Examensarbeit, 2011
138 Seiten
1. EINLEITUNG
2. ZIELSTELLUNG UND AUFBAU DER ARBEIT
3. GRUNDLAGEN ZUM RISIKOMANAGEMENT
3.1. Begriffseinordnung
3.1.1. Risikobegriff
3.1.2. Risikomanagementbegriff
3.1.3. Risikomanagementsystem
3.2. Risikokategorien
3.2.1. Kreditrisiken
3.2.2. Operationelle Risiken
3.2.3. Kreditrisiken als Folge operationeller Risiken
3.3. Bankenaufsichtsrechtliche Grundlagen für das Risikomanagement
3.3.1. Gesetz zur Kontrolle und Transparenz (KonTraG)
3.3.2. Basel II
3.3.3. Gesetz über das Kreditwesen (KWG)
3.3.4. Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk)
3.4. Risikomanagement und Früherkennungssystem
4. DER RISIKOMANAGEMENTPROZESS
4.1. Risikobewusstsein und risikopolitische Grundsätze
4.2. Risikoidentifizierung
4.3. Risikobewertung
4.4. Risikosteuerung
4.5. Risikoüberwachung
4.6. Risikokommunikation
5. BSC ALS STEUERUNGSELEMENT EINES RISIKOMANAGEMENTSYSTEMS
5.1. Die grundlegende Idee der BSC
5.2. Konstruktion der BSC
5.2.1. Finanzperspektive
5.2.2. Kundenperspektive
5.2.3. Prozessperspektive
5.2.4. Potenzialperspektive
5.2.5. Verknüpfung der BSC Elemente über die Ursache-Wirkungs-Kette
5.3. Die BSC als Kennzahlensystem
5.4. Die BSC als Managementsystem
5.5. Integration von Risiko und Früherkennung in der BSC
5.5.1. Integrationsgründe
5.5.2. Die BSC unter Berücksichtung des Risikoaspektes
6. ANREIZSYSTEME ALS ELEMENT DER BANKBETRIEBLICHEN FÜHRUNG
6.1. Motivationstheoretische Grundlagen
6.2. Principal Agent Theorie als Basis für die Gestaltung von Anreizsystemen
6.2.1. Kontrolle des Agents bei Kreditentscheidungen
6.2.2. Anreizsysteme zur Verhaltenssteuerung
6.3. Grundlagen und Elemente von Anreizsystemen
6.3.1. Anforderungen an die Leistungsbemessungsgrundlage
6.3.2. Die Zielvereinbarung als Element der Leistungsbestimmung
6.3.3. Die Leistungsbeurteilung als Element der Leistungsbestimmung
6.3.4. Belohnung und Belohnungsfunktion
6.4. Verknüpfung von BSC und Anreizsystem
7. ENTWICKLUNG EINER BSC FÜR DAS FIRMENKUNDENGESCHÄFT EINER MODELLSPARKASSE
7.1. Der Kreditgewährungsprozess
7.1.1. Risikoprüfung
7.1.2. Bewertung der Sicherheiten
7.1.3. Kreditkonditionen
7.1.4. Das Votum
7.2. Strategischer Rahmen der Modellsparkasse
7.3. Gemeinsame Themen der Modellsparkasse
7.4. Die BSC der Gesamtmodellsparkasse
7.4.1. Strategische Ziele der Gesamtmodellsparkasse
7.4.2. Integration von Risiken in die BSC der Modellsparkasse
7.4.3. Kennzahlen und Planwerte für strategische Ziele und Risiken
7.5. Die BSC des Firmenkundengeschäftes
7.5.1. Strategie der Geschäftseinheit Firmenkundengeschäft
7.5.2. Integration von Risiken in die BSC der SGE
7.5.3. Kennzahlen für die strategischen Ziele und Risiken
7.6. Entwicklung eines leistungsorientierten Vergütungssystems
7.6.1. Adressatenkreis
7.6.2. Art und Umfang der leistungsorientierten Vergütung
7.6.3. Die Leistungsbemessungsgrundlage des Anreizsystems
7.6.4. Belohnungsfunktion
8. FAZIT UND WEITERFÜHRENDE ARBEITEN
Ziel der Arbeit ist es, aufzuzeigen, wie eine Balanced Scorecard (BSC) in einem Finanzinstitut dazu beitragen kann, ein Risikomanagementsystem zu unterstützen und das Verhalten der Mitarbeiter im Kreditentscheidungsprozess durch leistungsorientierte Anreizsysteme zielkonform zu steuern.
3.1.1. Risikobegriff
In der Betriebswirtschaft ist eine allgemein gültige Definition des Begriffs Risiko nicht zu finden. Selbst das Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG) gibt keine Definition wieder, weder im Gesetzestext noch in einer Gesetzesbegründung. Dennoch ist eine Bestimmung des Risikobegriffs unerlässlich.
Ausgangspunkt für eine Begriffsbestimmung soll hier die Tatsache sein, dass jedes unternehmerische Handeln zielgerichtet und zukunftsorientiert ist. Dies setzt ein permanentes Entscheiden zwischen verschiedenen Handlungsalternativen voraus. Da diese Entscheidungen mit Hilfe der momentanen Informationen getroffen werden, also unvollständig sind, sind ihre Wirkungen ebenfalls relativ unsicher. Die Auswirkungen der getroffenen Entscheidungen werden im besten Fall zielführend sein, positive wie auch negative Abweichungen von der erhofften zukünftigen Entwicklung sind aber wahrscheinlich. Bei positiven Abweichungen wird von einer Chance, bei negativen Abweichungen von Gefahren gesprochen.
Allgemein kann zum Begriff Risiko gesagt werden, dass es aus der Unvorhersehbarkeit der in der Zukunft eintretenden Ereignisse resultiert und somit eine Möglichkeit beschreibt von geplanten Zielwerten abzuweichen. Dabei ist eine positive oder negative Bewertung der Abweichung unbedeutend. Hinzu kommt, dass Risiken von einer gewissen Eintrittswahrscheinlichkeit bestimmter Ereignisse die zielwirksame Folgen hervorrufen abhängig sind. Es muss also ein Zusammenhang zwischen einem möglichen zukünftigen Ereignis, der Planung und somit den Zielen bestehen. Wenn dies nicht der Fall wäre, würde das Ereignis die Bank weder negativ noch positiv beeinflussen.
1. EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die Kernaufgaben von Banken, die Identifikation und Steuerung von Kreditrisiken sowie die zunehmende Bedeutung operationeller Risiken im modernen Bankgeschäft.
2. ZIELSTELLUNG UND AUFBAU DER ARBEIT: Das Kapitel definiert das Ziel, die Möglichkeiten einer BSC zur Steuerung von Kredit- und operationellen Risiken darzustellen und den Einfluss von Anreizsystemen auf die Risikobereitschaft der Mitarbeiter zu analysieren.
3. GRUNDLAGEN ZUM RISIKOMANAGEMENT: Hier werden zentrale Begriffe des Risikomanagements, verschiedene Risikokategorien sowie die wesentlichen bankaufsichtsrechtlichen Rahmenbedingungen für Kreditinstitute erläutert.
4. DER RISIKOMANAGEMENTPROZESS: Dieser Abschnitt beschreibt die Phasen der Identifikation, Bewertung, Steuerung, Überwachung und Kommunikation von Risiken, eingebettet in die Unternehmenskultur der Bank.
5. BSC ALS STEUERUNGSELEMENT EINES RISIKOMANAGEMENTSYSTEMS: Es wird die Grundidee der Balanced Scorecard vorgestellt und diskutiert, wie durch die Integration von Risikoaspekten eine Brücke zwischen Strategie und Risikomanagement geschlagen werden kann.
6. ANREIZSYSTEME ALS ELEMENT DER BANKBETRIEBLICHEN FÜHRUNG: Dieses Kapitel verknüpft motivationstheoretische Erkenntnisse und die Principal-Agent-Theorie mit der Gestaltung von variablen Vergütungsmodellen zur Verhaltenssteuerung.
7. ENTWICKLUNG EINER BSC FÜR DAS FIRMENKUNDENGESCHÄFT EINER MODELLSPARKASSE: Die praktische Anwendung der theoretischen Erkenntnisse erfolgt durch die Erstellung einer spezifischen BSC-Struktur für eine Modellsparkasse, inklusive der Entwicklung eines leistungsorientierten Vergütungssystems.
8. FAZIT UND WEITERFÜHRENDE ARBEITEN: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit einer integrierten Betrachtung von Risiko- und Anreizsystemen in der Banksteuerung.
Risikomanagement, Balanced Scorecard, Anreizsystem, Kreditrisiko, operationelle Risiken, Bankbetrieb, MaRisk, Principal-Agent-Theorie, Risikosteuerung, Leistungsbemessung, Modellsparkasse, Strategieumsetzung, Zielvereinbarung, Risikokultur, Kennzahlensystem.
Die Arbeit untersucht, wie Banken ihr Risikomanagement mit Hilfe einer Balanced Scorecard (BSC) optimieren und durch strategieorientierte Anreizsysteme das Verhalten ihrer Mitarbeiter im Sinne der Risikopolitik steuern können.
Zentrale Themen sind das Risikomanagement in Banken, die methodische Konstruktion der Balanced Scorecard, motivationstheoretische Grundlagen für Anreizsysteme sowie die Integration dieser Konzepte in ein praktisches Modellbeispiel.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie eine BSC als Managementinstrument dazu dienen kann, strategische Ziele mit Risikozielen zu verbinden und wie variable Vergütungsbestandteile zielkonformes, risikobewusstes Handeln fördern können.
Die Arbeit nutzt eine theoretische Analyse der Fachliteratur und überträgt die gewonnenen Erkenntnisse auf ein praktisches, fiktives Beispiel einer Modellsparkasse, um die Anwendbarkeit und Implementierung zu demonstrieren.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des Risikomanagements und der BSC, die Analyse von Anreizsystemen sowie die konkrete Entwicklung einer BSC für das Firmenkundengeschäft einer Sparkasse inklusive Vergütungssystem.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Risikomanagement, Balanced Scorecard, Anreizsysteme, Kredit- und operationelle Risiken sowie leistungsorientierte Vergütung charakterisiert.
Das KonTraG bildet eine der zentralen aufsichtsrechtlichen Grundlagen für das Risikomanagement in deutschen Unternehmen und fordert explizit die Einrichtung eines funktionsfähigen Risikomanagementsystems zur Früherkennung.
Die BSC integriert Risiken in die strategische Planung, indem sie risikobezogene Ziele und Kennzahlen (Key Risk Indicators) direkt mit den operativen Zielen und dem Anreizsystem der Bank verknüpft.
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