Examensarbeit, 2010
59 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Das Erscheinungsbild des Schulamoklaufs
2.1. Entstehung gewalttätiger Phantasien
2.2. Planung, Tatandeutung und Tatauslöser
2.3. Hergang eines Schulamoklaufs
2.4. Ruhe nach dem Sturm
3. Die Täter und ihre Umwelt
3.1. Kurzbeschreibung der Täter
3.2. Psychopathologische Auffälligkeit und Persönlichkeitsstörungen
3.3. Soziale Herkunft
3.4. Beziehung zu Gleichaltrigen
3.5. Bindungen, Anerkennung und Lebenssinn
4. Ansätze zur Prävention außerhalb von Schulen
4.1. Gewalthaltige Medien einschränken
4.2. Trittbrettfahrer und Nachahmungstäter unterscheiden
4.3. Pressearbeit zur Vermeidung von Nachahmungstaten verbessern
4.4. Waffengesetze verschärfen
5. Ansätze zur Intervention und Prävention an Schulen
5.1. Physische Sicherheitsmaßnahmen installieren
5.2. Risikoeinschätzung und Fallmanagement verbessern
5.3. Krisenteams einführen
5.4. Schaffung eines positiven und sicheren Schulklimas
6. Die Konstanzer Methode der Dilemmadiskussion
6.1. Gesellschaftliche Entwicklungen und der Alltag an modernen Schulen
6.2. Verbesserung der moralischen Handlungsfähigkeit
6.3. Ablauf der KMDD
6.4. Nutzen der KMDD für die Prävention von Schulamokläufen
6.5. Weitere Vorteile der KMDD für die Schule
7. Schlussbetrachtung und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht das komplexe Phänomen des Schulamoklaufs und analysiert, inwieweit die von Prof. Dr. Georg Lind konzipierte „Konstanzer Methode der Dilemmadiskussion“ (KMDD) als präventive Maßnahme an Schulen geeignet ist, um die Entstehung solcher Gewalttaten zu verhindern.
2.1. Entstehung gewalttätiger Phantasien
Obwohl es sich bei School Shootings um brutale Gewaltakte handelt, stellt der Kriminalpsychologe Dr. Jens Hoffmann (2007, S. 28) fest, dass die meisten jugendlichen Täter keine früheren aggressiven Verhaltensweisen aufweisen. Es sind vielmehr „ruhige, unauffällige und introvertierte Heranwachsende“ (Pollmann, 2008, S. 70).
Während ‚School Shooter’ vor ihrer Tat selbst nicht durch aggressives Verhalten auffällig werden, haben sie ein umso größeres Interesse an gewalthaltigen Medien wie PC-Spielen, Filmen sowie eigenen Produktionen. Vossekuil et al. (2002, S. 22) konnten in einer Studie bei etwa 60 % der untersuchten Schulamokläufer eine intensive Beschäftigung mit gewalthaltigen Medien feststellen. Die Jugendlichen flüchteten wohl auf Grund ihrer als unerträglich empfundenen Lebenssituation in eine virtuelle Welt, in welcher sie Gewalt kanalisieren und sich selbst als Helden erleben können.
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt das Phänomen Schulamoklauf am Beispiel des Erfurter Vorfalls dar und formuliert die Zielsetzung der Arbeit bezüglich der Eignung der KMDD als Präventionsmaßnahme.
2. Das Erscheinungsbild des Schulamoklaufs: Dieses Kapitel erläutert die Entstehung gewalttätiger Phantasien bei Tätern sowie den Ablauf von Planung und Ausführung eines solchen Ereignisses.
3. Die Täter und ihre Umwelt: Hier werden die Persönlichkeitsmerkmale und das soziale Umfeld der Täter analysiert, wobei besonders auf Bindungsarmut und soziale Isolation eingegangen wird.
4. Ansätze zur Prävention außerhalb von Schulen: Dieses Kapitel kritisiert die Wirksamkeit von Maßnahmen wie Medienverboten oder Verschärfungen der Waffengesetze und diskutiert die Rolle der Presse.
5. Ansätze zur Intervention und Prävention an Schulen: Es werden physische Sicherheitsmaßnahmen, Risikoeinschätzungen, Krisenteams und die Schaffung eines positiven Schulklimas als schulische Strategien untersucht.
6. Die Konstanzer Methode der Dilemmadiskussion: Dieses Kapitel stellt die KMDD detailliert vor, erklärt ihren Ablauf sowie den Nutzen für die Förderung der moralischen Handlungsfähigkeit und Bindungsförderung.
7. Schlussbetrachtung und Ausblick: Der Autor resümiert, dass Schulen einen Ausgleich zwischen Leistungsorientierung und emotionaler Bildung finden müssen, um durch Bindung und moralische Erziehung präventiv gegen Amokläufe zu wirken.
Schulamoklauf, School Shooting, Konstanzer Methode der Dilemmadiskussion, KMDD, Prävention, Intervention, Bindungstheorie, moralische Handlungsfähigkeit, Schulklima, Gewaltprävention, Risikoeinschätzung, Medienwirkung, Jugendpsychologie, soziale Isolation, Werteerziehung.
Die Arbeit untersucht das Phänomen des Schulamoklaufs und diskutiert, ob und wie schulische Präventionsmaßnahmen, insbesondere die Konstanzer Methode der Dilemmadiskussion (KMDD), dazu beitragen können, solche Taten zu verhindern.
Zu den Schwerpunkten gehören das Täterprofil und das soziale Umfeld der Täter, die Analyse bisheriger Präventionsansätze außerhalb und innerhalb von Schulen sowie die theoretischen Grundlagen der moralischen Entwicklung.
Das Ziel ist es, herauszustellen, inwiefern die KMDD als schülerzentrierte und demokratische Unterrichtsmethode geeignet ist, soziale Bindungen zu stärken und die moralische Handlungsfähigkeit zu verbessern, um präventiv auf potenzielle Täter einzuwirken.
Es wird die Konstanzer Methode der Dilemmadiskussion (KMDD) nach Prof. Dr. Georg Lind vorgestellt, die durch geleitete Diskussionen moralische Urteils- und Diskursfähigkeiten trainiert.
Der Hauptteil analysiert die Entstehung von Schulamokläufen, bewertet aktuelle Ansätze wie Sicherheitsmaßnahmen oder Mediendiskurse und leitet daraus die Notwendigkeit für pädagogische Methoden ab, die Bindungen und ein positives Schulklima fördern.
Die Arbeit wird wesentlich durch Begriffe wie Schulamoklauf, KMDD, Prävention, Bindungsarmut und moralische Handlungsfähigkeit geprägt.
Der Autor argumentiert, dass Maßnahmen wie Metalldetektoren oder Überwachungskameras meist nur Symptome bekämpfen, da die Täter häufig selbst Mitglieder der Schule sind und oft keine Versteckabsicht für ihre Tatpläne haben.
Sie dient der eigenständigen Diskussionsführung durch die Schüler: Der jeweilige Redner bestimmt selbst, wer aus der Gegenseite als nächster antworten darf, was die demokratische Struktur der Diskussion stärkt.
Der Autor konstatiert, dass bei vielen potenziellen School Shootern ein Mangel an funktionalen sozialen Bindungen zur Familie und zu Gleichaltrigen besteht; die KMDD soll helfen, diese Bindungen durch intensiven Diskurs wieder aufzubauen.
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