Examensarbeit, 2010
84 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Allgemeine Überlegungen zur Sache
2.1 Der Alltagsgegenstand
2.2 Umwandlung
2.3 Ästhetisches Erfahrungslernen
2.4 Plastisches Gestalten
3 Planung der Unterrichtseinheit
3.1 Ziele der Unterrichtseinheit
3.2 Organisatorische Rahmenbedingungen
3.3 Beschreibung der Lerngruppe
3.3.1 Arbeits- und Sozialverhalten
3.3.2 Lernvoraussetzungen
3.4 Begründungszusammenhänge
3.4.1 Begründung der Themenwahl
3.4.2 Begründung der Entscheidung für plastisches Gestalten
3.4.3 Begründung der methodischen Entscheidungen
4 Durchführung der Unterrichtseinheit
4.1 Sequenz 1: Kunstrezeption
4.1.1 Verlaufsplanung
4.1.2 Verlauf und Reflexion
4.2 Sequenz 2: Der Stuhl als Alltagsgegenstand
4.2.1 Verlaufsplanung
4.2.2 Verlauf und Reflexion
4.3 Sequenz 3: Entwicklung einer Gestaltungsidee
4.3.1 Verlaufsplanung
4.3.2 Verlauf und Reflexion
4.4 Sequenz 4: Konkretisierung der Ideen
4.4.1 Verlaufsplanung
4.4.2 Verlauf und Reflexion
4.5 Sequenz 5: Organisation der praktischen Arbeit
4.5.1 Verlaufsplanung
4.5.2 Verlauf und Reflexion
4.6 Sequenz 6: Künstlerisch-ästhetische Praxis
4.6.1 Verlaufsplanung
4.6.2 Verlauf und Reflexion
4.7 Sequenz 7: Haptische Materialqualitäten – ausführliche Darstellung der Stunde
4.7.1 Stellung der Stunde in der Unterrichtseinheit
4.7.2 Schwerpunktziel der Stunde
4.7.3 Einordnung der Stunde ins Kerncurriculum
4.7.4 Bemerkungen zur Lerngruppe und zu den Rahmenbedingungen
4.7.5 Überlegungen zur Sache
4.7.6 Didaktisch-methodische Überlegungen
4.7.7 Verlaufsplanung
4.7.8 Verlauf und Reflexion
4.8 Sequenz 8: Zwischenreflexion
4.8.1 Verlaufsplanung
4.8.2 Verlauf und Reflexion
4.9 Sequenz 9: Künstlerisch-ästhetische Praxis
4.9.1 Verlaufsplanung
4.9.2 Verlauf und Reflexion
4.10 Sequenz 10: Schreiben zu den Kunst-Stühlen
4.10.1 Verlaufsplanung
4.10.2 Verlauf und Reflexion
4.11 Sequenz 11: Abschlussreflexion
4.11.1 Verlaufsplanung
4.11.2 Verlauf und Reflexion
4.12 Sequenz 12: Präsentation
4.12.1 Verlaufsplanung
4.12.2 Verlauf und Reflexion
5 Abschlussreflexion der Unterrichtseinheit
Die Arbeit untersucht, ob Schüler einer vierten Grundschulklasse durch die künstlerische Umwandlung eines Alltagsgegenstandes (eines Stuhls) ihre Wahrnehmung sensibilisieren und ästhetische Erkenntnisprozesse in einem werkstattähnlichen Lernarrangement durchlaufen können. Zentral ist dabei die Forschungsfrage, ob dieses Lernarrangement Individualität und Originalität der ästhetisch-künstlerischen Auseinandersetzung unterstützt.
Der Alltagsgegenstand in der bildenden Kunst
Alltagsgegenstände werden zu ästhetischen Objekten, indem sie aufgrund von subjektiver Wahrnehmung als solche konstituiert werden (s. Abschnitt „Begriffsbestimmung“). Im Gegensatz zum Alltagsding, dessen damit verknüpfte Bedeutung für jedes Subjekt individuell erdacht werden kann, ist im Sein des Kunstdings seine Bedeutung integriert. Viele Begriffe aus der Kunst des 20. Jahrhunderts bezeichnen Richtungen, Tendenzen und Phänomene, durch die sich Kunst und Leben annähern, z. B. Ready Made, Fallenbild, Combine Painting, Arte Povera oder Fluxus. Sie sind der Gattung der Objektkunst zuzuordnen, „die alltägliche Gegenstände zum Ausgang nimmt, um sie mehr oder weniger verändert zu präsentieren“.
Seit etwa einem Jahrhundert stehen Alltagsgegenstände als kunstwürdiges Repertoire zur Verfügung, können Eingang in ein Kunstwerk finden oder zu einem Kunstwerk umgedeutet werden. Alltägliche Materialien, Objekte oder Verhaltensweisen der Konsumgesellschaft sind für diesen Zweck attraktiv und unerschöpflich. Die Objektkunst entwickelte sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Der Trend der Verdinglichung der Kunst ist historisch betrachtet eine Gegenbewegung zur den Veränderungsprozessen in der Wahrnehmung gegenüber alltäglicher Handlungsformen, die aus der zunehmenden Industrialisierung der Warenproduktion, der Medialisierung und der damit einhergehenden Virtualisierung der Gegenstandswelt resultiert.
„Die Geschichte der Objektkunst reicht von der Materialmontage des Dadaismus, den Materialhappenings und Akkumulationen der neuen Realisten, den Environments und Assemblagen der Pop Art bis hin zu den Stilrichtungen der jüngsten Zeit, den Video und Rauminstallationen.“ Ihren Anfang gefunden hat das Dinginteresse vor allem mit Marcel Duchamp (1913), bis dahin wurden Gegenstände lediglich in der Stilllebenmalerei in der Kunst thematisiert. Alltagsgegenstände werden von Künstlern des 20. und 21. Jahrhunderts durch künstlerische Prozesse verändert, verfremdet und in neue Kontexte gestellt, wodurch sie unsere Wahrnehmung beeinflussen und Phänomene des Alltags bewusst machen. Innerhalb eines bekannten Gegenstandes findet eine Abstraktion statt, welche die vertraute Wahrnehmung überschreitet.
1 Einleitung: Die Einleitung begründet das Thema durch das Zitat von Maturana und führt die Kernidee der Wahrnehmungssensibilisierung durch künstlerische Verfremdung ein.
2 Allgemeine Überlegungen zur Sache: Dieses Kapitel definiert theoretische Grundlagen zu Alltagsgegenständen, deren Umwandlung, ästhetischem Erfahrungslernen und plastischem Gestalten.
3 Planung der Unterrichtseinheit: Hier werden Ziele, Rahmenbedingungen, die Lerngruppe sowie didaktische und methodische Begründungen für die Einheit detailliert dargelegt.
4 Durchführung der Unterrichtseinheit: Dieses umfangreiche Kapitel dokumentiert den Verlauf der zwölf Sequenzen, von der Kunstrezeption bis zur Präsentation, inklusive Reflexionen zu den Schülerprozessen.
5 Abschlussreflexion der Unterrichtseinheit: Das Fazit bewertet den Erfolg der Unterrichtseinheit hinsichtlich der gesteckten Ziele und der Kompetenzentwicklung der Schüler.
Kunstunterricht, Alltagsgegenstand, Umwandlung, Verfremdung, Plastisches Gestalten, Ästhetisches Erfahrungslernen, Grundschule, Objektkunst, Wahrnehmung, Kreativität, Projektorientierter Unterricht, Kooperation, Haptik, Materialität, Reflexion.
Die Arbeit dokumentiert eine Unterrichtseinheit im Fach Kunst in einer vierten Grundschulklasse, bei der Alltagsgegenstände (Stühle) künstlerisch umgewandelt und verfremdet werden.
Die zentralen Themen sind die Auseinandersetzung mit Objektkunst, die Förderung ästhetischer Erfahrung, plastisches Gestalten, haptische Wahrnehmung und die Entwicklung von Selbstständigkeit durch projektorientiertes Arbeiten.
Das Ziel ist es, durch die Umwandlung eines Alltagsgegenstandes neue Sehweisen bei den Schülern zu eröffnen. Die Forschungsfrage lautet, ob das werkstattähnliche Lernarrangement die Individualität und Originalität der künstlerischen Auseinandersetzung fördern kann.
Es handelt sich um eine schriftliche Hausarbeit, die den Unterrichtsverlauf plant, dokumentiert sowie auf Basis fachdidaktischer Literatur analysiert und reflektiert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, die detaillierte Planung der Unterrichtseinheit und die empirische Durchführung und Reflexion der zwölf aufeinanderfolgenden Unterrichtssequenzen.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Verfremdung, Stuhlobjekte, ästhetische Praxis, haptische Qualitäten, Schülerorientierung und Kompetenzentwicklung.
Der Stuhl wurde gewählt, weil er ein elementares Inventar der dinglichen Umwelt ist, in jedem Haushalt vorhanden ist und aufgrund seiner funktionalen Beschaffenheit eine hohe Wandlungsfähigkeit für plastische Gestaltungsprozesse bietet.
Der Forschertisch dient als experimentelle Station, an der Schüler Verbindungstechniken für ihre Stuhl-Objekte selbstständig ausprobieren und ergebnisorientiert dokumentieren können.
Die Autorin wählte bewusst Partnerarbeit über ein Losverfahren (mit leichter Manipulation), um Freundschaftskonstellationen zu durchbrechen und die soziale Kompetenz sowie die Auseinandersetzung mit neuen Sichtweisen zu fördern.
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