Masterarbeit, 2010
81 Seiten, Note: 1,8
Einleitung
1. Eine Einführung in die Konstruktion der Angst: Das stärkste aller Gefühle? – H. P. Lovecrafts Supernatural Horror in Literature
2. Effekt, Angst und Grausamkeit in der Theorie
2.1 Edgar A. Poe – The Philosophy of Composition, The Poetic Principle und The Imp of the Perverse
2.2 Sigmund Freud – Der Dichter und das Phantasieren und Das Unheimliche
2.3 Philip P. Hallie – Grausamkeit
3. Effekt, Angst und Grausamkeit in Poes Kurzgeschichten
3.1 The Tell-Tale Heart
3.2 The Black Cat
3.3 The Masque of the Red Death
3.4 The Cask of Amontillado
Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die literarischen Methoden und technischen Kunstgriffe, die Edgar Allan Poe in seinen Kurzgeschichten anwendet, um bei den Lesern gezielt Effekte wie Angst, Schauder und Beklemmung zu erzeugen. Dabei werden Poes eigene ästhetische Theorien mit psychoanalytischen Ansätzen und kulturwissenschaftlichen Grausamkeitsstudien in Verbindung gesetzt und anhand von vier exemplarischen Kurzgeschichten praktisch analysiert.
2.1 Edgar Allan Poe – The Philosophy of Composition, The Poetic Principle und The Imp of the Perverse
Die vorliegende Arbeit soll sich mit ausgewählten Kurzgeschichten von Edgar A. Poe beschäftigen, respektive den Kunstgriffen nachspüren, welche Poe benutzt, um Angst beim Leser zu erzeugen. Um besagtes Vorhaben möglichst eingehend verfolgen zu können erscheint es notwendig, sich auch mit den literarischen Theorien zu beschäftigen, welche Poe selbst verfasste. Lässt sich anhand einer Analyse der jeweiligen Kurzgeschichte ausmachen, ob und in welcher Weise Poe seine eigenen Angaben zum Verfassen von Dichtung im Allgemeinen und Kurzgeschichten im Besonderen befolgt hat?
Um der Arbeit eine angemessene, theoretische Grundlage zu verschaffen – und um die vorangegangene Frage eventuell beantworten zu können – sollen also im Folgenden Poes Theorietexte The Philosophy of Composition, The Poetic Principle sowie kürzere Essays und Briefe, die als solche kenntlich gemacht werden, eingehender betrachtet werden. Außerdem hat Poe mit der Kurzgeschichte The Imp of the Perverse einen Text vorgelegt, dem für diese Arbeit eventuell bedeutsame Aussagen zu dem im Titel derselben benannten dunklen Grund im Menschen entnommen werden können. Deshalb soll auch die besagte Erzählung an diesem Punkt der Arbeit einbezogen werden.
Einleitung: Die Einleitung erläutert die Bedeutung der Literatur der Angst und definiert das Ziel der Arbeit, Poes Methoden zur Erzeugung von Schauder theoretisch fundiert und praktisch zu analysieren.
1. Eine Einführung in die Konstruktion der Angst: Das stärkste aller Gefühle? – H. P. Lovecrafts Supernatural Horror in Literature: Dieses Kapitel nutzt Lovecrafts theoretische Abhandlung als Hinführung zum Genre der unheimlichen Literatur und kontextualisiert Poes Rolle als Wegbereiter der modernen Horrorgeschichte.
2. Effekt, Angst und Grausamkeit in der Theorie: Hier werden die theoretischen Grundlagen erarbeitet, indem Poes eigene Schreibtheorien, Freuds psychoanalytische Konzepte zum Unheimlichen und Hallies Studien zur Machtdynamik der Grausamkeit zusammengeführt werden.
3. Effekt, Angst und Grausamkeit in Poes Kurzgeschichten: In diesem Hauptteil wird die praktische Anwendung der theoretischen Erkenntnisse auf die vier Kurzgeschichten untersucht, wobei insbesondere die Täter-Opfer-Dynamik und die Atmosphärenerzeugung im Zentrum stehen.
Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass Poes Erfolg in der Erzeugung von Schauder vor allem auf der psychologischen Tiefe seiner Protagonisten und der kalkulierten Anwendung klassischer Schauer-Elemente basiert.
Edgar Allan Poe, Literatur der Angst, Gothic Novel, Der Schauder, Das Unheimliche, Sigmund Freud, Grausamkeit, Philip P. Hallie, Machtverhältnis, Perversität, Kurzgeschichtenanalyse, Schauerliteratur, Ästhetik, Psychologie, Horror.
Die Arbeit untersucht die spezifischen literarischen Techniken, mit denen Edgar Allan Poe in seinen Kurzgeschichten den Effekt des Schauderns bei seinen Lesern erzeugt.
Die zentralen Felder umfassen die Theorie der Angst in der Literatur, die psychologische Analyse von Täterfiguren sowie die Dynamik von Grausamkeit und Machtverhältnissen.
Das Ziel ist es, nachzuweisen, wie Poe seine eigenen theoretischen Vorgaben für das Schreiben einer "guten Geschichte" (wie Länge, Einheit des Effekts und logische Methode) in seinen Kurzgeschichten praktisch umsetzt.
Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die Poes eigene Essays mit den theoretischen Ansätzen von H. P. Lovecraft, Sigmund Freud und Philip P. Hallie vergleicht und diese auf vier ausgewählte Texte anwendet.
Der Hauptteil widmet sich der konkreten Untersuchung von vier Erzählungen: "The Tell-Tale Heart", "The Black Cat", "The Masque of the Red Death" und "The Cask of Amontillado" hinsichtlich ihrer atmosphärischen Konstruktion und Täterpsychologie.
Wichtige Begriffe sind Poes "Unity of Effect", die psychoanalytische Deutung des "Unheimlichen" (Freud), das Konzept der "Perversität" und die philosophische Analyse der "Grausamkeit" (Hallie).
Laut Poe muss eine Geschichte auf den gewünschten Effekt hin konstruiert sein, wobei das Ende das entscheidende Moment für die Geschlossenheit der Handlung und die Erfüllung des geplanten Gesamteffekts darstellt.
In Anlehnung an Poes "The Imp of the Perverse" wird Perversität als ein Urtrieb des Menschen gedeutet, Dinge gerade deshalb zu tun, weil sie unvernünftig oder falsch sind, was die Täter in seinen Geschichten oft antreibt.
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