Bachelorarbeit, 2010
73 Seiten, Note: 1,3
Einleitung
1. Armut in Deutschland
2. Hartz IV und seine Auswirkungen auf den Lebensstandard und die Lebenswelt der Kinder
3. Lebenswelt und Lebenslage
4. Lebenslagen von Armut betroffener Kinder
4.1 Materielle Lage der Kinder
4.2 Gesundheitliche Lage der Kinder
4.3 Soziale Lage der Kinder
4.4 Kulturelle Lage der Kinder
5. Vererbte Armut
6. Fazit
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die Lebenslagen und die daraus resultierende Lebenswelt von Kindern in Familien, die auf Transferleistungen nach dem SGB II angewiesen sind. Ziel ist es, die spezifischen Einschränkungen dieser Kinder aufzuzeigen und zu beleuchten, wie sie ihre Situation subjektiv wahrnehmen.
4.1 Materielle Lage der Kinder
In der Beschreibung zu der „materiellen Lage“ des Kindes liegt der Schwerpunkt bei den materiellen Gütern, die der Familie zur Verfügung stehen und so letztendlich auch dem Kind zu Gute kommen (vgl. Holz/Richter/Wüstendörfer/Giering 2006, S. 72). Wichtige Indikatoren sind dabei z.B. das eigene Kinderzimmer und dessen Größe, eventuelle Einschränkungen bei der Essensversorgung, Kleidung, die Wohngegend, Taschengeld, Feriengestaltung (Urlaub) und Konsumgüter (wie z.B. elektronische Unterhaltungsgeräte) (vgl. ebd., S. 42).
Neben dem verfügbaren Einkommen stehen den Familien zum Teil noch andere Ressourcen zur Verfügung. Dazu gehören beispielsweise Unterstützung durch angeschlossene soziale Netzwerke (z.B. Großeltern), Tauschgelegenheiten (z.B. andere Mütter) oder auch Unterstützungseinrichtungen (wie z.B. Kleiderspenden). Diese Möglichkeiten hängen von dem Management der Familie (meist der Mutter) ab und können so die objektive Lage des Haushalts verbessern. Den Einfluss, den das Kind auf diesen Bereich hat, ist eher begrenzt, jedoch können die Kinder je nachdem, wie sie mit den Gegebenheiten umgehen, ihre Lebenslage mit beeinflussen (vgl. Chassé/Rasch/Zander 2010, S. 115). Auf die Notwendigkeit der finanziellen Unterstützung durch die Oma weißt auch die interviewte Mutter der Familie X hin (vgl. Interview, Zeile 148f.).
Einleitung: Die Einleitung führt in die aktuelle Debatte um Kinderarmut in Deutschland ein und verdeutlicht die Relevanz der Untersuchung von Lebenswelten in Familien mit Transferleistungsbezug.
1. Armut in Deutschland: Dieses Kapitel definiert Armut durch verschiedene Konzepte, wie relative Armut und das soziokulturelle Existenzminimum, und erläutert die strukturellen Rahmenbedingungen.
2. Hartz IV und seine Auswirkungen auf den Lebensstandard und die Lebenswelt der Kinder: Das Kapitel erläutert die Grundsicherung für Arbeitssuchende und kritisiert die Regelsatzberechnungen für Kinder, die nicht deren spezifische Bedürfnisse berücksichtigen.
3. Lebenswelt und Lebenslage: Hier werden die theoretischen Begriffe „Lebenswelt“ und „Lebenslage“ definiert und das kindbezogene Lebenslagenkonzept der AWO-ISS-Studien vorgestellt.
4. Lebenslagen von Armut betroffener Kinder: In diesem zentralen Kapitel werden die vier Dimensionen der kindlichen Lebenslage (materiell, gesundheitlich, sozial, kulturell) detailliert analysiert und durch Studienergebnisse sowie Interviewausschnitte veranschaulicht.
5. Vererbte Armut: Das Kapitel diskutiert Mechanismen wie die intergenerationale Weitergabe von Armut, die Bedeutung von Bildungsarmut und den Einfluss des elterlichen Habitus auf die Zukunftschancen von Kindern.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont, dass staatliche Leistungen zur Sicherung des Kindeswohls oft nicht ausreichen und ein Zusammenspiel aller Akteure erforderlich ist.
Kinderarmut, Hartz IV, SGB II, Lebenswelt, Lebenslage, soziale Ungleichheit, AWO-ISS-Studien, Bildungsarmut, intergenerationale Armut, Transferleistungen, kindliche Entwicklung, materielle Deprivation, soziale Integration, Chancengleichheit, Resilienz.
Die Arbeit befasst sich mit der Situation von Kindern, die in Familien aufwachsen, die Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II (Hartz IV) beziehen.
Die Untersuchung konzentriert sich auf die materiellen, gesundheitlichen, sozialen und kulturellen Lebenslagen dieser Kinder sowie die Prozesse der Armutsvererbung.
Ziel ist es, die Lebenslagen und Lebenswelten armutsbetroffener Kinder zu untersuchen und deren spezifische Einschränkungen sowie Handlungsmöglichkeiten im Alltag darzustellen.
Die Autorin kombiniert eine Literaturanalyse bekannter Studien zum Thema Kinderarmut mit einer qualitativen Analyse eines selbst geführten Experteninterviews mit einer betroffenen Familie.
Der Hauptteil analysiert, wie sich Armut in den vier Dimensionen Lebenslage (materiell, gesundheitlich, sozial, kulturell) äußert und welche langfristigen Folgen für die kindliche Entwicklung entstehen.
Kinderarmut, Hartz IV, Lebenswelt, Lebenslage, soziale Ungleichheit, intergenerationale Armut und Bildungsarmut sind die prägenden Begriffe.
Die Autorin kritisiert, dass diese Sätze nicht auf einer kindgerechten Bedarfsberechnung basieren, sondern lediglich prozentuale Anteile der Erwachsenenbezüge darstellen, was den tatsächlichen Bedürfnissen eines heranwachsenden Kindes nicht gerecht wird.
Es beschreibt den Zusammenhang, dass Kinder in prekären Verhältnissen eine deutlich höhere Wahrscheinlichkeit haben, auch als Erwachsene von Transferleistungen abhängig zu sein, bedingt durch strukturelle Nachteile und die Übernahme elterlicher Verhaltensmuster.
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