialen Fachkräfte in den hannoverschen Gemeinden detailliert untersucht.
Die zentralen Schlagworte sind Jüdische Gemeinden, Migration, Soziale Arbeit, Kontingentflüchtlinge, Identitätsfindung und Integration.
Die Jüdische Sozialarbeit ist religiös und ethisch im Judentum verwurzelt (Zedaka) und verbindet soziale Hilfeleistungen untrennbar mit dem Ziel der Bewahrung oder Stärkung jüdischer Identität.
Die Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland (ZWST) fungiert als Dachorganisation, die Standards setzt, Fachkräfte qualifiziert und maßgeblich zur Professionalisierung der Sozialen Arbeit in den Gemeinden beiträgt.
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