Forschungsarbeit, 2011
46 Seiten, Note: 2,0
Einleitung
1.) Stanley Kubricks Leben und Werk
1.1) Kubricks Dokumentarfilmphase (1950 – 1953)
1.2) Kubricks Spielfilme (1953 – 1999) unter dem Gesichtspunkt der auf die Werke folgenden Reaktionen und Handlungen
2.) Die filmwissenschaftliche Erforschung der Zuschauer und der Rezeption
2.1) Der Rezeptionsansatz nach Janet Staiger
2.1.1) Die textuelle Analyse
2.1.2) Die aktive Lektüre des Zuschauers
2.1.3) Die kontextuelle Rezeption
2.2) Die semio-pragmatische Perspektive nach Roger Odin
2.2.1) Die dokumentarisierende Lektüre
2.3) Die historische Pragmatik nach Frank Kessler
2.4) Exkurs: Die Ebenen der Realität
3.) Die Rezeptionsanalyse der ausgewählten Filme Stanley Kubricks
3.1) Paths of Glory (USA 1957)
3.2) A Clockwork Orange (GB / USA 1971)
4.) Fazit
Die vorliegende Forschungsarbeit untersucht die Rezeptionsgeschichte der Stanley-Kubrick-Filme Paths of Glory (1957) und A Clockwork Orange (1971). Ziel ist es, die teils kontroversen Reaktionen – von Verboten und Protesten bis hin zu Kultstatus und Anerkennung – anhand filmtheoretischer und pragmatischer Analyseansätze nachvollziehbar zu machen und die Ursachen für die unterschiedlichen Zuschauerpositionen zu identifizieren.
Die dokumentarisierende Lektüre
Roger Odin vertritt den Standpunkt, dass jeder Film als Dokument verstanden werden kann, auch wenn nur jene audiovisuellen Arbeiten dem eigentlichen dokumentarischen Genre zuzuordnen sind, welche ausdrücklich verlangen, dokumentarisch gelesen zu werden (vgl. Odin 1999: 259). Nach Odin ist also nur dann ein Film ein Dokumentarfilm, wenn die textuellen und paratextuellen Anweisungen den Zuschauer zu einer dokumentarisierenden Lektüre auffordern, wobei der Zuschauer dennoch die Möglichkeit der Gegenlektüre hat. Die Weigerung des Zuschauers, den Film trotz expliziter Aufforderungen dokumentarisierend zu lesen, ist abhängig von seinem Kontextwissen hinsichtlich des Diskurses und des Mediums Film und seiner Wahrnehmungsmöglichkeiten, woraus hervorgeht, dass ein und derselbe Film unterschiedliche Lektüremodi in Gang setzen kann.
Odin liefert mit diesem Ansatz nicht nur eine äußerst durchdachte Beschreibung des Dokumentarfilms, sondern nimmt auch an, dass fiktive Filme beziehungsweise Aspekte der fiktionalen Filme dokumentarisierend gelesen werden können.
Einleitung: Die Arbeit erläutert das Forschungsinteresse an den kontroversen Rezeptionen von Kubricks Werken und definiert den methodischen Rahmen durch eine Kombination verschiedener rezeptionsorientierter Ansätze.
1.) Stanley Kubricks Leben und Werk: Dieses Kapitel gibt einen biografischen Überblick und ordnet Kubricks Schaffen in den Kontext filmischer Konventionen und Legendenbildung ein.
2.) Die filmwissenschaftliche Erforschung der Zuschauer und der Rezeption: Hier werden theoretische Modelle von Janet Staiger, Roger Odin und Frank Kessler vorgestellt, die als Grundlage für die spätere Analyse der Rezeptionsvorgänge dienen.
3.) Die Rezeptionsanalyse der ausgewählten Filme Stanley Kubricks: In diesem Hauptteil wird das theoretische Instrumentarium auf Paths of Glory und A Clockwork Orange angewendet, um Proteste und Verbote in Relation zur filmischen Darstellung und zum historischen Kontext zu erklären.
4.) Fazit: Die Arbeit fasst zusammen, dass die Kombination der gewählten Modelle eine präzise Untersuchung sowohl verbaler Diskursreaktionen als auch nicht-sprachlicher Handlungen wie Verbote ermöglicht.
Stanley Kubrick, Rezeptionsanalyse, Paths of Glory, A Clockwork Orange, Filmtheorie, Janet Staiger, Roger Odin, Frank Kessler, dokumentarisierende Lektüre, nachfilmische Realität, Zensur, Kultfilm, Gewalt im Film, Zuschauerforschung, Filmgeschichte.
Die Arbeit befasst sich mit der Rezeption der Filme Paths of Glory und A Clockwork Orange von Stanley Kubrick und untersucht, warum diese Filme bei Publikum und Kritik so gegensätzliche Reaktionen wie Verbote, Proteste oder Kultstatus auslösten.
Im Zentrum stehen die filmtheoretische Erforschung der Zuschauerrezeption, die Rolle von Gewalt in der filmischen Darstellung und die Auswirkungen von historisch-soziokulturellen Kontexten auf die Wahrnehmung eines Films.
Das Ziel ist es, zu belegen, dass die heftigen Reaktionen auf Kubricks Filme kein Zufall sind, sondern durch spezifische filmische Strukturen in Kombination mit den Erwartungshaltungen und Kontexten der zeitgenössischen Rezipienten erklärt werden können.
Die Autorin kombiniert den rezeptionsorientierten Ansatz von Janet Staiger mit der semiopragmatischen Perspektive nach Roger Odin und der historischen Pragmatik von Frank Kessler.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Einbettung der Rezeptionsforschung und die konkrete Analyse der beiden Filmbeispiele, wobei die Autorin jeweils die Diskrepanz zwischen filmischer Darstellung und den ausgelösten Protesten bzw. Zensurmaßnahmen untersucht.
Neben dem Namen des Regisseurs Stanley Kubrick sind Begriffe wie Rezeptionsanalyse, dokumentarisierende Lektüre, nachfilmische Realität und die Filmtitel selbst zentral für das Verständnis der Untersuchung.
Bei Paths of Glory führt die Autorin die Proteste primär auf den referenziellen Bezug zur historischen Realität (der Erste Weltkrieg) zurück, während sie bei A Clockwork Orange argumentiert, dass die Provokation primär im filmischen Werk selbst durch die explizite Thematisierung von Gewalt liegt.
Nach Roger Odin bezeichnet dies einen Modus, bei dem ein Zuschauer (auch einen fiktionalen) Film als ein reales Dokument oder als eine Aussage über die Wirklichkeit liest, was bei den analysierten Kubrick-Filmen maßgeblich zu deren kontroverser Rezeption beitrug.
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