Bachelorarbeit, 2010
45 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Schiller im 19. und 20. Jahrhundert
2.1. Schillers Bedeutung nach seinem Tod
2.2. Die Arbeiterbewegung und die Schillerfeiern 1905
2.3. Friedrich Schiller im Dritten Reich
2.4. Die Schillerfeiern 1955 und 1959
3. Die Schiller-Jubiläen zu Beginn des 21. Jahrhunderts
3.1. Das Schillerjahr 2005
3.1.1 Schiller in der Literatur
3.1.2 Feierlichkeiten zu Ehren Friedrich Schillers
3.2 Das Schillerjahr 2009
3.2.1 Schiller in der Literatur
3.2.2 Exkurs: Das Jubiläum an der FSU Jena
3.2.3 Feierlichkeiten zu Ehren Friedrich Schillers
4 Schillers Potenzial für das 21. Jahrhundert
5 Zusammenfassung
Diese Arbeit untersucht die politische Bedeutung und die Rezeption von Friedrich Schiller im 21. Jahrhundert, insbesondere anhand der Gedenkfeiern der Jahre 2005 und 2009. Die zentrale Forschungsfrage lautet, ob der Dichter nach einer langen Phase politischer Indienstnahme heute entpolitisiert wurde und ob seine Werke noch Antworten auf moderne Probleme bieten können.
3.1.1 Schiller in der Literatur
Um es vorweg zu nehmen: Schiller gehört nicht der Vergangenheit an. Schon im Herbst 2004 waren zahlreiche Werke über den Dichter erschienen. Und auch im Gedenkjahr erschienen viele weitere Bücher und Sammelbände. Die unzähligen erschienenen Werke zeigen, dass das Interesse an dem einstigen Nationaldichter gar nicht so gering ist – doch leicht fällt den Autoren der Gegenwart der Umgang mit dem viel zitierten Dichter nicht. War es, wie gezeigt wurde, früher Gang und Gebe Schiller für sich zu vereinnahmen, seine aktuelle Bedeutung zu betonen und seine Werke im eigenen Sinne zu rezipieren, überrascht es, wie wenig in den Biografien, die vor allem im Jahre 2004 und 2005 erschienen, die Bedeutung Schillers für die heutige Zeit betont wird. Vielmehr, so beschreibt es Peter-André Alt, würde der Dichter „in den Jubiläumsbüchern zumeist profaniert und banalisiert“.
Er betrachtete in einem Aufsatz im Mai 2005 viele Neuerscheinungen zum Schillerjahr und stellte fest, „dass Originelles und qualitativ Anspruchsvolles in der Regel fehlen. Die meisten Texte scheinen hastig zum Jubiläum, dem 200. Todestag am 9. Mai, geschrieben, und sie werden vermutlich vergessen sein, sobald sich der Feiertaumel gelegt hat.“ Gern hätte der Autor gewusst, wie andere Autoren Schiller in dem Gedenkjahr lesen. Er selbst hatte sich bereits in seiner Schillerbiografie, die 2004 erschien, dazu geäußert, hob Schillers ästhetischen Idealismus, der die Bedeutung der Kunst für die Politik in den Vordergrund rückt, hervor und begründete die Aktualität des Dichters folgendermaßen:
„… Schillers unabgegoltene Aktualität liegt in (seiner) offenen Reflexionskultur begründet, die sein Werk zum Element einer progressiven Aufklärung mit dem Treibsatz der permanenten Kritik am Status quo werden läßt.“
1. Einleitung: Die Einleitung umreißt die zeitlose Bedeutung Friedrich Schillers und stellt die Forschungsfrage nach seiner Rolle und politischen Verwertbarkeit im 21. Jahrhundert.
2. Schiller im 19. und 20. Jahrhundert: Dieses Kapitel gibt einen historischen Überblick über die instrumentelle Nutzung Schillers als Nationaldichter und Symbolfigur in verschiedenen politischen Epochen.
3. Die Schiller-Jubiläen zu Beginn des 21. Jahrhunderts: Hier werden die Feierlichkeiten und literarischen Neuerscheinungen der Jahre 2005 und 2009 analysiert, inklusive eines speziellen Exkurses zum Umgang der Universität Jena mit ihrem Namenspatron.
4 Schillers Potenzial für das 21. Jahrhundert: Der Autor diskutiert hier, inwieweit Schillers Konzepte von Freiheit und Moral heute noch eine Relevanz für gesellschaftliche und politische Herausforderungen besitzen.
5 Zusammenfassung: Das abschließende Kapitel resümiert, dass Schiller heute weniger politisch instrumentalisiert wird und seine Bedeutung zunehmend in seiner künstlerischen und philosophischen Modernität liegt.
Friedrich Schiller, Schillerjahr, Rezeptionsgeschichte, politischer Dichter, Nationaldichter, Literaturwissenschaft, Idealismus, Realismus, Freiheitsbegriff, Gedenkkultur, 21. Jahrhundert, Friedrich-Schiller-Universität Jena, politische Bildung, Moderne, Werkdeutung.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Rezeption und Bedeutung von Friedrich Schiller in den ersten Jahren des 21. Jahrhunderts, speziell im Kontext der Schiller-Jubiläen 2005 und 2009.
Zu den zentralen Feldern zählen die historische Entwicklung der Schiller-Rezeption, die Analyse der Gedenkveranstaltungen, die Untersuchung aktueller literarischer Werke über Schiller und die Frage nach seinem Potenzial für moderne gesellschaftliche Debatten.
Das Hauptziel ist es zu ergründen, ob Schiller heute noch als politisch relevant wahrgenommen wird oder ob er nach einer langen Phase der ideologischen Vereinnahmung eine Entpolitisierung erfahren hat.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Untersuchung zeitgenössischer Festreden, Ausstellungskonzeptionen und wissenschaftlicher Publikationen zu den Jubiläumsjahren.
Der Hauptteil gliedert sich in einen historischen Rückblick auf die Schiller-Rezeption im 19. und 20. Jahrhundert sowie die detaillierte Betrachtung der Schiller-Jubiläen von 2005 und 2009 und deren Spiegelung in der Literatur und an der Universität Jena.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Gedenkkultur, politischer Dichter, Freiheit, Idealismus, Rezeptionsgeschichte und Schiller-Jubiläum geprägt.
Der Exkurs verdeutlicht die komplexe erinnerungspolitische Agenda einer Institution, die den Namen eines Dichters trägt, welcher in der Zeit des Nationalsozialismus ideologisch missbraucht wurde.
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass Schillers Werke ihre Bedeutung behalten haben, allerdings in einer neuen Form, die den Dichter von früheren politisch-instrumentellen Facetten befreit.
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