Examensarbeit, 2010
81 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Die Quellenlage
3. Das Imperium Parthicum
3.1 Überblick über die Entstehung und des Aufstiegs des Parther-reiches bis zum ersten römisch-parthischen Kontakt
3.2 Geographische Lokalisierung des parthischen Herrschaftsgebiets
3.3 Geographische und klimatische Bedingungen militärischer Auseinandersetzungen
3.4 Das parthische Heer
4. Die diplomatischen Anfänge der römisch-parthischen Beziehungen
5. Die militärisch nuancierte Übergangsphase
6. Resümee erster Untersuchungsergebnisse
7. Der Partherfeldzug des Crassus
7.1 Crassus als Akteur im öffentlichen Leben des spätrepublikanischen Roms
7.2 Vorherrschende Charaktereigenschaften in den Quellen
7.3 Die Anfänge des Partherfeldzuges
7.4 Die Entscheidungsschlacht bei Carrhae
7.5 Resümee der Untersuchungsergebnisse des ersten Partherfeldzuges
8. Unmittelbare Konsequenzen der römischen Niederlage
8.1 Caesars Vorhaben eines Partherfeldzuges als Racheakt
8.2 Caesars Vorbereitung auf den Waffengang
8.3 Resümee der Untersuchungsergebnisse von Caesars Vorhaben
9. Der Partherfeldzug des Marcus Antonius
9.1 Polithistorische Voraussetzungen für die Großoffensive
9.2 Antonius als Vorreiter einer diplomatischen Einigung
9.3 Planung und Umsetzung des Partherfeldzuges
9.4 Resümee der Untersuchungsergebnisse des zweiten Partherfeldzuges
10. Die Rückkehr zu einem diplomatischen römisch-parthischen Verhältnis
11. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die historischen Hintergründe und Ursachen für das Scheitern einer friedlichen Koexistenz zwischen dem Römischen Reich und dem Partherreich im ersten Jahrhundert vor Christus, wobei sie den Fokus auf die persönlichen Motive römischer Staatsmänner und Feldherren legt.
7.4 Die Entscheidungsschlacht bei Carrhae
Crassus führte sein Heer bei Zeugma im April des Jahres 53 v. Chr. unter ungünstigen Bedingungen und noch ungünstigeren Vorzeichen über den Euphrat. Die Gesamtstärke des römischen Heeres lag Schätzungen zu Folge wohl bei 36 000 bis 43 000 Soldaten. Da die Parther zur gleichen Zeit eine Offensive gegen den Armenierkönig Artavasdes unternahmen und dessen Kräfte entsprechend gebunden waren, konnte Crassus nicht, wie zuvor geplant, auf armenische Unterstützung hoffen.
Dem eigentlichen Plan des Feldzuges entsprechend folgte Crassus dem Flussverlauf des Euphrats, schwenkte dann aber auf Geheiß des verräterischen persischen Stammeshäuptlings Abgar, der bald zum Feind überlief und unter herrschender Uneinigkeit mit seinen römischen Offizieren in östliche Richtung ab. Diese Marschrichtung führte ihn zwischen Carrhae und Ichnae durch die Sandwüste an den Belich. Wie Günther richtig erörtert, erschöpften „die Eintönigkeit der Gegend, das Waten im tiefen Sand, das Fehlen jeglichen Schattens bei glühender Hitze, vor allem aber der brennende Durst“ die römischen Truppen ungemein. Nachdem die römische Vorhut feindlichen Kontakt hatte, stellte der Feldherr sein Heer von der vorigen Marschordnung in eine Gefechtsordnung in Form eines Karrees um. In dieser Aufstellung kam es höchstwahrscheinlich am 6. Mai des Jahres 53 v. Chr. letztendlich zur unheilvollen Entscheidungsschlacht.
1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert den komplexen Forschungsgegenstand der römisch-parthischen Beziehungen und formuliert das Ziel, das Scheitern einer friedlichen Koexistenz anhand individueller Motive römischer Akteure zu untersuchen.
2. Die Quellenlage: Dieses Kapitel diskutiert die Herausforderungen der Quellenarbeit, insbesondere das Fehlen eigener parthischer Aufzeichnungen und die Einseitigkeit der westlichen antiken Autoren, die das Partherbild prägten.
3. Das Imperium Parthicum: Das Kapitel bietet eine notwendige Darstellung des Aufstiegs, der Geographie, der klimatischen Bedingungen und des parthischen Heeres, um die Voraussetzungen für militärische Konfrontationen zu verstehen.
4. Die diplomatischen Anfänge der römisch-parthischen Beziehungen: Hier werden die ersten offiziellen Kontakte analysiert, die trotz diplomatischer Bemühungen bereits von römischem Überlegenheitsgefühl gegenüber dem unbekannten politischen Akteur geprägt waren.
5. Die militärisch nuancierte Übergangsphase: Das Kapitel beleuchtet unter Pompeius die Verschiebung der machtpolitischen Verhältnisse und die zunehmende Spannung zwischen Vertragstreue und hegemonialem Anspruch.
6. Resümee erster Untersuchungsergebnisse: Es wird bilanziert, dass römische Politik im Osten maßgeblich von individuellen Vorstellungen und einem undifferenzierten Barbarenbild bestimmt wurde.
7. Der Partherfeldzug des Crassus: Diese detaillierte Betrachtung des Feldzuges von Crassus verdeutlicht, wie persönliche Habgier und Ruhmsucht zum katastrophalen Scheitern bei Carrhae führten.
8. Unmittelbare Konsequenzen der römischen Niederlage: Hier wird dargelegt, dass die Katastrophe von Carrhae trotz des Schocks keine gravierenden außenpolitischen Folgen für Rom hatte und warum Caesar seine anschließenden Feldzugpläne verfolgte.
9. Der Partherfeldzug des Marcus Antonius: Dieses Kapitel untersucht die zweite große römische Offensive, die erneut durch persönliche Rachebedürfnisse und innenpolitische Machtinteressen motiviert war.
10. Die Rückkehr zu einem diplomatischen römisch-parthischen Verhältnis: Abschließend wird gezeigt, wie unter Augustus eine Abkehr von der aggressiven Expansionspolitik hin zu einer friedlichen Koexistenz eingeleitet wurde.
11. Fazit: Das Fazit bestätigt, dass das Scheitern einer friedlichen Koexistenz primär auf persönliche, machtpolitische Ambitionen der römischen Akteure statt auf zwingende nationale Interessen zurückzuführen war.
Römisch-parthische Beziehungen, Partherreich, Imperium Romanum, Crassus, Marcus Antonius, Caesar, Carrhae, Diplomatie, Militärgeschichte, Arsakiden, Außenpolitik, Machtpolitik, Expansionspolitik, antike Geschichte, Quellenkritik
Die Arbeit analysiert das komplexe Verhältnis zwischen dem Römischen Reich und dem Partherreich in der Zeit von Pompeius bis zum Beginn des Prinzipats.
Im Mittelpunkt stehen die diplomatischen Beziehungen, militärische Auseinandersetzungen sowie die politische Motivation römischer Feldherren.
Es soll geklärt werden, warum die friedliche Koexistenz der beiden Großreiche scheiterte und inwieweit persönliche Motive römischer Staatsmänner diesen Prozess beeinflussten.
Die Autorin stützt sich auf eine quellenkritische Analyse der antiken schriftlichen Überlieferung, ergänzt durch einen personalisierenden historischen Ansatz.
Der Hauptteil widmet sich den Feldzügen von Crassus, Caesar und Antonius sowie deren Vorbereitungen und der anschließenden geänderten Außenpolitik unter Augustus.
Zu den zentralen Begriffen gehören römisch-parthische Beziehungen, Imperium Parthicum, Machtpolitik, Rachemotiv und diplomatische Koexistenz.
Crassus nutzte sein Vermögen und seinen Einfluss zur Machtausweitung und sah in den Parthern ein Mittel zur Erlangung von Ruhm, was seine mangelnde militärische Vorbereitung auf den Feldzug erklärt.
Antonius wird als ein Feldherr beschrieben, der zwar auf nationalpolitische Ziele verwies, dessen Handeln jedoch stark von persönlichen Rachemotiven und der Sicherung seiner Machtstellung im Vorfeld des Konflikts mit Octavian geprägt war.
Unter Augustus erfolgte ein Strategiewechsel weg von der militärischen Konfrontation hin zu einer diplomatischen Lösung, die als Erfolg der Außenpolitik gefeiert wurde.
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