Examensarbeit, 2010
70 Seiten, Note: 1,0
I. Einleitung
II. Die Komik
1. Wann finden Kinder etwas komisch?
2. Die Komik in Bild und Text
3. Komik und Pädagogik in der Kinderliteratur
III. Der Struwwelpeter
1. Der Struwwelpeter als komisch-didaktisches Kinderbuch
1.1 Sprachliche Besonderheiten im Struwwelpeter
2. Das eigentliche Titelblatt
3. Der Struwwelpeter - Der Titelheld
4. Die Geschichte vom bösen Friederich
5. Die gar traurige Geschichte mit dem Feuerzeug
6. Die Geschichte vom schwarzen Buben
7. Die Geschichte vom wilden Jäger
8. Die Geschichte vom Daumenlutscher
9. Die Geschichte vom Suppen-Kaspar
10. Die Geschichte vom Zappel-Philipp
11. Die Geschichte von Hans Guck-in-die-Luft
12. Die Geschichte vom fliegenden Robert
13. Zwischenfazit Struwwelpeter
IV. Wilhelm Busch - Max und Moritz
1. Max und Moritz - Eine Bubengeschichte in sieben Streichen
1.1 Sprachliche und gestalterische Besonderheiten bei Max und Moritz
2. Max und Moritz – das Vorwort
3. Erster Streich
4. Zweiter Streich
5. Dritter Streich
6. Vierter Streich
7. Fünfter Streich
8. Sechster Streich
9. Letzter Streich
10. Max und Moritz - der Schluß
V. Schlussbemerkungen
Diese Arbeit untersucht die Mechanismen des Komischen in den Kinderbuchklassikern "Der Struwwelpeter" und "Max und Moritz". Das primäre Ziel ist es, die Forschungsfrage zu klären, warum diese Werke trotz ihrer dargestellten Grausamkeiten seit Generationen erfolgreich sind, welche Rolle die Komik dabei spielt und wie sich das Verhältnis zwischen komischer Wirkung und pädagogischer Absicht innerhalb dieser Erzählungen gestaltet.
Die Komik in Bild und Text
Die Zeichnungen der beiden Werke erscheinen karikierend und stellen damit das Geschehen oder Gegenstände übertrieben dar. Während Hoffmanns Zeichnungen mit Absicht dilettantisch wirken und sie zum Teil daher als fratzenhaft angesehen werden, sind die Zeichnungen Buschs, der Kunst in Düsseldorf, Antwerpen und München studierte, von künstlerischer Qualität. Aber auch hier sind die Zeichnungen auf die Konturen des Darzustellenden beschränkt. Dennoch oder gerade aufgrund der Einfachheit werden die besonderen Wesenszüge der Figuren meist auf den ersten Blick sichtbar.
Es lässt sich leicht eine „Gestaltkomik“ ausfindig machen, die allein schon in der Differenz der Nachahmung zum eigentlichen Gegenstand in der Realität gefunden werden kann. Je interessanter dabei die Differenz zur Norm ist, desto größer ist der komische Effekt, zumindest solange die Wiedererkennung mit dem Realen noch bestehen bleibt und beziehungsweise oder neue Wiedererkennungen geschaffen werden (zum Beispiel durch Personifikation bei Tieren). Daher reicht es bei einer bestimmten Eigenschaft zu übertreiben um die Komik auszulösen. Auch bestimmte Charaktereigenschaften können durch ihre Betonung und die Reduktion anderer Züge hervorgehoben werden. Diese Konzentrierung auf einzelne Elemente kann zusätzlich im Text erfolgen und somit unterstützend wirken.
I. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Beliebtheit von Struwwelpeter und Max und Moritz dar und formuliert die Forschungsfrage bezüglich der Komik und der pädagogischen Rezeption.
II. Die Komik: Dieses Kapitel erläutert theoretische Grundlagen der kindlichen Komik und analysiert, wie Bild und Text in Kinderbüchern zusammenwirken.
III. Der Struwwelpeter: Hier werden die einzelnen Geschichten des Struwwelpeters auf ihre komischen Elemente und die darin enthaltene erzieherische Absicht untersucht.
IV. Wilhelm Busch - Max und Moritz: Dieses Kapitel analysiert die sieben Streiche von Max und Moritz im Hinblick auf deren subversive Komik und die Rolle der bestraften Erwachsenen.
V. Schlussbemerkungen: Das Fazit fasst zusammen, dass die Komik durch das Zusammenspiel von Bild und Text entsteht und Schadenfreude als zentrales Element kindlicher Rezeption dient.
Komik, Kinderliteratur, Der Struwwelpeter, Max und Moritz, Pädagogik, Normverletzung, Schadenfreude, Bildergeschichte, schwarzer Humor, Rezeption, Humorverständnis, Bild und Text, Groteske, erzieherische Wirkung.
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der Komik in den Kinderbuchklassikern "Der Struwwelpeter" und "Max und Moritz" und untersucht deren Wirkung auf die kindliche Leserschaft.
Die Themenfelder umfassen die kindliche Auffassung von Humor, die didaktische Absicht der Werke sowie das Zusammenspiel von grafischer Gestaltung und sprachlicher Umsetzung.
Ziel ist es zu ergründen, warum diese oft als grausam kritisierten Bücher bis heute erfolgreich sind und wie die darin enthaltene Komik die Wahrnehmung der dargestellten Gewalt beeinflusst.
Es erfolgt eine literaturwissenschaftliche Analyse, die Theorien zur Komik (u.a. von Schopenhauer, Lipps, Freud) mit den spezifischen Inhalten und der Bildsprache der beiden Werke verknüpft.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Untersuchung einzelner Episoden des "Struwwelpeters" sowie aller sieben Streiche von "Max und Moritz" hinsichtlich ihrer komischen Wirkweise.
Zu den zentralen Begriffen zählen Normverletzung, Schadenfreude, schwarze Pädagogik, Bild-Text-Beziehung und die Identifikation von Kindern mit normbrechenden Protagonisten.
Während im Struwwelpeter die Kinder für ihr Fehlverhalten bestraft werden, fungieren die Erwachsenen in Max und Moritz oft als Zielscheibe des Spotts und der Rache, wodurch die Machtverhältnisse zugunsten der Kinder verschoben werden.
Die Arbeit erläutert, dass Max und Moritz durch ihre Streiche temporär die Autorität der Erwachsenen untergraben und somit eine befreiende Wunschimago für den kindlichen Leser darstellen.
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