Bachelorarbeit, 2010
42 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Grundlagen der Vorstandsvergütung
3. Die Kompetenz der Vergütungsregelung
3.1 Beschluss des Aufsichtsrats
3.2 Herabsetzung der Vergütung
3.3 Beschluss der Hauptversammlung über das Vergütungssystem
4. Ausgestaltung des Vergütungssystems
4.1 Angemessenheit der Vergütung
4.1.1 Aufgaben des Vorstandsmitglieds
4.1.2 Leistungen des Vorstandsmitglieds
4.1.3 Lage der Gesellschaft
4.1.4 Üblichkeit der Vergütung
4.2 Struktur der Vergütung
4.2.1 Nachhaltigkeit in der Unternehmensführung
4.2.2 Mehrjährige Bemessungsgrundlage für variable Vergütungen
5. Der weitere rechtliche Rahmen
5.1 Deutscher Corporate Governance Kodex
5.2 Finanzmarktstabilisierungsfondsgesetz
6. Publizitätspflichten
6.1 Publizitätspflichten nach HGB
6.2 Konkretisierungen des DRS 17
6.3 Publizitätspflichten nach IFRS
7. Praktische Ausgestaltung
7.1 Grundgesamtheit
7.2 Aspekte der Publizität
7.3 Höhe der Vergütung
7.4 Struktur der Vergütung
7.5 Parameter der variablen Vergütung
7.6 Vergütungen im Zeitreihenvergleich
8. Schlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit untersucht die aktuelle Rechtslage zur Vorstandsvergütung in Deutschland sowie deren praktische Umsetzung vor dem Hintergrund der Wirtschaftskrise. Das zentrale Ziel ist es, die Auswirkungen gesetzlicher Neuregelungen – insbesondere des Gesetzes zur Angemessenheit der Vorstandsvergütungen (VorstAG) – kritisch zu analysieren und anhand einer empirischen Untersuchung von DAX-Unternehmen zu bewerten.
4.1.4 Üblichkeit der Vergütung
Aus dem Wortlaut des Gesetzes ergibt sich eine Gegenüberstellung der Üblichkeit der Vergütung zu den anderen Elementen der Angemessenheit. Dadurch wird die Angemessenheit nicht konkretisiert, sondern stellt die Üblichkeit der Vergütung als weiteres Kriterium zur Begrenzung der Vergütung insgesamt dar. Die verabschiedete Formulierung wurde erst nach Verhandlungen im Rechtsausschuss gewählt, nachdem ursprünglich die Üblichkeit ein weiteres Kriterium zur Angemessenheit darstellen sollte. Mit dieser Fassung hätten aber ungerechtfertigt hohe Vergütungen mit dem Hinweis auf die Üblichkeit in anderen Unternehmen gewährt werden können, was der Gesetzgeber mit der Neuformulierung vermeiden wollte. Die durchgesetzte Änderung macht den Rechtsbegriff der Üblichkeit jedoch in keiner Weise konkreter. Durch den Zusatz, dass die übliche Vergütung nicht ohne besondere Gründe überschritten werden darf, gewinnt dieses Merkmal weiter an Unschärfe.
In der Begründung des Regierungsentwurfs wird zumindest der Begriff der Üblichkeit erläutert, der auf ein Vergleichsumfeld abstellt, das als horizontale und vertikale Ebene Berücksichtigung finden soll.
Unter der horizontalen Ebene ist der Vergleich mit Unternehmen der gleichen Branchen-, Größen- und Landesüblichkeit innerhalb des Geltungsbereiches des Aktiengesetzes gemeint. Doch auch hier gibt es einige Problemstellungen: Bei einem direkten Unternehmensvergleich von zwei gleich großen Gesellschaften, die in derselben Branche tätig sind, können diese unterschiedlich erfolgreich sein. Hier besteht aber kein Grund, dass die Vergütung für das weniger erfolgreiche Unternehmen für das erfolgreichere maßgeblich sein sollte. Zudem versuchen Unternehmen gerade in wirtschaftlichen schwierigen Zeiten, die besten Führungskräfte durch sehr hohe Vergütungen zu gewinnen. Auch hier kann es nicht im Sinn des Gesetzgebers sein, dass eine stetige Aufwärtsbewegung der Vergütungen durch konkurrierende Unternehmen durch die Maßgeblichkeit gefördert wird. Dem kann insgesamt nur mit einer betragsmäßigen, branchenspezifischen Höchstgrenze der Vergütung entgegengewirkt werden. Dazu fand sich zum einen jedoch im Vorfeld der Gesetzesinitiative keine Mehrheit und zum anderen würde dies die wirtschaftliche Freiheit der Unternehmen im Wettbewerb um geeignete Führungskräfte zu stark einschränken. Darüber hinaus ist das Kriterium der Landesüblichkeit im Zeitalter der Globalisierung überholt. Die geografische Einschränkung ist bei vielen börsennotierten Unternehmen zu eng gefasst, da sie international tätig sind und auf dem weltweiten Markt um Führungskräfte konkurrieren.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Debatte um Managergehälter ein und erläutert die Zielsetzung der Arbeit sowie die kritische Betrachtung der jüngsten gesetzlichen Änderungen durch das VorstAG.
2. Grundlagen der Vorstandsvergütung: Dieses Kapitel erläutert die rechtliche Stellung des Vorstands innerhalb einer Aktiengesellschaft und die damit verbundenen Vergütungsstrukturen.
3. Die Kompetenz der Vergütungsregelung: Hier werden die verfahrensrechtlichen Änderungen bei der Vergütungsfestlegung durch den Aufsichtsrat sowie die Einführung des „Say on Pay“-Beschlusses der Hauptversammlung diskutiert.
4. Ausgestaltung des Vergütungssystems: Dieses Kapitel befasst sich mit den Kriterien der Angemessenheit, der Üblichkeit sowie der Bedeutung von Nachhaltigkeit und mehrjährigen Bemessungsgrundlagen in der Vergütungsstruktur.
5. Der weitere rechtliche Rahmen: Hier werden ergänzende Regelwerke wie der Deutsche Corporate Governance Kodex und das Finanzmarktstabilisierungsfondsgesetz in Bezug auf die Vorstandsvergütung behandelt.
6. Publizitätspflichten: Dieses Kapitel analysiert die gesetzlichen Offenlegungspflichten nach HGB und IFRS sowie die Konkretisierungen durch den DRS 17.
7. Praktische Ausgestaltung: Dieser Teil enthält die empirische Untersuchung zur Vergütungspraxis und Publizität bei börsennotierten Unternehmen, inklusive eines Zeitreihenvergleichs im DAX.
8. Schlussbetrachtung: Die abschließende Betrachtung fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Effektivität der regulatorischen Eingriffe zur Vorstandsvergütung.
Vorstandsvergütung, VorstAG, Aufsichtsrat, Angemessenheit, Nachhaltigkeit, Publizitätspflichten, DAX, Wirtschaftskrise, Vergütungsstruktur, variable Vergütung, Corporate Governance, Gesetzgeber, Unternehmensführung, Say on Pay, empirische Analyse
Die Arbeit behandelt die rechtlichen Rahmenbedingungen und die praktische Gestaltung der Vorstandsvergütung bei deutschen DAX-Unternehmen im Kontext der Finanzmarktkrise.
Die zentralen Felder umfassen die Kompetenz der Vergütungsregelung, die Kriterien für eine angemessene Vergütungsstruktur, die Transparenzpflichten sowie die empirische Entwicklung der Vergütungshöhen.
Das Ziel ist die Analyse der praktischen Ausgestaltung von Vorstandsvergütungen und eine kritische Würdigung der gesetzlichen Anforderungen durch das VorstAG.
Der Autor führt eine umfassende Literaturrecherche zu rechtlichen Grundlagen durch und kombiniert diese mit einer empirischen Auswertung der Geschäftsberichte von über 120 Unternehmen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Entscheidungskompetenzen, die detaillierte Darstellung von Vergütungsfaktoren wie Nachhaltigkeit und Üblichkeit sowie die Analyse der Publizität und empirischer Daten.
Die Arbeit lässt sich maßgeblich durch Begriffe wie Vorstandsvergütung, VorstAG, Corporate Governance, Angemessenheit und empirische Untersuchung beschreiben.
Die empirische Untersuchung zeigt deutlich, dass die Vorstandsvergütungen im Zuge der Krise 2008 in der Höhe abgenommen haben, da die Vorstände über variable Vergütungsbestandteile an den schlechteren Konzernergebnissen partizipierten.
Das Kriterium gilt als unpräzise und führt zu Unschärfen, da es keine klare Definition liefert und die Gefahr birgt, dass Unternehmen eine stetige Aufwärtsbewegung der Gehälter mit dem Hinweis auf Wettbewerber rechtfertigen.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

