Magisterarbeit, 2010
113 Seiten, Note: 1,0
1. Zur Einleitung
1.1 Relevanz der Fragestellung
1.2. Stand der Forschung: Programmtheorie des frühen Kinos
2. Der Programmbegriff und seine medialen Ausprägungen
2.1. Herkunft und allgemeine Bedeutung des Begriffs
2.2. Programm und Fernsehen
2.2.1 Ist das Fernsheprogramm selbstevident? Eine Einleitung
2.2.2 Das Programm im Fernsehen am Beispiel des Programmfluss-Modells
2.2.2.1.Programm oder flow
2.2.2.2. Programmfluss
2.3 Das Programm und Computer
2.4. Das Programm und das gegenwärtige Kino
2.4.1 Das kommunale Kino
2.4.2 Kuratieren vs. Programmieren, Filmfestivals
3. Das Programmformat des frühen Kinos
3.1. Strukturveränderungen des Programmformats des frühen Kinos im Zeitraum 1895-1914
3.1.1. Vorläufer des Kinoprogramms – Wurzeln des Programmschemas. Das Programmformat und Kultur des 19. Jahrhunderts
3.1.2. Anfänge des Kinos (1895-1906/7)
3.1.2.1. Allgemeine Entwicklungen und Tendenzen – Wanderkino
3.1.2.2. Das Kinoprogramm
3.1.3. Programm als »Tutti Frutti« – Zeit der ortfesten Kinos (1906/7-1910)
3.1.3.1. Allgemeine Entwicklungen und Tendenzen
3.1.3.2. Das Kinoprogramm
3.1.3.2.1.Übersicht
3.1.3.2.2.Programm als Schema
3.1.3.2.3.Programmgestaltung als Mittel des Wettbewerbs
3.1.3.3.Das System der Kurzfilme bricht
3.1.3.4.Verleih und Programm
3.1.4.Das Kino-Programm der Jahre 1911-1914
3.1.4.1 Auf dem Weg zum Langfilm. Eine Einleitung
3.1.4.2. Der Programmbruch zum langen Spielfilm 1911/1912, Folge für die Programmstruktur
3.1.4.3. Verleih und Programm – Monopolfilm
3.2. Die Rolle des Publikums bei der Programmstrukturveränderung. Soziales Drama, weibliches Publikum und die Durchsetzung des langen Spielfilms
3.2.1. Über den Zusammenhang zwischen Publikum und Programmformat
3.2.2. Die Rolle des Publikums für den Programmbruch 1911/1912
3.2.3. Das weibliche Publikum, das Kinodrama und die Etablierung einer neuen Programmstruktur
3.3. Lokalaufnahmen und das Programm
3.3.1. Ein vernachlässigter Aspekt des frühen Kinos
3.3.2. Der Lokalfilm als Programmattraktion
3.4. Exkurs: Zur Theorie des Programmformats des frühen Kinos
3.4.1. Wechselwirkung der Filme innerhalb des Programmzusammenhangs und Aufführungsaspekt
3.4.2.»Programmierung« des Zuschauers
4. Neupräsentation des frühen Kinos
4.1. Einleitung. Über die Bedeutung des Neupräsentation und den Programmierungsbedarf
4.2. Problematik des Originals
4.2.1. Das filmische Original und die Restauration
4.2.2. Materiallage (Programmihnalte)
4.2.3. Konditionierung des Zuschauers
4.3. Programmierungsstrategie – Fallbeispiele
4.3.1. Das frühe Kino im Kontext - Eric de Kuyper
4.3.2. Das Kino auf dem Rummelplatzt – Crazy Cinèmatographe
4.3.3. Frühes Kino in Bologna – Programmarbeit von Mariann Lewinsky
4.4. Filmprogramm im Kino, Filmprogramm zu Hause. Über die Bedeutung des Mediums DVD für die Neupräsentation des frühen Kinos und über veränderte filmische Wahrnehmung
5. Schlussbemerkung
6. Literaturverzeichnis
Die Arbeit untersucht den Programmbegriff als zentrales theoretisches Modell für die Medienanalyse, mit besonderem Schwerpunkt auf der Bedeutung des Programmkonzepts für das Verständnis des frühen Kinos (1895-1918) und dessen heutige Neupräsentation.
3.1.2. Anfänge des Kinos (1895-1906/07)
Müller (2008, S.21) nennt den Zeitraum 1895 bis 1906/7 als kinematographische Anfangsphase bzw. als Phase der Kürzestfilme. Diese Phase - in den Jahren nach 1895 - fällt mit der Zeit zusammen, als die Filme in Varietés oder Wanderkinos gezeigt wurden. Diese Zeiteinteilung hat aber ihre Schwächen und kann vor allem auf die Entwicklung in größeren Städten verwendet werden. Denn in der Kleinstadt, wie zum Beispiel in Erckernförde, dauerte die Phase ambulanter Vorführungen bis 1911/12 (vgl. Warstat 1982, S.21).72
Im vorherigen Kapitel wurden bereits die Analogien zwischen Varietè-Programm und Kino-Programm nachgewiesen. Es stellte sich allerdings heraus, dass nicht nur diese Analogien das Kino und das Varietè verbunden haben. Der Film war jahrelang eine Nummer in Programmen des Varietètheaters bzw. des Vaudevilles73. Allerdings zeigten oft Varieté-Theater die Filme nur als Teil innerhalb eines Varieté-Programms.74 Sie werden in diesem Fall nicht als Kinos bezeichnet. Laut Garcarz (2008a, S.14 und 2008b, S.79) betrachtet man als Kino die Objekte bzw. Orte der Filmprojektion vor einem Publikum, an denen ausschließlich oder fast ausschließlich Filme gezeigt werden.
Obwohl sie keine Kinos waren, spielten allerdings Varietètheater eine wichtige Rolle bei der Popularisierung des Mediums Film:
»Bisweilen ist die intermediale Verbindung sehr direkt, vor allem dann wenn ein Medium im Rahmen eines anderen innerhalb eines heterogenen Programms auftritt. So konnte der Film als Unterhaltungsform unter anderem dadurch populär werden, dass er in Varietétheatern zusammen mit verschiedenen anderen mechanischen wie auch live Darbietungen präsentiert wurde. « (de Klerk 2002, S.17)
1. Zur Einleitung: Definiert den Programmbegriff als relevante Kategorie für die Medienanalyse und stellt die Relevanz für das Verständnis des frühen Kinos heraus.
2. Der Programmbegriff und seine medialen Ausprägungen: Analysiert den Programmbegriff in Fernsehen, Computer und Kino, um Unterschiede in der kommunikativen Grundstruktur aufzuzeigen.
3. Das Programmformat des frühen Kinos: Untersucht detailliert die Strukturveränderungen des frühen Kinos, den Einfluss des Publikums sowie die Rolle von Programmgestaltung und Verleih.
4. Neupräsentation des frühen Kinos: Beleuchtet die Problematik der Restaurierung und die verschiedenen Strategien zur zeitgemäßen Präsentation historischer Filme.
5. Schlussbemerkung: Fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt die These, dass der Programmbegriff für eine Historisierung und Neupräsentation des frühen Kinos unabdingbar ist.
6. Literaturverzeichnis: Listet die umfassende Forschungsliteratur sowie weitere verwendete Quellen auf.
Programm, Programmbegriff, frühes Kino, Medienanalyse, Filmgeschichte, Filmprogramm, Wanderkino, Kuratieren, Kinematographie, Programmgestaltung, Filmverleih, Rezeption, Archivarbeit, Neupräsentation, Kurzfilm.
Die Arbeit untersucht den Programmbegriff als ein zentrales, medienübergreifendes Konzept und wendet dieses auf das frühe Kino an, um dessen spezifische Präsentationsformen zu verstehen.
Die zentralen Felder sind die Definition des Programmbegriffs in verschiedenen Medien, die Programmgeschichte des frühen Kinos von 1895 bis 1914 und Strategien für die Neupräsentation dieser Filme heute.
Das Ziel ist es, die Relevanz des Programmkonzepts für das Verständnis des frühen Kinos nachzuweisen und zu zeigen, wie dieses Verständnis bei der Restaurierung und heutigen Neupräsentation der Filme hilft.
Es handelt sich um eine medienwissenschaftliche Analyse, die theoretische Ansätze (u.a. von Hickethier, Williams, Müller) mit historischer Programmforschung kombiniert.
Der Hauptteil analysiert die Strukturveränderungen des frühen Kinos, die Rolle des Publikums, Lokalaufnahmen als Programmattraktionen sowie konkrete Strategien zur Programmierung früher Filme.
Programm, Programmbegriff, frühes Kino, Filmprogramm, Programmgestaltung, Neupräsentation, Filmgeschichte und Medienanalyse.
Laut Andrea Haller war das weibliche Publikum ein entscheidender Katalysator für die Durchsetzung des narrativen Langfilms, da Dramen, die familiäre und soziale Themen behandelten, dem weiblichen Geschmack besonders entsprachen.
Die Problematik liegt darin, dass es oft keine "Originale" gibt, sondern nur verschiedene, fragmentarische Kopien. Zudem erfordert die Neupräsentation eine Entscheidung, ob man historisch rekonstruiert oder auf moderne Rezeptionsgewohnheiten eingeht.
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