Diplomarbeit, 2010
71 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
1.1 Die Geburtsstunde des Neuromarketings
1.2 Aufbau und Zielsetzung der Arbeit
2 Neuroökonomische Grundlagen
2.1 Neuroökonomie und Neuromarketing eine Begriffsdefinition und Abgrenzung als interdisziplinärer Ansatz
2.2 Vom Behaviorismus zum Neobehaviorismus
3 Biologische Grundlagen
3.1 Aufbau und zentrale Bereiche des menschlichen Gehirns
3.2 Funktionsweise des menschlichen Gehirns
3.3 Struktur der Psyche
4 Das Motiv und Emotionssystem
4.1 Das limbische System als Zentrum der emotionalen Informationsverarbeitung
4.2 Die Limbic Map als Kombination der Motivsysteme
4.2.1 Balance, Stimulanz, Dominanz
4.2.2 Die Limbic Types
5 Technische Grundlagen – Methoden der Neuroökonomie
5.1 Elektropsychologische Verfahren
5.2 Bildgebende Verfahren
5.2.1 Funktionelle Bildgebende Verfahren
5.2.2 Die funktionelle Magnetresonanztomographie (fMRT)
5.3 Die Kombination von klassischen Methoden der Marktforschung mit bildgebenden Verfahren
6 Marken und Markenwirkung aus neuronaler Sicht
6.1 Abgrenzung der Begriffe Marke und Markenwirkung
6.2 Neuronale Markenwirkung und der Einfluss der Marke auf Produktentscheidungen
6.2.1 Markenwahrnehmung
6.2.2 Markenwissen
6.2.3 Markenbeurteilung und Markenwahl
6.3 Markenpositionierung
7 Zusätzliche neuronalen Erkenntnisse
7.1 Allgemeine neurowissenschaftlich Erkenntnisse über die Kaufentscheidung
7.2 Neuronale Geschlechterunterschiede
7.3 Neuronale Alterunterschiede
8 Integration des Neuromarketings in die Praxis
8.1 Anwendungsmöglichkeiten für die strategische Markenführung
8.2 Anwendungsmöglichkeiten für die operative Markenführung
8.3 Einsatzmöglichkeiten am Point of Sale
9 Zusammenfassung und Ausblick
9.1 Grenzen des Neuromarketings
9.2 Zusammenfassung
9.3 Fazit
Diese Arbeit untersucht die Möglichkeiten und Grenzen des Neuromarketings als interdisziplinäres Forschungsfeld, um das unbewusste Konsumentenverhalten und die Wirkung von Marken auf Kaufentscheidungen aus neuronaler Sicht zu beleuchten und für die Praxis nutzbar zu machen.
Die Geburtsstunde des Neuromarketings
Heutzutage steht die Frage im Mittelpunkt, wie viel unseres Verhaltens tun wir bewusst (explizit) und wie viel davon wird unbewusst (implizit) gesteuert? Bei der Analyse des Kaufverhaltens fungieren die Ansätze der Kognitionspsychologie als Indikator für das bewusste Kaufverhalten. Jedoch wird die Mehrheit der Kaufentscheidungen unbewusst getroffen. Diese Erkenntnis führt dazu, dass das Markenverhalten eher durch emotionale Prozesse im menschlichen Gehirn gesteuert wird.6 Wie wichtig es ist eine dominante Marke im Kopf des Konsumenten zu erzeugen, spiegelt sich in der momentanen Informationsüberflutung wieder, die aktuell einen beachtlichen Wert von über 98 Prozent erreicht.7
Wie muss nun eine Marke konzipiert sein, um aus der Masse heraus zu stechen? Für die Beantwortung dieser Frage, ist es wichtig, den Kunden besser verstehen zu können. Der Kunde soll nicht manipuliert werden. Ferner soll es darum gehen, welche Beweggründe ein Kunde hat, ein gewisses Produkt den anderen vorzuziehen. Dass viele unserer Handlungen eher implizit als explizit ablaufen, erkannte bereits Vance Packard im Jahr 1957, als er mit seinem Buch „Die geheimen Verführer“, für Furore sorgte. Dabei zeigte er auf wie Marketingmanager und Werbeagenturen, die Kunst des „Unbewussten“ für ihre Zwecke gewinnbringend nutzen konnten. In Kinofilmen wurden den Zuschauern, Bilder von Konsumprodukten so kurz eingeblendet, dass sie unterhalb der Wahrnehmungsschwelle lagen. Das faszinierende daran war, das jene Produkte dabei ihren Umsatz überproportional steigern konnten. Durch diese implizite Wahrnehmung eines Reizes, wuchs die Angst der Verbraucherschützer. Der Grund dafür war, das man vermutete, dass Konsumenten gegen ihren „freien Willen“ derart manipuliert werden und sich somit gezwungen fühlen ein gewisses Produkt kaufen zu müssen.8
1 Einleitung: Einführung in die Bedeutung von Marken und die Notwendigkeit des Neuromarketings zur besseren Erklärung des Konsumentenverhaltens.
2 Neuroökonomische Grundlagen: Definition und Abgrenzung von Neuroökonomie und Neuromarketing sowie Darstellung von S-R und S-O-R Modellen.
3 Biologische Grundlagen: Untersuchung des neurobiologischen Aufbaus des Gehirns und der Struktur der menschlichen Psyche hinsichtlich bewusster und unbewusster Prozesse.
4 Das Motiv und Emotionssystem: Detaillierte Betrachtung des limbischen Systems und der Limbic Map als Modell zur Segmentierung von Motiv- und Emotionswelten.
5 Technische Grundlagen – Methoden der Neuroökonomie: Vorstellung apparativer Messverfahren wie fMRT und EEG zur Lokalisierung neuronaler Prozesse.
6 Marken und Markenwirkung aus neuronaler Sicht: Analyse der Markenwirkung durch Bausteine wie Wahrnehmung, Wissen, Beurteilung und die Rolle bei Produktentscheidungen.
7 Zusätzliche neuronalen Erkenntnisse: Untersuchung weiterer Determinanten des Kaufverhaltens wie neuronale Geschlechter- und Altersunterschiede.
8 Integration des Neuromarketings in die Praxis: Darstellung konkreter Einsatzmöglichkeiten in der Markenführung und am Point of Sale.
9 Zusammenfassung und Ausblick: Diskussion der methodischen, organisatorischen und technischen Grenzen des Neuromarketings sowie ein Fazit zur zukünftigen Bedeutung.
Neuromarketing, Neuroökonomie, Kaufverhalten, Markenwirkung, Limbisches System, Limbic Map, fMRT, Konsumentenpsychologie, Markenführung, Markenpositionierung, Gehirnforschung, Emotionssystem, Markenwissen, Point of Sale, Neurobiologie
Die Diplomarbeit befasst sich mit dem Neuromarketing als Teilgebiet der Marktforschung und untersucht, wie Marken das menschliche Gehirn beeinflussen und Kaufentscheidungen steuern.
Zentrale Themen sind die biologischen Grundlagen des Gehirns, die Funktionsweise von Motiv- und Emotionssystemen, technische Methoden zur Messung neuronaler Prozesse sowie die praktische Anwendung dieser Erkenntnisse in der Markenführung.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Erkenntnisse aus der Hirnforschung dazu beitragen können, das komplexe Konsumentenverhalten besser zu verstehen und wie starke Marken durch neuronale Aktivierung den Entscheidungsprozess beeinflussen.
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender neurowissenschaftlicher Theorien und Studien, wobei insbesondere bildgebende Verfahren wie die funktionelle Magnetresonanztomographie (fMRT) und elektropsychologische Messmethoden analysiert werden.
Im Hauptteil werden neuroökonomische Grundlagen, der Aufbau des menschlichen Gehirns, das limbische System, technische Messmethoden sowie die neuronale Wirkung von Marken und deren praktische Integration in die Unternehmenspraxis erörtert.
Neuromarketing, Kaufverhalten, Markenwirkung, Limbic Map, fMRT und Markenpositionierung sind zentrale Begriffe der Arbeit.
Die Arbeit verdeutlicht, dass neurobiologische Unterschiede zwischen den Geschlechtern (Hormone wie Testosteron/Östrogen) und verschiedene Lebensphasen (Altersgruppen) maßgeblich das Konsumverhalten und die bevorzugten Produktgruppen beeinflussen.
Unternehmen können durch eine an neurobiologischen Erkenntnissen orientierte Verkaufsraumgestaltung und Warenpräsentation die kognitive Belastung der Kunden reduzieren, um Kaufentscheidungen zu erleichtern und die Markenbindung zu stärken.
Die Arbeit nennt insbesondere methodische Komplexität, hohe finanzielle Kosten, ethische Bedenken hinsichtlich Manipulation sowie die noch begrenzte Auflösung der technischen Verfahren als zentrale Einschränkungen.
Der Autor schließt, dass Neuromarketing eine wertvolle Ergänzung zur traditionellen Marktforschung darstellt, um bestehende Theorien aus der Sicht des Gehirns weiterzuentwickeln, jedoch aktuell noch keine eigenständige, alleingültige Lösung für das Marketing bietet.
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