Examensarbeit, 2010
87 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
1.1 Methodische Vorgehensweise
2 Die Stellung des Sportlehrerberufes
2.1 Charakteristika der sozialen Berufe
2.2 Besondere Anforderungen und Merkmale des Lehrerberufes
2.3 Fachspezifische Merkmale im Sportlehrerberuf
3 Die Arbeit eines Lehrers
3.1 Das Unterrichten als Haupttätigkeit eines Lehrers
3.2 Der Unterricht
3.3 Das Unterrichten
3.4 Aufgabenfelder eines Lehrers
3.4.1 Qualitative Anforderungen des Unterrichts
3.4.2 Quantitative Anforderungen des Unterrichts
4 Die Erwartungen an einen Lehrer
4.1 Der Schüler als Erwartungsträger
4.2 Die Eltern als Erwartungsträger
4.3 Die Kollegen als Erwartungsträger
4.4 Der Vorgesetzte als Erwartungsträger
4.5 Der Lehrer selbst als Erwartungsträger
5 Belastungen des Sportlehrerberufs
5.1 Studien zur Sportlehrerbelastung
5.2 Belastungen am Arbeitsplatz
5.3 Hygienische, gesellschaftliche und soziale Bedingungen
5.4 Weitere Belastungsfaktoren
5.4.1 Alter
5.4.2 Geschlecht
5.4.3 Schulform
6 Formen der Belastung und Beanspruchung
6.2 Ansätze zur Kategorisierung von Anforderungen
6.2.1 Arbeitswissenschaftlicher Ansatz
6.2.2 Ansatz des unterrichtlichen Handelns
6.2.3 Rahmenmodell zur Sammlung von Belastungsfaktoren
7 Der Schüler als ein Hauptbelastungsfaktor
7.1 Belastungsfaktor: Demotivierte Schüler
7.2 Belastungsfaktor: Disziplinlose Schüler
7.3 Belastungsfaktor: Leitungsunterschiede innerhalb der Klasse
7.4 Belastungsfaktor: Schüler mit Migrationshintergrund
7.5 Belastungsfaktor: Koedukativer Unterricht
8 Reaktionen und Folgen auf zu starke Beanspruchung
8.1 Das Burnout-Syndrom als Folge zu hoher Beanspruchung
8.1.1 Der Entstehungsprozess des Burnout-Syndroms
8.1.2 Die häufigsten Symptome des Burnout-Syndroms
8.2 Körperliche Folgen durch zu hohe Belastung
9 Die empirische Untersuchung
9.1 Der Fragebogen
9.1.1 Die Durchführung der Fragebogenuntersuchung
9.1.2 Aufbau des analysierten und verwerteten Fragebogens
9.1.3 Die Auswertungsmethode des Fragebogens
9.2 Interpretation und Auswertungen der Antworten
9.2.1 Demographische Daten
9.2.2 Anspruchsvolle Aufgaben der Lehrer
9.2.3 Hauptbelastungen der Sportlehrer
9.2.4 Beeinträchtigende Probleme der Sportlehrer
9.2.4.1 Motivationsprobleme und Desinteresse der Schüler
9.2.4.2 Disziplinproblem der Schüler als Belastungsfaktor
9.2.4.3 Integration als Herausforderung und Belastung
9.2.4.4 Erhöhte Belastung durch Leistungsunterschiede
9.3 Korrelation
9.4 Faktorenanalyse
10 Maßnahmen gegen zu hohe Beanspruchung
10.1 Maßnahmen in Bezug auf die Arbeitsbedingungen
10.2 Organisationsbezogene Maßnahmen
10.2.1 Ritualisieren
10.2.2 Evasives Unterrichten
10.3 Gruppen- und individuumsbezogene Maßnahmen
10.3.1 Stressimpfungstraining
10.3.2 Belastungsbewältigungstraining
10.3.3 Kollegiale Beratung
10.3.3.1 Phasen der kollegialen Beratung
11 Zusammenfassung
Diese Arbeit analysiert die spezifischen beruflichen Belastungen von Sportlehrern im schulischen Alltag, um die Ursachen für das erhöhte Burnout-Risiko in diesem Berufsfeld aufzudecken. Ausgehend von einer wissenschaftlichen Literaturrecherche und einer eigenen empirischen Fragebogenstudie werden typische Problemfelder identifiziert und Lösungsstrategien für eine verbesserte Arbeitsplatzsituation diskutiert.
5.4.2 Geschlecht
Im Vergleich sind Sportlehrerinnen gegenüber ihren männlichen Kollegen belasteter. Schaarschmidt (2005, S. 136) fand heraus, dass bezogen auf die Belastungsintensität starke Geschlechtsunterschiede festzustellen sind. Dazu bieten Heim & Klimek (1999) in ihren Ausführungen Gründe, die belegen, dass das Stresspotential bei Sportlehrerinnen wesentlich höher ist als das ihrer männlichen Kollegen. Sie gehen von erhöhten Legitimationszwängen hinsichtlich der Kompetenz der Lehrerinnen sowie von weiteren geschlechtsspezifischen Diskriminierungen aus (Heim & Klimek, 1999, S. 38).
Ein weiterer Grund für die Belastung könnte auch hier die Disziplinlosigkeit der männlichen Schüler sein. Scheffel & Palzkill (1994) sehen die Ursache dafür darin, dass die Schüler im gesellschaftlichen Kontext die unterschiedliche Wertigkeit der Geschlechter gelernt haben und es ihnen folglich schwerfällt, Frauen in statushöheren Positionen zu respektieren. So wird die Fachkompetenz der weiblichen Lehrkräfte grundsätzlich durch ihre männlichen Schüler angezweifelt und ihnen im Gegensatz zu den männlichen Kollegen überhaupt erst einmal der Nachweis über diverse fachspezifische Kompetenzen abverlangt (Scheffel & Palzkill, 1994, S. 160).
1 Einleitung: Die Arbeit thematisiert die kontroverse öffentliche Wahrnehmung des Lehrerberufs und beleuchtet die spezifische Burnout-Problematik bei Sportlehrern.
2 Die Stellung des Sportlehrerberufes: Dieses Kapitel ordnet den Sportlehrer in den Kontext der sozialen Berufe ein und erarbeitet die fachspezifischen Merkmale, die diesen Beruf von anderen Lehrfächern abgrenzen.
3 Die Arbeit eines Lehrers: Es werden die zentralen Tätigkeitsfelder des Lehrers, insbesondere das Unterrichten und die qualitativen sowie quantitativen Anforderungen, detailliert analysiert.
4 Die Erwartungen an einen Lehrer: Die verschiedenen Erwartungsträger (Schüler, Eltern, Kollegen, Vorgesetzte und der Lehrer selbst) und deren komplexer Einfluss auf das berufliche Handeln werden dargestellt.
5 Belastungen des Sportlehrerberufs: Hier erfolgt eine theoretische Fundierung der Belastungsforschung und eine Kategorisierung der Stressoren im Arbeitsalltag des Sportlehrers.
6 Formen der Belastung und Beanspruchung: Es wird eine einheitliche begriffliche Grundlage für Belastung und Beanspruchung geschaffen und Ansätze zur Kategorisierung vorgestellt.
7 Der Schüler als ein Hauptbelastungsfaktor: Fünf zentrale Problembereiche im Umgang mit Schülern (Motivation, Disziplin, Leitung, Migration, Koedukation) werden vertieft betrachtet.
8 Reaktionen und Folgen auf zu starke Beanspruchung: Das Burnout-Syndrom als extreme Folge chronischer Überlastung sowie körperliche Konsequenzen durch hohe physische Beanspruchung werden erläutert.
9 Die empirische Untersuchung: Dieses Kapitel präsentiert die methodische Durchführung und die Ergebnisse der Fragebogenstudie unter Sportlehrern in Rheinland-Pfalz und Hessen.
10 Maßnahmen gegen zu hohe Beanspruchung: Der Autor stellt verschiedene organisations- und individuell bezogene Präventions- und Interventionskonzepte vor, um die Belastungssituation zu verbessern.
11 Zusammenfassung: Die Arbeit resümiert die gewonnenen Erkenntnisse und hinterfragt kritisch die Widersprüche zwischen theoretischen Ansätzen und den Ergebnissen der empirischen Untersuchung.
Sportlehrer, Belastung, Beanspruchung, Burnout-Syndrom, Sportunterricht, empirische Untersuchung, Schülerverhalten, Stressprävention, soziale Kompetenz, Lehrergesundheit, Arbeitsbedingungen, Motivation, Disziplin, Leistungsunterschiede.
Die Arbeit analysiert die beruflichen Belastungsfaktoren von Sportlehrern und untersucht, welche Faktoren im schulischen Alltag zu einer erhöhten psychischen und physischen Beanspruchung führen.
Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse der beruflichen Anforderungen, dem Einfluss des Schülerverhaltens, der Problematik der Arbeitsbedingungen und der Burnout-Gefährdung bei Sportlehrkräften.
Die Forschungsfrage zielt darauf ab, die spezifischen Probleme und Belastungen für Sportlehrer an Schulen zu identifizieren und den Kenntnisstand der Literatur mit den Ergebnissen einer eigenen empirischen Studie zu verknüpfen.
Neben einer umfassenden Literaturanalyse wurde eine empirische Fragebogenuntersuchung bei Sportlehrkräften in Rheinland-Pfalz und Hessen durchgeführt, deren Daten deskriptiv und mittels Korrelations- sowie Faktorenanalyse ausgewertet wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen (Belastungsmodelle, Rollenerwartungen) und eine praktische Analyse von Belastungsfaktoren wie Motivationsproblemen, Disziplin, Inhomogenität und Integrationsherausforderungen.
Wichtige Schlagworte sind Sportlehrer, Burnout, Belastungsforschung, Lehrergesundheit, Stressprävention und Unterrichtsbelastung.
Die Studie zeigt Widersprüche auf, etwa dass Sportlehrer die Motivation ihrer Schüler als größte Herausforderung betrachten, jedoch in der Fragebogenauswertung angeben, dass Schüler eigentlich nicht desinteressiert seien.
Die kollegiale Beratung wird als wichtige Strategie zur Professionalisierung und gegenseitigen Unterstützung genannt, wobei jedoch auf die Vorbehalte der Lehrkräfte aufgrund negativer Erfahrungen in der Ausbildung hingewiesen wird.
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