Diplomarbeit, 2010
81 Seiten, Note: 1,5
1 Einführende Worte oder: Zweckgesellschaften – Die nie endende Geschichte
2 Grundlagen zur Bewertung der Konsolidierungsnormen zu Zweckgesellschaften und strukturierten Unternehmen
2.1 Theoretische Grundlagen der Konzernrechnungslegung
2.1.1 Anspruchsgruppen der Konzernrechnungslegung und ihre Interessen an einem Konzernabschluss
2.1.1.1 Überblick
2.1.1.2 Anspruchsgruppen im Einzelnen
2.1.1.2.1 Anteilseigner
2.1.1.2.2 Gläubiger
2.1.1.2.3 Behörden
2.1.1.2.4 Sonstige Anspruchsgruppen
2.1.1.3 Zusammenfassung und Würdigung der Ergebnisse
2.1.2 Zwecke der Konzernrechnungslegung
2.1.3 Theorien der Konzernrechnungslegung
2.1.3.1 Überblick
2.1.3.2 Theorien im Einzelnen
2.1.3.2.1 Einheitstheorie
2.1.3.2.2 Interessentheorie
2.1.3.3 Würdigung der Konzerntheorien
2.1.4 Anforderungen an eine zweckadäquate Einbeziehung von Unternehmen in den Konzernabschluss
2.2 Zweckgesellschaften
2.2.1 Anwendungsgebiete von Zweckgesellschaften
2.2.1.1 Zweckgesellschaften zur Abwicklung von ABS-Transaktionen
2.2.1.2 Leasingobjektgesellschaften
2.2.1.3 Spezialfonds
2.2.2 Synopsis – Wesen der Zweckgesellschaften
3 Konsolidierung von Zweckgesellschaften und strukturierten Unternehmen
3.1 Einbeziehungsvorschriften in der nationalen und internationalen Rechnungslegung
3.1.1 Einbeziehungsvorschriften der IFRS
3.1.1.1 Gültiges Recht: IAS 27 und SIC-12
3.1.1.2 Zu werdendes Recht: ED 10
3.1.2 Einbeziehungsvorschrift des HGB: § 290 HGB
3.1.3 Kritische Würdigung der Einbeziehungsvorschriften
3.1.3.1 SIC-12
3.1.3.2 ED 10
3.1.3.3 § 290 Abs. 2 Nr. 4 HGB
3.2 Generelle Kritik an der Konsolidierung von Zweckgesellschaften vor dem Hintergrund der theoretischen Vorgaben an den Konzernabschluss
3.3 Besonderheiten der Konsolidierungstechnik bei Zweckgesellschaften
3.4 Anforderungen an die Risikoberücksichtigung im Zusammenhang mit Zweckgesellschaften
4 Fazit und Ausblick – Handlungsbedarf für Standardsetter und Gesetzgeber
Diese Diplomarbeit untersucht kritisch die Bilanzierung von Zweckgesellschaften und strukturierten Unternehmen im Konzernabschluss nach HGB und IFRS. Ziel der Arbeit ist es, die aktuellen sowie geplanten Konsolidierungsnormen vor dem Hintergrund theoretischer Anforderungen an einen Konzernabschluss zu würdigen und zu hinterfragen, ob diese den Informationsbedürfnissen der Abschlussadressaten gerecht werden.
2.1.1.2.1 Anteilseigner
Die (potentiellen und aktuellen) Anteilseigner der Konzernunternehmen nutzen die Daten der Rechnungslegung zur Entscheidungsfindung, ob sie Unternehmensanteile kaufen, halten oder veräußern sollen. Werden die Anteilseigner als „reine“ Kapitalgeber gesehen, deren einziges Ziel die Kapitalmehrung ist, so ist die alleinige Entscheidungsgrundlage die (geschätzte) Preisentwicklung der Beteiligung bzw. die erwarteten Gewinnausschüttungen oder Dividenden aus ihr. Da die Beteiligung nicht am Konzern selbst, sondern immer nur am einzelnen Konzernunternehmen gehalten wird, sind die Ergebnisse des Einzelunternehmens als Ausgangspunkt möglicher Ausschüttungen maßgeblich. Das primäre Interesse der Anteilseigner gilt demnach dem Ergebnis „seines Konzernunternehmens“.
Aufgrund ihrer Verfügungsmacht steht der Leitung des obersten Mutterunternehmens jedoch eine Vielzahl von Möglichkeiten offen, die Ergebnisse der einzelnen Konzernunternehmen zu beeinflussen. So kann bspw. durch Verkäufe über Marktpreisen an Tochterunternehmen gezielt der Erfolg des Mutterunternehmens gemehrt, der des Tochterunternehmens gemindert werden. Diese bewusst gewählten konzerninternen Transaktionen gehen vollständig in den Einzelabschluss ein und verzerren so die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens. Der Konzernabschluss soll diesen Mangel durch Eliminierung der konzerninternen Transaktionen beseitigen.
1 Einführende Worte oder: Zweckgesellschaften – Die nie endende Geschichte: Einleitung in die Problematik von Zweckgesellschaften im Kontext der Finanzmarktkrise und Darstellung des methodischen Aufbaus der Arbeit.
2 Grundlagen zur Bewertung der Konsolidierungsnormen zu Zweckgesellschaften und strukturierten Unternehmen: Darstellung theoretischer Grundlagen der Konzernrechnungslegung, Ableitung von Konsolidierungskriterien und Analyse der Anwendungsgebiete von Zweckgesellschaften.
3 Konsolidierung von Zweckgesellschaften und strukturierten Unternehmen: Kritische Untersuchung und Würdigung der spezifischen Einbeziehungsvorschriften nach IFRS und HGB.
4 Fazit und Ausblick – Handlungsbedarf für Standardsetter und Gesetzgeber: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Ausblick auf zukünftige regulatorische Entwicklungen.
Zweckgesellschaften, Konzernabschluss, Konsolidierung, HGB, IFRS, BilMoG, ABS-Transaktionen, Leasingobjektgesellschaften, Spezialfonds, Anteilsbesitz, Beherrschungsmacht, Risikoberichterstattung, Finanzmarktkrise, Bilanzmanipulation, Anhangangaben
Die Arbeit befasst sich mit der bilanzpolitischen und theoretischen Problematik der Einbeziehung von Zweckgesellschaften und strukturierten Unternehmen in den Konzernabschluss.
Zentrale Themen sind die theoretische Fundierung der Konzernrechnungslegung, die Konsolidierungskriterien sowie die spezifischen Risiken und Vorteile von Zweckgesellschaften.
Das Ziel ist die kritische Würdigung der derzeitigen und geplanten Konsolidierungsnormen hinsichtlich ihrer Eignung, relevante Informationen für Abschlussadressaten bereitzustellen.
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Ableitung von Konsolidierungskriterien, gefolgt von einer normativen Analyse und kritischen Würdigung der nationalen und internationalen Rechnungslegungsstandards.
Der Hauptteil analysiert die Interessen von Anspruchsgruppen, die verschiedenen Konzerntheorien, die Anwendungsgebiete von Zweckgesellschaften sowie die konkreten Einbeziehungsvorschriften im IFRS und HGB.
Die wichtigsten Begriffe sind Konsolidierung, Zweckgesellschaft, Beherrschungsmacht, BilMoG und der Risiko-Nutzen-Ansatz.
Während die IFRS bereits mit SIC-12 und dem neuen ED 10 an der Konsolidierung arbeiten, hat der deutsche Gesetzgeber durch das BilMoG den § 290 Abs. 2 Nr. 4 HGB eingeführt, der sich stark an den IFRS orientiert.
Das Konzept beschreibt, dass Zweckgesellschaften aufgrund vertraglicher Vorbestimmungen (Autopilot) während ihrer Laufzeit kaum operativen Gestaltungsspielraum besitzen, was die Prüfung einer "Beherrschung" durch Stimmrechte erschwert.
Der Autor plädiert dafür, dass bei fehlender Konsolidierungspflicht aufgrund der "Autopilot"-Struktur die Risiken durch eine deutlich ausgeweitete Anhangberichterstattung transparent gemacht werden müssen.
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