Masterarbeit, 2011
126 Seiten, Note: 2,3
1 Einleitung
Teil I: Theoretischer Hintergrund
2 Das Phänomen „Rebellion“
2.1 Inhaltliche Annäherungen an den Begriff „Rebellion“
2.2 Rebellion und Aggression: Eine differenzierende Betrachtung
2.3 Einflussfaktoren auf das Rebellieren: Handlungsorientierte Instanzen
2.3.1.Selbstwert und Selbstwirksamkeit
2.3.2 Assimilation und Akkomodation
2.3.3 Externalisierendes/internalisierendes Verhalten und Geschlecht
3 Frank J. Sulloway: Die Geburtsrangtheorie
3.1 Selektive Studien und Analysen zur Geburtenfolge
3.2 Die Geburtsrangtheorie Sulloways: Evolutionstheoretischer Hintergrund
3.3 Grundzüge der Geburtsrangtheorie
3.4 Zusammenhang zwischen Geburtsrang und Rebellion
4 Aspekte der Verschiedenartigkeit von Geschwistern - Geburtsrang und Persönlichkeitsentwicklung -
4.1 Einzelkind und Erstgeborene(r)
4.2 Zweitgeborene(r) / Spätergeborene(r)
4.3 Weitere persönlichkeitsformende Prädiktoren
4.3.1 Altersabstand
4.3.2 Geschlecht
4.3.3 Geschwisteranzahl
5 Die Bindungstheorie nach John Bowlby
5.1 Theoretischer Hintergrund
5.2 Grundzüge der Theorie: Regulation des Bindungsverhaltens
5.3 Die Baltimore-Studie: Identifizierung von Bindungsmustern
5.4 Zusammenhang zwischen Bindungsqualität und Rebellion
Teil II: Empirische Analyse
6 Methode
6.1 Der Fragebogen: Aufbau und Entwicklung
6.2 Hintergrund und Zusammensetzung der Stichprobe
7 Fragestellung und Untersuchung
7.1 Geburtsrang und rebellisches Verhalten
7.1.1 Die Hypothese
7.1.2 Wichtigste Ergebnisse und Schlussfolgerung
7.2 Bindungsqualität und rebellisches Verhalten
7.2.1 Die Hypothese
7.2.2 Wichtigste Ergebnisse und Schlussfolgerung
7.3 Bindungsqualität und Geburtsrang im Zusammenhang mit Rebellion
7.4 Erklärungsmodell: Rebellisches Verhalten und Co-Variablen
7.4.1 Die Hypothesen
7.4.1.1 Co-Variablen und rebellisches Verhalten
7.4.1.2 Zusammenhang zwischen den Hauptfaktoren und den Co-Variablen
7.4.1.3 Stellung der Co-Variablen
7.4.2 Wichtigste Ergebnisse und Schlussfolgerung
8 Diskussion
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen „Rebellion“ als Ausdruck antikonformen Handelns zwischen Rigidität und moralischem Anspruch. Ziel ist es, zu analysieren, ob individuelle Persönlichkeitsfacetten, beeinflusst durch die Geburtsrangtheorie nach Frank Sulloway sowie die Bindungstheorie nach John Bowlby, die Tendenz zu rebellischem Verhalten erklären können.
2.2 Rebellion und Aggression: Eine differenzierende Betrachtung
Die Begriffe „Aggression“ und „Aggressivität“ werden in der Literatur oftmals synonym verwendet, so dass hieraus keine bedeutsamen Unterschiede erkennbar sind. Nach Gratzer (2004) sind die Begrifflichkeiten getrennt voneinander zu betrachten. Aggressivität geht der Aggression voraus, da sie die Einstellung und die Bereitschaft zu aggressivem Handeln darstellt. Aggression hingegen ist die Handlung selbst (vgl. Gratzer, 2004). Cierpka beschreibt den Begriff „Aggressivität“ als eine relativ stabile psychische Eigenschaft, die eine erhöhte Bereitschaft zu aggressivem Handeln aufweist (vgl. Cierpka, 2002).
Etliche Kategorisierungen für aggressive Handlungen wurden im Laufe der Auseinandersetzung mit der Thematik vorgenommen, so z.B. die der Unterscheidung „expressiver“ und „instrumenteller“ Aggression nach Michaelis. Sie stellt einen Bezug zur zugrunde liegenden Motivation bzw. Funktionalität her. Hierbei wird die expressive Aggression durch starke Emotionen oder Erregungszustände ausgelöst und wirkt kurzzeitig spannungsreduzierend, wohingegen die instrumentelle Verletzungen anderer mit der Motivation einer Zielerreichung oder Problemlösung anstrebt.
Petermann und Petermann (2000) nehmen eine Unterscheidung und Gegenüberstellung von Aggressionen vor, indem sie diese in fünf Dimensionen einteilen:
• Offen gezeigte Aggression versus verdeckte/hinterhältige Aggression
• Körperliche Aggression versus verbale Aggression
• Aktiv-ausübende versus passiv-erfahrene Aggression
• Direkte versus indirekte Aggression
• Nach außen gewandte versus nach innen gewandte Aggression (Petermann/Petermann, 2000).
Auf weitere Differenzierungen zum Aggressionsbegriff und zu Formen aggressiven Verhaltens soll an dieser Stelle verzichtet werden. Im weiteren Verlauf wird hingegen der Gewaltbegriff erwähnt, da aggressive Tendenzen oftmals zu Gewalt führen können bzw. Gewalt denken und -handeln ebenfalls, genau wie Aggressionen als hinreichende Voraussetzungen, dem Rebellen zugeordnet werden können.
1 Einleitung: Einführung in das Thema Rebellion als facettenreiches Phänomen und Erläuterung der theoretischen Perspektiven sowie der Forschungsfragestellung.
2 Das Phänomen „Rebellion“: Begriffsdefinition und Abgrenzung sowie Darstellung handlungstheoretischer Grundlagen und Einflussfaktoren.
3 Frank J. Sulloway: Die Geburtsrangtheorie: Analyse des evolutionstheoretischen Hintergrunds der Geburtsrangtheorie und deren Zusammenhang mit rebellischem Verhalten.
4 Aspekte der Verschiedenartigkeit von Geschwistern - Geburtsrang und Persönlichkeitsentwicklung -: Untersuchung der Rollen von Erst-, Zweit- und Spätergeborenen sowie Einflussfaktoren wie Altersabstand und Geschwisteranzahl.
5 Die Bindungstheorie nach John Bowlby: Darstellung der Bindungstheorie, der Bindungsmuster und des Zusammenhangs zwischen Bindungsqualität und Rebellionsneigung.
6 Methode: Beschreibung des Fragebogens, der Konstruktoperationalisierung und der Charakteristika der Stichprobe.
7 Fragestellung und Untersuchung: Statistische Analyse und Prüfung der aufgestellten Hypothesen zu Geburtsrang, Bindungsqualität und moderierenden Variablen.
8 Diskussion: Zusammenfassung der Ergebnisse, kritische Reflexion des Studiendesigns und Ausblick auf zukünftige Forschungsmöglichkeiten.
Rebellion, Antikonformismus, Geburtsrangtheorie, Bindungstheorie, Persönlichkeitsentwicklung, Geschwisterrivalität, Aggression, Selbstwert, Selbstwirksamkeit, Handlungstheorie, Assimilation, Akkomodation, Sozialisation, Moralische Entwicklung, Empirische Analyse
Die Arbeit untersucht rebellisches Verhalten bei Erwachsenen. Dabei wird analysiert, warum Menschen trotz möglicher negativer persönlicher Folgen an ihren Überzeugungen festhalten und sich gegen gesellschaftliche Normen auflehnen.
Die Arbeit verknüpft die evolutionspsychologische Geburtsrangtheorie von Frank J. Sulloway und die Bindungstheorie von John Bowlby mit handlungstheoretischen Konzepten, um die Entstehung einer rebellischen Persönlichkeit zu erklären.
Das Ziel ist herauszufinden, ob Persönlichkeitsfacetten, die rebellisches Handeln begünstigen, durch die Geburtsreihenfolge, frühe Bindungserfahrungen und handlungssteuernde Variablen (wie Selbstwert oder Copingstrategien) vorhergesagt oder erklärt werden können.
Es wurde eine empirische Untersuchung mittels eines selbst konstruierten Fragebogens durchgeführt, der verschiedene psychologische Skalen zur Erfassung von Bindung, Rebellion, Aggression und Bewältigungsstrategien kombinierte.
Der Hauptteil gliedert sich in einen umfassenden theoretischen Hintergrund über Rebellion, Geburtsrangforschung und Bindungstheorie sowie eine empirische Analyse, in der diese Theorien an einer Stichprobe von 59 Personen statistisch geprüft werden.
Wichtige Begriffe sind Rebellion, Antikonformismus, Geburtsrangtheorie, Bindungstheorie, Persönlichkeitsentwicklung, Selbstwirksamkeit und Aggression.
Basierend auf der Theorie von Frank J. Sulloway besetzen Erstgeborene oft die Nische der Konformität, während Spätergeborene gezwungen sind, sich durch auffälliges, rebellisches Verhalten in der Familie neue Nischen für elterliche Aufmerksamkeit zu erarbeiten.
Die Arbeit untersucht, ob unsichere Bindungserfahrungen in der Kindheit die Basis für ein antikonformes Verhalten im Erwachsenenalter legen, da diese Menschen möglicherweise weniger auf das Wohlwollen enger Bindungspersonen angewiesen sind und sich so freier gegen Normen auflehnen können.
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