Examensarbeit, 1985
75 Seiten, Note: 1,0
EINFÜHRUNG IN DIE THEMATIK UND ARBEITSWEISE
I. DIE QUELLEN
1. Die Primärquellen
2. Die Sekundärquellen
a. Polybios
b. M. Tullius Cicero
c. T. Livius
d. Diodoros
e. Valerius Maximus
f. Appian
g. Plutarch
h. Cassius Dio
i. A. Gellius
j. de viris illustribus
k. Paulus Orosius
l. Zonaras
II. DIE CORNELII SCIPIONES UND IHRE BEDEUTUNG IM 3. UND BEGINNENDEN 2. JAHRHUNDERT V. CHR.
1. Die Ursprünge der gens Cornelia
2. Die Cornelii Scipiones bis zum Tod von P. Cornelius Scipio (cos. 218) und C. Cornelius Scipio (cos. 222)
3. P. Cornelius Africanus (cos. 205, 194) und die Cornelii Scipiones bis zum Beginn der Scipionenprozesse
1.1. DieZeit bis zur Erlangung des spanischen Kommandos (236/5 – 211)
1.2. Das spanische Kommando
1.3. Das erste Konsulat und der Krieg in Afrika (205 – 201)
1.4. Die Zeit von der Niederlage Karthagos bis zur Übernahme im Krieg gegen Antiochos III. durch L.Cornelius Scipio (200 – 190)
1.5. Der Krieg gegen Antiochos III. und die Zeit bis zum Beginn der Scipionenprozesse (190 – 187)
2. Tendenzen und Zielsetzungen im politischen Wirken von Scipio Africanus
III. Die Rivalität zwischen den Gentes
1. Der „Partei“ – Begriff in der römischen Republik
2. Die verschiedenen gentes und ihre Parteien
1. Q. Fabius Maximus Verrucosus (cos. 233, 228, 215, 209) und die fabische Partei
2. Die fulvisch – claudische Partei
3. Die aemilisch – cornelische Partei
4. Die servilisch – claudische Partei
3. Die Cornelii Scipiones und ihre Beziehung zu den anderen gentes
IV. DIE PROZESSE
1.1. Der Prozess gegen L. Cornelius Scipio Asiagenus (cos. 190) im Jahr 187
1.2. Der Prozess gegen P. Cornelius Scipio Africanus (cos. 205, 194) im Jahr 184
1.3. Der Prozess gegen L. Cornelius Scipio Asiagenus (cos. 190) im Jahr 184
2. Die Wertung der Scipionenprozesse
V. Die SOZO – ÖKONOMISCHEN ASPEKTE
SCHLUSSBETRACHTUNG
Diese wissenschaftliche Arbeit analysiert die Scipionenprozesse als zentrales innenpolitisches Ereignis der römischen Republik des 2. Jahrhunderts v. Chr. Das primäre Ziel ist es, den Machtkampf innerhalb der römischen Nobilität am Beispiel der gens Cornelia aufzuzeigen und dabei die juristischen, biografischen sowie sozio-ökonomischen Hintergründe dieser Prozesse zu beleuchten.
Die Primärquellen
Wir besitzen weder wirkliche Aktenstücke über die Prozesse noch Angaben, die aus solchen herstammen können. Durch Livius ist aber bekannt, dass es noch zu seiner Zeit eine Rede Catos d. A. „Über das Geld des Königs Antiochos" gegeben haben muss, die Livius selbst aber in seiner Darstellung der Ereignisse nicht ausdrücklich anführt4). Bei Gellius finden sich die wörtlichen Wiedergaben der beiden tribunizischen Dekrete in der lnterzessionssache des Scipio Asiagenus, von denen Gellius selber sagt, dass er sie aus späteren Annalen abgeschrieben habe1). Valerius Maximus zitiert ebenfalls eine in diesem Zusammenhang stehende Rede des Ti. Sempronius Gracchus (cos. 177, 167). Auch wenn sie nicht authentisch ist, so kann hier nicht von einer Fälschung gesprochen werden, sondern von "Darstellungen des Sachverhalts, die der Schriftsteller den handelnden Personen in den Mund legt"2). Hätte Gellius wirklich eine Abschrift der beiden tribunizischen Dekrete seinem Werk beigefügt, dann hätte L. Scipio unmöglich Asiaticus heißen können. Dieser Cognomen trat erst zu Beginn des 1. Jahrhunderts v. Chr. auf, zu Lebzeiten des L. Scipio wurde Asiagenus gebraucht.
EINFÜHRUNG IN DIE THEMATIK UND ARBEITSWEISE: Einleitung in das Thema, Darlegung der wissenschaftlichen Herangehensweise und Definition der zentralen Fragestellung.
I. DIE QUELLEN: Kritische Bestandsaufnahme der antiken Quellenlage zu den Scipionenprozessen und Einteilung in verschiedene Überlieferungsstufen.
II. DIE CORNELII SCIPIONES UND IHRE BEDEUTUNG IM 3. UND BEGINNENDEN 2. JAHRHUNDERT V. CHR.: Historischer Überblick über die gens Cornelia und die politische Laufbahn von Scipio Africanus bis zum Beginn der Prozesse.
III. Die Rivalität zwischen den Gentes: Untersuchung der parteipolitischen Strukturen innerhalb der römischen Nobilität und der Beziehungen der Scipionen zu anderen Adelsgeschlechtern.
IV. DIE PROZESSE: Detaillierte Darstellung der Anklagen gegen L. Cornelius Scipio Asiagenus und P. Cornelius Scipio Africanus sowie deren historisches Fazit.
V. Die SOZO – ÖKONOMISCHEN ASPEKTE: Analyse der finanziellen Grundlagen, des Beuteverhaltens und der wirtschaftlichen Spielräume der römischen Elite in diesem Zeitraum.
SCHLUSSBETRACHTUNG: Zusammenfassende Bewertung der Scipionenprozesse als Ausdruck tiefgreifender Umbruchsprozesse innerhalb der römischen Republik.
Scipionenprozesse, Römische Republik, Scipio Africanus, Nobilität, gens Cornelia, Parteienwesen, Quellenkritik, Clientela, Machtkampf, Römische Geschichte, Senat, Prozessführung, Sozio-ökonomische Aspekte, Politische Geschichte, Kriegsbeute
Die Arbeit untersucht die Reihe von Prozessen, die zwischen 187 und 184 v. Chr. gegen die bedeutenden Feldherren P. Cornelius Scipio Africanus und seinen Bruder L. Cornelius Scipio Asiagenus geführt wurden.
Zentrale Themen sind die Rolle der gens Cornelia, das politische Parteienwesen in der römischen Republik, die Quellenlage zu diesen historischen Ereignissen sowie die Verknüpfung von Politik und sozio-ökonomischen Bedingungen.
Ziel ist es, die Prozesse als ein Instrument politischer Auseinandersetzung innerhalb der römischen Nobilität darzustellen und ein Bild der politischen Rahmenbedingungen der Zeit zu zeichnen.
Der Autor stützt sich auf eine quellenkritische Analyse der antiken Literatur, kombiniert mit einer historischen Untersuchung des politischen Systems und der sozialen Strukturen der römischen Führungsschicht.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Untersuchung der antiken Überlieferung, eine biografische und genealogische Einordnung der Scipionen, eine Analyse der Machtstrukturen der römischen gentes und die detaillierte Schilderung der juristischen Verfahren.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Scipionenprozesse, Römische Nobilität, Parteienwesen, Machtkampf und soziale Ökonomie der römischen Elite charakterisieren.
Durch ihr Auftreten, das die herkömmlichen Normen des cursus honorum herausforderte und die Autorität des Senats in Frage stellte, gerieten sie in Konflikt mit konservativen Kräften wie Cato dem Älteren.
Die Anklagen betrafen oft den Vorwurf der Unterschlagung von Geldern aus Kriegskontributionen, was als Mittel diente, um politische Gegner in Verruf zu bringen und auszuschalten.
Die Prozesse gegen die Scipionen dienten M. Porcius Cato als Wahlkampfmittel, um sein Ziel, Zensor zu werden, durch die Diskreditierung der Scipionen-Anhänger zu erreichen.
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