Masterarbeit, 2009
127 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung und Übersicht
1.1 Ausgangsaspekt I: Zunahme der Pflegebedürftigkeit
1.2 Ausgangsaspekt II: Zunahme der Erwerbstätigkeit
1.3 Einleitende Begriffserläuterungen für den Gesamtkontext dieser Arbeit
2. Zentrale Fragestellungen
2.1 Methodik (Forschungsprozess)
2.1.1 Zugang zum Feld und Dokumentation
2.1.1.1 Persönliche Kontaktaufnahme mit Vertretern der Gesundheitsberufe
2.1.1.2 Persönliche Kontaktaufnahme mit zielgruppenorientierten Beratungsstellen
2.1.1.3 Ein Aufruf über die regionale Presse
2.1.2 Einschlusskriterien der Stichprobe
2.1.3 Datenerhebung
2.1.4 Datenanalyse
2.2 Kurzportraits der Interview-Partner
2.2.1 Interview-Partner der ländlichen Region (Märkischer Kreis)
2.2.2 Interview-Partner der städtischen Region (Stadt Essen)
2.3 Übersicht der Stichprobe
2.4 Kritik am Studiendesign
3. Motive
3.1 Ein theoretischer Überbau
3.1.1 Was sind Motiv und Motivation?
3.1.2 Vorbetrachtung
3.1.3 Prosoziales Verhalten
3.1.3.1 Prosoziales Verhalten ist biologisch angelegt
3.1.3.2 Prosoziales Verhalten ist kulturelle Norm
3.1.3.3 Philosophische Schulen – oder: Was ist moralisches Verhalten?
3.1.3.4 Spiritualität: Prosoziales Verhalten als moralischer Imperativ
3.1.3.5 Prosoziales Verhalten in den Sozialwissenschaften
3.1.3.5.1 Auslöser der wissenschaftlichen Untersuchung prosozialer Aktivität
3.2 Motivationen im Alltagsmanagement erwerbstätiger Pflegender
3.2.1 Das Hineinwachsen in die Situation der Pflegeübernahme
3.2.2 Rahmenmotiv 1: Realisierung des häuslichen Versorgungsideals
3.2.2.1 Das prosoziale Konzept
3.2.3 Rahmenmotiv 2: Die Beziehung zwischen Pflegendem und Pflegebedürftigem
3.2.4 Rahmenmotiv 3A: Die prosoziale Austauschbeziehung
3.2.4.1 Das Gerechtigkeitskonzept
3.2.5 Rahmenmotiv 3B: Die materielle Austauschbeziehung
3.2.5.1 Finanzieller Austausch
3.2.5.2 Das sekundäre materielle Motiv
3.2.5.2.1 Pragmatische ländliche Sicherungsorientierung
3.2.6 Kernmotiv 1: Schuldgefühle als Antrieb
3.2.7 Kernmotiv 2A: Das Pflicht-Motiv
3.2.8 Kernmotiv 2B: Persönlicher Anspruch
3.2.9 Kernmotiv 3: Anerkennung durch den Pflegebedürftigen
3.2.9.1 Die Macht der positiven Verstärkung
3.2.10 Kernmotiv 4: Anerkennung durch Nachbarn und soziales Umfeld
3.2.10.1 Der Drang zur sozialen Anpassung
3.2.11 Kernmotiv 5: Das religiös-spirituelle Motiv
3.2.11.1 Ein prosozialer Typus
3.3 Zur Polarität der Motive
3.3.1 Übersicht
3.3.2 Polarität der Motive im Stadt-Land-Vergleich
3.4 Prosoziales Verhalten: Ein kurzer Gechlechtervergleich
3.5 Kritische Reflektion: Zur Generalisierbarkeit der Ergebnisse
3.6 Ein Wort zum Schluss
4. Strategien
4.1 Ein theoretischer Überbau
4.1.1 Was ist eine Strategie?
4.1.2 Vorbetrachtung
4.1.3 Strategien im Alltagsmanagement
4.2 Strategietypen im Alltagsmanagement erwerbstätiger Pflegender
4.3 Strategie I: Nutzung professioneller Pflege- und Beratungsangebote
4.3.1 Ambulante Pflege als Unterstützung im Alltag
4.3.2 Informationszugänge erwerbstätige Pflegender
4.3.1.1 Zwischenfazit: Strategie I
4.4 Strategie II: Einbeziehung des familiären Netzes
4.4.1.1 Zwischenfazit: Strategie II
4.5 Strategie III: Einbeziehung von Freunden, Bekannten und Nachbarn
4.5.1.1 Zwischenfazit: Strategie III
4.6 Strategie IV: Zugang zu pflegefreundlichen beruflichen Konditionen
4.6.1.1 Zwischenfazit Strategie IV
4.7 Strategien: Schlussfolgerungen
5. Beeinflussen Motive die Wahl der Handlungsstrategie?
6. Schlussfolgerungen dieser Arbeit
7. Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit untersucht die Vereinbarkeit von Erwerbstätigkeit und der häuslichen Pflege von Angehörigen. Das primäre Ziel besteht darin, die Motivationen und Handlungsstrategien von erwerbstätigen Pflegenden zu identifizieren und zu analysieren, wobei insbesondere der Einfluss unterschiedlicher Lebensräume (Stadt versus Land) auf diese Aspekte erforscht wird.
3.2.1 Das Hineinwachsen in die Situation der Pflegeübernahme
Mit Eintritt einer Pflegebedürftigkeit tritt auch der Pflegende i.d.R. in eine neue Situation mit neuen Herausforderungen ein. Dies ist mit der Notwendigkeit verbunden, in diese ungewohnte Situation hineinzuwachsen. Über die Gesamtheit der Pflegenden hinweg stellt sich dieser Prozess des Hineinwachsen als heterogener Umstand mit großer interindividueller Varianz dar, da verschiedene Anteile der „neu berufenen“ Pflegenden mit häuslicher Pflege (a) zuvor überhaupt noch nicht konfrontiert gewesen waren, (b) diese bereits in der eigenen Familienhistorie erfahren hatten, (c) beruflich selbst eine pflegende Tätigkeit wahrnehmen und/oder (d) möglicherweise bereits sogar einmal als Pflegende tätig gewesen sind. Nichtsdestoweniger ist die Pflegesituation aber für alle betroffenen Pflegenden in sofern neu als sie die sehr persönliche Auseinandersetzung mit dem pflegebedürftigen, nahe stehenden Menschen bedingt – und damit alle hiermit verbundenen positiven wie negativen Faktoren wie z.B. die chronische Belastung durch die Pflege selbst sowie menschliche Faktoren wie etwa die Art der gemeinsamen Beziehung, das Umgehen mit dem Schmerz über den sich meistenteils verschlechternden Zustand des gepflegten Menschen u.ä. umfasst. Im speziellen Fall der hier schlaglichtartig beleuchteten Zielgruppe kommt die Doppelbelastung der Pflegenden durch ihre Erwerbstätigkeit hinzu. Aus dieser Perspektive erschien es lohnenswert, aus den geführten Interviews herauszukristallisieren, welche Motive den Befragten als „Triebfedern“ dienen, eine Pflegeverantwortung zu übernehmen und aufrecht zu erhalten.
1. Einleitung und Übersicht: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Problematik der Vereinbarkeit von Erwerbstätigkeit und Familienpflege aufgrund demografischer Entwicklungen und steigender Erwerbsquoten bei Frauen.
2. Zentrale Fragestellungen: Dieses Kapitel definiert die Forschungsziele und beschreibt detailliert die explorative, qualitative Methodik basierend auf 12 halbstrukturierten Interviews in städtischen und ländlichen Regionen.
3. Motive: Es werden verschiedene Motivationsgrundlagen (biologisch, kulturell, philosophisch, spirituell) erörtert und die individuellen Beweggründe Pflegender in Kategorien wie Pflicht, Schuldgefühl und persönlichem Anspruch analysiert.
4. Strategien: Das Kapitel kategorisiert vier Strategietypen der Pflegenden, die von der Nutzung professioneller Dienste bis zur Einbindung privater Netzwerke reichen, um die Doppelbelastung zu bewältigen.
5. Beeinflussen Motive die Wahl der Handlungsstrategie?: Es wird festgestellt, dass keine direkte Korrelation zwischen den identifizierten Motiven und den gewählten Handlungsstrategien innerhalb der Stichprobe nachweisbar ist.
6. Schlussfolgerungen dieser Arbeit: Die Arbeit resümiert, dass die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist und die Studienergebnisse Anhaltspunkte für eine zielgerichtete Unterstützung bieten.
7. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung bündelt die Ergebnisse zur Polariät der Motive und der identifizierten Strategietypen und bestätigt die Falsifizierung der ursprünglichen Arbeitshypothese bezüglich signifikanter Stadt-Land-Unterschiede.
Vereinbarkeit, Erwerbstätigkeit, Familienpflege, Pflegende Angehörige, Alltagsmanagement, Motivationsforschung, Handlungsstrategien, Prosoziales Verhalten, Pflegeversicherung, Doppelbelastung, Soziale Netzwerke, Pflegestufen, Stadt-Land-Vergleich, Häusliche Versorgung, Pflegebedarf.
Die Master-Arbeit befasst sich mit der Situation von erwerbstätigen Personen, die gleichzeitig pflegebedürftige Angehörige in deren häuslichem Umfeld versorgen, und analysiert deren individuelle Motivationsstrukturen und Bewältigungsstrategien.
Die Schwerpunkte liegen auf der Vereinbarkeit von Beruf und Pflege, der Analyse von Motivationsfaktoren für prosoziales Handeln sowie der Darstellung und Kategorisierung verschiedener Strategietypen zur Organisation des Alltags bei Doppelbelastung.
Ziel der Arbeit ist es, herauszukristallisieren, welche Motive erwerbstätige Pflegende antreiben, diese Verantwortung zu übernehmen, und welche Strategien sie einsetzen, um die Pflege mit ihrer beruflichen Tätigkeit zu harmonisieren.
Es wurde ein qualitativer, explorativer Forschungsansatz gewählt. Grundlage bilden 12 halbstrukturierte, leitfadengestützte Interviews mit erwerbstätigen Pflegenden aus einer städtischen Region (Essen) und einer ländlichen Region (Märkischer Kreis).
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Analyse von Motiven (wie Pflicht, Anerkennung, Spiritualität) und eine praxisorientierte Klassifizierung von Handlungsstrategien, die von professioneller Unterstützung bis zur Einbindung privater Netzwerke reichen.
Zentrale Begriffe sind Vereinbarkeit, Doppelbelastung, Pflegearrangements, prosoziales Verhalten, individuelle Motivationstypen sowie regionale Unterschiede in der Pflegestruktur.
Die Untersuchung zeigt, dass materielle Motive insbesondere bei Landbewohnern eine Rolle spielen, oft im Zusammenhang mit dem Erhalt von Wohneigentum, während städtische Bewohner eher in Mietverhältnissen leben und hier weniger materiell motiviert sind.
Der Hausarzt fungiert als zentrale Schlüsselfunktion für viele Pflegende. Er dient oft als erste Anlaufstelle für Beratungsgespräche und leistet psychosoziale Unterstützung, besonders im ländlichen Bereich, wo er als wichtige Ressource zur Bewältigung der Pflegebelastung wahrgenommen wird.
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