Masterarbeit, 2008
102 Seiten, Note: 2,0
1. Einführung
2. Selbstbestimmung und Persönliche Assistenz
2.1 Zum Selbstbestimmungsbegriff
2.2 Zum Paradigma der Selbstbestimmung im gesellschaftlichen und historischen Kontext
2.3 Bestehende Modelle und Ansätze in der Behindertenhilfe im Hinblick auf Selbst- und Fremdbestimmung
2.4 Das Prinzip der Persönlichen Assistenz
2.4.1 Zur Rolle des Assistenznehmers
2.4.2 Zur Rolle des Assistenten
3. Organisationsformen Persönlicher Assistenz
3.1 Das Arbeitgebermodell
3.2 Assistenzorganisationen
3.3 Finanzierung Persönlicher Assistenz
4. Selbstbestimmt Leben in Hildesheim
4.1 Stadt und Landkreis Hildesheim als Sozialraum
4.2 Vorhandene Angebote stationärer und teilstationärer Versorgung für beeinträchtigte Menschen
4.2.1 Analyse der vorhandenen stationären und teilstationären Angebote
4.3 Vorhandene Angebote ambulanter Versorgung für beeinträchtigte Menschen
4.3.1 Analyse der vorhandenen ambulanten Angebote
4.3.2 Durchführung der Befragung
4.3.3 Auswertung der Ergebnisse
4.4 Betreuungszahlen im Landkreis Hildesheim
4.5 Zusammenschau und Diskussion der Ergebnisse
5. Fazit
Die Masterarbeit untersucht die sozialräumlichen und strukturellen Rahmenbedingungen für ein selbstbestimmtes Leben beeinträchtigter Menschen in Stadt und Landkreis Hildesheim, wobei insbesondere das Prinzip der Persönlichen Assistenz als Methode der größtmöglichen Selbstbestimmung analysiert wird.
2.4.1 Zur Rolle des Assistenznehmers
Für den Assistenznehmer ist es unabdingbar, sich intensiv mit der eigenen Lebenssituation, den Hoffnungen, Wünschen und Vorstellungen auseinander zu setzen, um den Wunsch nach einem eigenständigen, Selbstorganisierten und weitestgehend Selbstbestimmten Leben zu verwirklichen. Das Leben mit Persönlicher Assistenz bedeutet neben einer flexibleren und selbstbestimmteren Gestaltung des Alltags ein hohes Maß an Verantwortung und die Organisation verschiedener Aufgabenbereiche, sowie zeitliche und planerische Einsatzbereitschaft.
Durch jahrelange Fremdbestimmung und fürsorglich entmündigende Betreuung sind viele Behinderte wenig selbstbewusst und unsicher im Hinblick auf die Äußerung eigener Bedürfnisse. Behinderte Menschen wachsen oft im Rahmen jahrelang gewachsener innerfamiliärer Strukturen und Hierarchien auf, oftmals in einer stets dankbaren, bescheidenen und möglichst unauffälligen Position. Im Falle eines Interessenkonfliktes schwingt die Befürchtung mit, die existenziellen Hilfen zu verlieren. Diese Befürchtungen basieren häufig auf den Erfahrungen, dass Helfer und unterstützende Familienmitglieder ihre Entscheidungsmacht in letzter Konsequenz ausgenutzt haben, wenn es darum ging, zu welchem Zeitpunkt und in welcher Form von der behinderten Person geäußerten Bedürfnisse befriedigt werden. Das aktive Vertreten der eigenen Person und der persönlichern Bedürfnisse, Erwartungen und Wünsche an die PA ist Voraussetzung die eigene Lebensführung zu bestimmen und zu realisieren.
1. Einführung: Darstellung der gesellschaftlichen Relevanz von Selbstbestimmung für beeinträchtigte Menschen und der Paradigmenwechsel in der Behindertenhilfe.
2. Selbstbestimmung und Persönliche Assistenz: Theoretische Herleitung des Selbstbestimmungsbegriffs, der historischen Entwicklung und der Definition von Persönlicher Assistenz.
3. Organisationsformen Persönlicher Assistenz: Detaillierte Betrachtung des Arbeitgebermodells, von Assistenzorganisationen und der Finanzierungsstrukturen.
4. Selbstbestimmt Leben in Hildesheim: Empirische Bestandsaufnahme der Versorgungssituation in Stadt und Landkreis Hildesheim unter Berücksichtigung von Strukturdaten und Umfrageergebnissen.
5. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Ausblick auf die Auswirkungen des Persönlichen Budgets.
Selbstbestimmung, Persönliche Assistenz, Behindertenhilfe, Sozialraum, Arbeitgebermodell, Assistenzorganisation, Inklusion, Fremdbestimmung, Ambulante Versorgung, Rechtliche Betreuung, Persönliches Budget, Hildesheim, Teilhabe, Empowerment, Rehabilitation.
Die Arbeit analysiert die Möglichkeiten und Grenzen für beeinträchtigte Menschen, in Stadt und Landkreis Hildesheim ein selbstbestimmtes Leben zu führen.
Die zentralen Themen sind das Paradigma der Selbstbestimmung, das Prinzip der Persönlichen Assistenz und die Analyse sozialräumlicher Strukturen in Hildesheim.
Ziel ist es zu ergründen, welchen Einfluss die vorhandenen sozialräumlichen und strukturellen Rahmenbedingungen auf den Grad der Selbstbestimmung im Leben beeinträchtigter Menschen in der Region haben.
Die Arbeit nutzt neben der Literaturanalyse eine quantitative Befragung ambulanter Pflegedienste mittels eines halbstandardisierten Fragebogens.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, die Erläuterung von Assistenzmodellen und eine detaillierte Auswertung der Versorgungsstrukturen in Hildesheim.
Zu den Kernbegriffen gehören Selbstbestimmung, Persönliche Assistenz, Behindertenhilfe, Empowerment und ambulante Versorgung.
Das Arbeitgebermodell wird als eine wesentliche Form der Persönlichen Assistenz diskutiert, die jedoch hohe Anforderungen an die Organisation und Eigenverantwortung des Assistenznehmers stellt.
Die Untersuchung zeigt, dass für geistig behinderte Menschen zwar ein stationäres Angebot besteht, dieses aber stark kirchlich geprägt ist, während für seelisch behinderte Menschen das ambulante Angebot vielfältiger, das stationäre jedoch sehr begrenzt ist.
Es wird als Instrument bewertet, das in Zukunft zu einer stärkeren Nachfrage nach Persönlicher Assistenz führen und neue Chancen für die Soziale Arbeit eröffnen könnte.
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